Eine aufgemotzte Version von Company of Heroes geht online – mit Helden, Skill-System und Designer-Tipps. Außerdem ist es gratis. Wer diesen Titel trotzdem ignoriert, braucht nie wieder ein Echtzeit-Strategiespiel anzufassen.

Amis gegen Nazis, das ist eigentlich nur noch was für Zombiefilme. Oder Zombiespiele. Oder Zombies vs. Plants. Wobei dann die Amis die Pflanzen wären und die Deutschen in Wehrmachtsuniformen die wandelnden Toten. Spiele, wie die Geschichte sie schrieb. Oder Spiele, die Geschichte geschrieben haben. Womit wir bei Company of Heroes sind, als einem der besten Echtzeit-Strategiespiele überhaupt.

Company of Heroes Online - Das beste Free-to-Play-Spiel überhaupt

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CoH Online wird Free to Play sein.
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Dessen Entwickler Relic führt mit der Online-Version ihres Weltkriegsszenarios drei große Neuerungen ein. Erstens wird es ein Free-to-Play-Titel. Zweitens gibt es ein Skillsystem für die den Spieler als Kommandeur und seine Armee. Und drittens treten Helden, also Charakter-Einheiten aufs Schlachtfeld, die andere Truppen direkt beeinflussen. Gemunkelt wurde über das Projekt schon länger. In Europa wird es im „Frühling 2011“ live geschaltet, sicherten Relic uns jetzt auf der Gamescom zu.

Company of Heroes Online - GC 2010 Interview: Von Alliierten und Achsenmächten5 weitere Videos

Seit vier Jahren kreist Company of Heroes (CoH) meilenweit über der Konkurrenz. Doch inzwischen als Drache, nicht mehr als Weißkopfadler. China hat auf- und sogar überholt. Mit einem Konkurrenzprodukt, was eigentlich gar keines ist. Zwar gibt es auch bei CoH Online keine Revolutionäre, denn noch immer wird die russische Armee schmerzlich vermisst; aber während in den USA der Online-Ableger der Genre-Referenz in der gschlosssenen Beta anläuft, zocken die kommunistischen Turbo-Kapitalisten aus dem Land der aufgehenden Sonne bereits seit zwei Jahren gratis.

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Während die Welt noch Beta zockt, ballern die Chinesen schon seit 2 Jahren um die Wette.
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Mit Free to Play wollten sich die Publisher das Geschäft in Nordamerika zunächst nicht vermiesen. Oder wie Relic im Gespräch mit gamona sagt: „Der Markt war noch nicht reif“ – zumindest nicht für die Gratisversion eines absoluten Toptitels. Zudem wurde Company of Heroes in China nie offiziell verkauft, sprich: Es gab niemanden, der sich über Umsatzeinbußen beschweren konnte.

Sabbernd im Weltkrieg

Aber weg vom feuerspeienden Ungetüm in Rot, hin zum weißlich-transparenten Sabber des schreibenden Redakteurs. Denn leider kann mein Mundwinkel nicht mehr an sich halten, als der Entwickler die Features ihres Projekts präsentieren. Zum erprobten Spielprinzip – Basenbau, Einheitenproduktion, Ressourcenpunkte und Sektoren erobern - kommen der Kommandeur, ein Skill-System und der unvermeidliche Shop. Alles andere bleibt gleich, und das ist auch gut so. Gleich, aber sexy.

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Online darf man sich ein zwei Spielmodi austoben.
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Sexy deshalb, weil sich Echtzeit-Strategen zukünftig in zwei Spielmodi online austoben können. Über die Lobby erstelle ich Partien, bei denen sich bis zu acht Spieler auf einer Karte gegenüberstehen – wohl die beste Gelegenheit, Taktiken zu testen, die dann im zweiten Modus Erfolg bringen sollen.

In Ladderspielen geht es dann um Rang, Ruhm und Ehre. Und natürlich Spielwährung sowie Items, die meine Einheiten boosten. Vor jeder Schlacht variiere ich die Verteilung dieser Items und verteile meine Skill-Punkte auf verschiedene Fähigkeiten. Nachdem eine Matchup-Funktion einen Gegner mit passender Stärke gesucht hat, kann ich das Armeedesign variieren.

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In CoH Online wird es neue Heldeneinheiten geben.
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Auf den 15 Karten des ursprünglichen Spiels trete ich an, als Nazi oder US-Amerikaner im Kampf um Europa. Ausgangspunkt ist D-Day, der Invasion der Alliierten in der französischen Normandie. Bevor ich die Lobby betrete, wähle ich meine grundsätzliche taktische Ausrichtung. Kombiniert mit den neuen Helden-Einheiten kommen Mehrspielerpartien vielseitiger daher. Plötzlich funktionieren Spielzüge nicht mehr, mit denen ich meine Gegner sonst mühelos ausgeschaltet habe – stattdessen aber andere, neue.

