Wir schreiben das Jahr 2010 und blicken auf 15 Jahre Command & Conquer zurück. Als eines der ersten Echtzeitstrategiespiele erblickte Westwoods Erfolgsserie 1995 das Licht der Welt, als der schier endlose Kampf zwischen der GDI und NOD seinen Anfang nahm. Die trashigen Videosequenzen haben dabei schnell Kultstatus erlangt, und besonders Joe Kucan alias Kane faszinierte die Spieler.

Command & Conquer 4: Tiberian Twilight - Auf Wiedersehen Kane! Unser Video Review zum letzten Teil der Serie12 weitere Videos

Kein Wunder, denn der charismatische Bösewicht predigte mit seinem zynischen Humor seinen Sektenanhängern die Weltherrschaft und drohte dem Rest der Welt mit purer Anarchie. Dem gegenüber steht die spießige Global Defense Intiative, kurz GDI, die strikt militärisch durchorganisiert ist und die freie Welt verteidigt. Ähnlichkeiten zum amerikanischen Krieg gegen den Terror sind bei diesem Entstehungsdatum natürlich rein zufälliger Natur.

Command & Conquer 4: Tiberian Twilight - Kane in Conflict

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Scorpions verteidigen eine Struktur der Bruderschaft von NOD.
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Grund für die Auseinandersetzung ist das Kristall Tiberium, das auf einmal überall auf der Erde wuchert. Das grüne und blaue Zeug ist zwar hoch toxisch, lässt Uran als Energiespender aber ungefähr so effizient wie Feuerholz aussehen. Folgerichtig mussten Erntemaschinen her, die als weiterer Faktor den C&C-Kult vorantrieben. Das lag hauptsächlich an den „unterhaltsamen“ KI-Routinen, die man einfach lieben oder hassen muss.

Die schweren Maschinen sind quasi die trägen (und übergewichtigen) Blondchen der Echtzeitstrategie, konnten sie sich an Engpässen doch nicht für Vorfahrtsregelungen entscheiden und fuhren darüber hinaus immer wieder eigenmächtig und sorglos mitten ins feindliche Feuer, um stur ihren Job zu erledigen.

Ernter wurden abgewrackt

Zumindest im Mehrspielermodus wird dieses altbekannte Problem elegant umgangen, was allerdings eine Abkehr vom althergebrachten Gameplay mit sich bringt. Statt abzuerntender Tiberiumfelder gibt es neuerdings Tiberium Network Control HUBs, die in „Capture the Flag“-Manier erobert werden müssen. Hier beginnen die Änderungen, die unter Fans einen Glaubenskrieg von Dimensionen eines Tiberium-Konfliktes auslösen werden.

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Kampf um Hoth? Mit den Crawlern kommt man sich manchmal wie in Star Wars vor.
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Vorbei sind die Zeiten, in denen man die Wege zu den Rohstofffeldern sichern musste, vorbei die Zeiten, sich über die sinnvolle Anzahl der Ernter Gedanken zu machen, und vorbei die Zeiten, Einheiten in Hundertschaften zu produzieren. Mauern und Rushes sind damit Geschichte, stattdessen konzentriert man sich auf Strategie im kleineren Rahmen und nimmt sich Spiele wie Warhammer 40.000: Dawn of War und vor allem Sierras World in Conflict als offensichtliche Vorbilder.

Command & Conquer hat eine Rundumkur erfahren und erstrahlt in jugendlichem Glanze, Verehrer alter Werte könnten damit allerdings unzufrieden sein.Ausblick lesen

Vor jedem Match wählt man nicht nur zwischen GDI oder NOD, sondern auch seine Rolle innerhalb der Truppen. Der Spieler kann dann offensive, defensive oder auch unterstützende Truppen produzieren. Baracken und Fahrzeugfabriken sind dabei auch von der Bildfläche verschwunden, stattdessen stehen mobile Basen, eine Art Mutterschiff namens Crawler, bereit. Wer innerhalb der eigenen Zone Gleiter, Walker, Panzer oder auch Ingenieure produziert, bekommt dabei einen Zeitbonus. