Concluse - Concluse ist so dunkel, dass ihr im Spiel eure eigene Reflexion seht
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Gameplay

Gute Spiele beherrschen ihr Genre und erfüllen alle Erwartungen, die wir an ein Adventure oder Rollenspiel haben können. Sehr gute kennen die Erwartungen, spielen mit ihnen und nutzen stattdessen das Gameplay oder die Grafik selbst, um jene Gefühle zu evozieren, die sie uns fühlen lassen möchten.

Das Gameplay in Concluse ist einfach, simpel, fast altbacken, denn es hat sich zum Ziel gesetzt, der PS1-Horror-Ära zu frönen: Ihr könnt euch mit den Pfeiltasten bewegen, es gibt keine Map (wenngleich ihr eine Karte der Umgebung findet; schöne Anspielung) und das Inventar kann einzig über das Hauptmenü aufgerufen werden.Concluse fühlt sich jedoch keineswegs so an, als wäre diese Schlichtheit notgedrungen: Sie unterstreicht vielmehr die Atmosphäre; ebenso, wie auch das Spiel keine Möglichkeit zum Kämpfen gibt. Es geht nicht darum, euch die Macht zu geben, etwas in dieser Welt zu verändern. Ihr seid ausgesetzt, hilflos, dürft einzig erkunden, Rätsel lösen und – anrufen. Ganz unabhängig von der Story trefft ihr in regelmäßigen Abständen auf Telefonzellen, die euch stets drei Optionen bieten: Mama anrufen, zu Hause oder Carolyn anrufen. Je Telefon könnt ihr einen Anruf tätigen, gegen jeweils einen Quarter, von denen ihr einige im Spiel findet.

Carolyn hebt nicht ab. Wie könnte sie auch, immerhin ist sie seit Jahren verschollen. Die Gespräche mit eurer Mutter dagegen verwirren zunehmend durch ihre lockere Stimmung; Michael erwähnt höchstens einmal nebenbei, er fühle sich ein wenig unwohl in dieser leeren Stadt und das, nachdem er gerade einen Berg Leichen verbrennen musste. Es ist surreal und wunderbar, ganz besonders, wenn Concluse anfängt, immer wieder zu euch, die ihr vor dem PC sitzt, durchzudringen, bis das Spiel selbst über seine eigenen Grenzen hinweg mehr wird.

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