Irgendwo in der EA-Firmenzentrale muss es hängen. Ein riesiges Banner, auf dem in meterhohen Neonfarben ein Schriftzug eingebrannt ist: „Kein Command & Conquer ohne Addon!“ Und da das Entwicklerpersonal in Redmond nicht nur geschäftig, sondern auch folgsam ist, hält sich die emsige Truppe sklavisch an die imaginäre Vorgabe und legt im Halbjahrestakt neues C&C-Material nach.
Das Dumme ist nur: So wirklich überzeugen konnte bis zum heutigen Tag nicht eines der eilig zusammen gezimmerten Erweiterungspakete. Zuletzt enttäuschte etwa „Kanes Rache“ – auf gehobenem Niveau – mit einer mauen Kampagne, die man eher nicht gebraucht hätte. Nun steht das nächste Addon in den Startlöchern - kann „Alarmstufe Rot 3: Der Aufstand“ aus der Nullserie ausbrechen?
Ein Addon, dass den Namen kaum verdient: „Der Aufstand“ unterbietet glatt das ohnehin schon schwächelnde Hauptprogramm.FazitKnappe Antwort: Nein! Für die Punkte „Produktionsaufwand“ und „Qualität“ scheint es die ominösen Riesenbanner nämlich auch zu geben. Im Prinzip gelten hier dieselben Regeln: „Der Aufstand“ ist beileibe kein schlechtes Spiel, aber mit Sicherheit auch kein sonderlich gutes. Ein Addon, das konsequent Fehler ausbessert, das Hauptspiel clever erweitert, vielleicht sogar verbessert und nach vorne treibt, – sorry - das sieht anders aus.
Mit wenigen Einheiten sollt ihr die erste Russen-Mission bestehen - kein Zuckerschlecken.Auf dem Papier lesen sich die Neuerungen im Vergleich zum Hauptprogramm noch ganz ordentlich: Vier neue Kampagnen soll es geben, in denen die Story vorangetrieben wird, neue Einheiten auf eure sachkundige Führung warten und schicke CutScenes bestaunt werden wollen. Die Realität sieht im direkten Vergleich allerdings sehr viel grauer aus: Die vier Kampagnen umfassen gerade einmal je drei bis vier Missionen.
All zu schnell wird man dennoch nicht den Abspann zu Gesicht bekommen: Jeder Auftrag wartet mit mehreren Nebenmissionen auf, immer dann wenn man gerade glaubt, das Ziel erreicht zu haben, erweitert sich die Karte um ein neues Gebiet. Die Aufträge präsentieren sich dabei wie im Hauptspiel sehr abwechslungsreich. Ganz klar: Beim Ertüfteln spritziger Missionsziele ist EA ganz vorn dabei.
Hart: Gerade einmal zwei Einheiten gesteht euch dieser Einsatz anfangs zu.Was man vom Balancing der Aufträge nicht gerade behaupten kann: Scheinbar um die wenigen vorhandenen Einsätze künstlich zu strecken, wurde der Schwierigkeitsgrad immens angezogen. Gerade die Russen-Missionen wirken unverhältnismäßig schwer: Da sollen wir mit wenigen, fragilen Infanterieeinheiten die gesamte Karte durchqueren, werden dabei aber von Artillerierobotern behakt, die unsere Truppen mit einer Salve zerlegen – und über drei Bildschirme feuern.
Dass wir da selbst auf dem einfachsten der drei Schwierigkeitsgrade arg ins Straucheln kommen, liegt nicht einmal primär am unausgewogenen Balancing. Vielmehr machen die aus dem Hauptprogramm bekannten Bedienungsmacken das Spielen zur Qual: Die Wegfindung der Einheiten ist ein absoluter Alptraum, Mikromanagement ist schlicht unmöglich. Zumal ein neuer Bug die Nerven strapaziert: Manche Einheiten drehen sich sekundenlang im Kreis, statt unseren Befehlen zu gehorchen - das muss dann wohl die geheime „Tazmanischer Teufel“-Fraktion sein….oder so.
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Den Schiwerigkeitsgrad fand ich wie beschrieben zwar happig, aber lösbar. Frustrierend war für mich die Steuerung der Einheiten: Die Flaktrooper muss man ja auch erst einmal zu den Pacifier-Panzern geleiten, durch die katastrophale Wegfindung war aber kein vernünftiges Mikromanagement möglich.
Diese Stelle ist eigentlich recht einfach zu lösen. Man muss sich mit wenigen Flak-Troopern ranpirschen und mit ihrer Minenfähigkeit die Artillerien zerstören, bevor sie in den MG-Modus wechseln, was eigentlich immer klappt. Auch sonst sind die Kampagnen nicht übermäßig schwer, wenn man des Denkens fähig ist.
Anders als der Tester finde ich die Yuriko-Kampagne im übrigen furchtbar. Komisch, dass das billigste hier am besten ankommt.
Generals 2, mitte/ende dieses jahres. versprochen ;)
PS: als Käufer der "premier edition" wundere ich mich bis heute was dieser ominöse Key für die Beta eines zukünftigen C&C Produkts soll, wenn es schon nicht für Uprising gedacht war
Welches gute Spiele hat keine Addons, gerade im Strategiebereich werden Addons schon vorher eingeplant. Mal schauen, wann ich Zeit finde, RA 3 zu spielen.