Im Jahr 1996 teilte sich das Command & Conquer-Universum in zwei verschiedene Zeitlinien auf. Während die Ur-Reihe die Geschichte um den Tiberiumkonflikt weiter sponn und vergangenes Jahr im heiß ersehnten dritten Serienteil „Tiberium Wars“ kulminierte, startete Ende der 90er mit „Alarmstufe Rot“ eine parallele Geschichte um den Krieg zwischen Russen und alliierten Westmächten.

Zur Überraschung vieler Fans kündigte EA vor einer Woche nun „Alarmstufe Rot 3“ an - und das obwohl die Entwickler mit Patches zu Tiberium Wars, dem ersten Addon Kanes Rache und dem Taktik-Shooter „Tiberium“ eigentlich alle Hände voll zu tun haben müssten. Kann das überhaupt etwas werden? Wir haben die wichtigsten Infos für euch zusammengetragen.

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Der Stil: Völlig abgedreht

Man nehme ein fiktives Kriegsszenario, schmeiße jeglichen Anspruch über Bord, addiere einen Grafikstil, der aussieht, als wäre den Entwicklern die Gold-Master-CD in den Farbeimer gefallen und subtrahiere nachvollziehbare Handlungsfäden oder glaubwürdige Charaktere - fertig ist der wohl skurrilste RTS-Titel seit Erfindung des Genres. Spätestens seit dem zweiten Teil gilt Alarmstufe Rot als die kleine, ungezogene Schwester der Ur-C&C-Reihe.

Command & Conquer Alarmstufe Rot 3 - Hilfe, die Russen kommen: Zum dritten Mal in den Krieg mit Tanya, Kraken und Delfinen.

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Evolution in Serie: So sah Alarmstufe Rot anno 1996 aus.
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Wo die Tiberium-Reihe noch auf ein halbwegs realitätsnahes Sci-Fi-Setting setzt, dreht „Alarmstufe Rot“ den Spieß völlig um und baut stattdessen auf abgefahrene Comic-Schlachten - da können einem dann auch schon Mal explosive Kühe, Killer-Kraken und fliegende Untertassen über den Weg laufen oder in den Zwischensequenzen wahnsinnige Psychokinese-Russen mit biomechanischen Implantaten durchs Bild springen.

Die Ankündigung seitens EA, an diesem Konzept festzuhalten, überrascht also kaum. Laut erster Infos wolle man die grundlegenden Elemente, also den schrägen Stil und das flotte Gameplay der Vorgänger beibehalten, um zusätzliche Features erweitern und vor allem die taktische Tiefe der bunten Schlachten deutlich erhöhen – simple Rushes dürften in Alarmstufe Rot 3 also weitaus seltener zum Erfolg führen.

Packshot zu Command & Conquer Alarmstufe Rot 3Command & Conquer Alarmstufe Rot 3Erschienen für PC, Xbox 360 und PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Das Militär: Bärenstark

Yuri ist besiegt, doch die Rote Armee ist nicht tot zu kriegen. Per Zeitreise-Experiment versucht die Führungsriege der Sowjetunion ihre einstige Macht wieder herzustellen. Natürlich läuft dieser Versuch gehörig schief: Eine alternative Zeitlinie entsteht, in der die Technik eine höchst eigenwillige Entwicklung durchlaufen hat und der Dritte Weltkrieg unaufhörlich wütet.

Command & Conquer Alarmstufe Rot 3 - Hilfe, die Russen kommen: Zum dritten Mal in den Krieg mit Tanya, Kraken und Delfinen.

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Erstmals wieder dabei: Seegefechte mit Kreuzern, U-Booten und Delfinen.
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Was für die einen nach schrulligem Trash-Kino klingt, ist für EA die perfekte Legitimation, um erneut allerhand verrückte Einheitentypen aus dem Kuriositätenkabinett zu entlassen. So darf man sich dieses Mal auf schwer bewaffnete Kriegsbären oder transformierbare Panzer freuen. Doch auch viele bekannte Einheiten feiern ihre Rückkehr – Bombenzeppeline, Tesla-Soldaten oder die beliebten Wachhunde dürfen in Red Alert natürlich nicht fehlen. Besonders cool: Auch Kampf-Amazone Tanya soll wieder mit von der Partie sein.

Worauf man in Tiberium Wars noch verzichten musste, soll dagegen in „Alarmstufe Rot 3“ eine zentrale Rolle spielen – Seekämpfe. In Produktionshäfen stellen wir also wieder Schlachtkreuzer und U-Boote her, wer es besonders schlagkräftig mag, baut sich stattdessen eine schwimmende Inselfestung zusammen. Außerdem dürfen wir uns auf ein Widersehen mit den abgerichteten Delfinen freuen. Übrigens: Jede Einheit im Spiel wird über mindestens eine Spezialfunktion verfügen.

Unterfraktionen, wie sie demnächst im Addon „Kanes Rache“ ihre Premiere feiern, wird es jedoch nicht geben. Laut EA wolle man sich verstärkt auf die Balance der existierenden Einheiten konzentrieren. Man scheint also aus den „Tiberium Wars“-Fehlern gelernt zu haben – da hat es insgesamt neun Patches gebraucht, um den Mehrspielermodus einigermaßen für alle Parteien gleichwertig zu gestalten.

Tiefgründige Taktik-Schlachten gibt’s woanders: Alarmstufe Rot lockt auch beim dritten Einsatz durch schrullige Echtzeit-Strategie zum Mitzwinkern.Ausblick lesen

Die Kampagne: Dreigeteilt

Das neue Alternativsetting gibt den Entwicklern natürlich wieder reichlich Spielraum, um interessante „Was wäre wenn“-Fragen aufzuwerfen. In Teil drei lautet diese: „Was wäre, wenn in dieser neuen Zeitlinie das japanische Imperium nie untergegangen und stattdessen zur hoch entwickelten Supermacht avanciert wäre?“ Die Antwort dürfte Veteranen jubeln lassen: Wie zuletzt in Tiberium Wars, spendiert man nun auch der „Red Alert“-Reihe ihre dritte Fraktion – das japanische Imperium.

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Grafisch noch nicht final: An der Engine soll bis zum Release noch geschraubt werden.
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Die Japaner sollen vor allem auf mächtige High-Tech-Spielereien setzen und einige der stärksten Panzer ins Schlachtfeld führen. Der Einzelspielerpart teilt sich also in drei Kampagnen, die man nun erstmals auch kooperativ durchspielen darf. Im Onlinemodus könnt ihr euch mit einem Freund durch die Missionen schlagen, offline wird euch dagegen wahrscheinlich ein KI-Kommandant zur Seite gestellt.

Natürlich dürfen während der Kampagne auch die berüchtigten Zwischensequenzen nicht fehlen - Details zu den Darstellern gibt es aber bisher nicht. Dafür zum grafischen Korsett: Die SAGE-Engine aus C&C 3 soll erneut zum Einsatz kommen. Laut EA würden die bisherigen Screenshots aber noch nicht die finale Grafikqualität zeigen. Sie stammen aus einer frühen Testphase. Vor allem die Effekte werden noch stark aufgebohrt.