Die grundlegende Taktik steht

Zu Beginn muss ich mich also entscheiden: Verlasse ich mich im Schlachtverlauf hauptsächlich auf die verschiedenen Infanterie-Einheiten, kämpfe mit Snipern, Mörsern und Flammenwerfern? Walze ich lieber mit Panzern den Gegner nieder, schieße die Deckung zu Klump und setze mich mit meinem fetten Eisenarsch samt Ketten auf auf die Kontrollpunkte? Oder will ich meine Bewegungen gezielt mit Angriffen aus der Luft kombinieren? Bei den Amis heißen diese Optionen ganz banal „Infantry“, „Tank“ und „Airbourne“. Bei den Deutschen wird es mit „Blitzkrieg“ und „Terror“ schon interessanter.

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Nach 6 neuen Karten bekommt man eine neue Fähigkeit hinzu.
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Abhängig von meiner Wahl bestücke ich später Skill-Bäume einzelner Fähigkeiten mit Punkten und verbessere so meine Armee. Nach sechs absolvierten Karten kommt jeweils eine Fähigkeit neu hinzu. Habe ich mir den die Skill-Bäume nach den Ladder-Partien dilettantisch zugemüllt, kann ich jederzeit sämtliche verdienten Punkte wieder neu verteilen. Falsch leveln ist damit praktisch unmöglich.

Die Genre-Referenz verstärkt ihre Verteidigungslinien mit neuen Features, und das gratis. Noch Fragen?Ausblick lesen

Meinen Einheitentypen verpasse ich Items, die ihnen einen Extraschub verpassen. So bekommen Engineers etwa einen Doppel-Flammenwerfer, oder Panzer besonders durchschlagskräftige Munition. Auch die neuen Helden kann ich mit solchen Items ausrüsten und so weiter aufmotzen.

John Wayne im französischen Matsch

Ob ich jetzt endlich meinen – hüstel! - geliebten John Wayne mit Zigarre im Mundwinkel nach der Landung der 101st Airbourne Division durch den französischen Sumpf robben lassen kann? Hoffentlich! Denn falls Johnnieboy sterben sollte, produziere ich in einfach wieder neu. Ha! Nichts mit Buhu, der Held ist gestorben, die bösen Nazis haben gewonnen. Sondern: Jetzt gibt’s Saures, Soldaten der Swastika!

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Helden haben einen positiven Einfluss auf die ganze Armee, ähnlich wie bei WC3.
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Helden baue ich im Spiel also wie reguläre Truppen immer wieder, unabhängig von der Zahl (und Weise) ihrer Tode. Durch bloße Anwesenheit beeinflussen sie die Stärke anderer Einheiten in der Nähe. Klar – wenn der Vorgesetzte mit den Orden an der breiten Brust und barschem Kommandoton aus zehn Zentimetern Entfernung in die Ohren brüllt, reagiert man anders, als wenn Befehle irgendwo aus dem Bildschirm-Orbit kommen.

Um an all diese neuen Skills und Items zu kommen, verwende ich außerhalb der Kämpfe zwei unterschiedliche Ressourcen: Erfahrungspunkte und Supply. Beides verdiene ich mit erfolgreich absolvierten Missionen. Mit Erfahrung levele ich die Skills meines Kommandeurs – also Fähigkeiten meiner gesamten Armee -, mit Supply kaufe ich Items für bestimmte Einheitentypen und rüste mit den Helden meine verlängerten Arme auf den Schlachtfeld auf.

Tipps für Bequeme

Nur sogenannte „convenience features“ kaufe ich mit harten Euro über den Shop – „alles, was Zeit spart“, heißt es von den Entwicklern. Andere Elemente sind nur für Supply zu haben, das ich mir durch Spielen in stundenlangen Gefechten verdient habe.

Wenn der Gegner mal wieder die eigene Armee zerlegt hat und man sich sogar noch halb schlafend im Bus am Morgen danach fragt, welche Taktik da das Schicksal Europas entschieden hat – die Zeiten des Trial & Errors sind wohl vorbei.

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Im Tipp-Bereich gibt es Hilfe von ganz ausgefuchsten Insidern.
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In einem speziellen Tipp-Bereich werden Sachen erklärt wie sie wohl nur Urgroßvater mit dem eisernen Kreuz noch wusste: So hat selbst der anwesende Produzent Greg Wilson keine Ahnung, dass die Schussweite eines Mörsertrupps sich erhöht, wenn in der Nähe ein Sniper ebenfalls auf den Gegner lauert.

Spinnen wir die Situation weiter, könnte der Sniper ja die Zombies gezielt in den Kopf schießen - nur so sterben sie bekanntlich einen endgültigen Tod – und der Mörser die Pflanzen. Wenn dann noch John Wayne die Zigarre mit der Zunge vom einen Mundwinkel in den anderen rollt, ... - aber lassen wir das.

Freuen wir uns einfach, dass Drache und Weißkopfadler sich bei Relic nicht zerfetzt, sondern offenbar gepaart haben, und ihr Nachwuchs namens CoH Online wohl in der ersten Jahreshälfte 2011 auch in europäische Lüfte steigen wird.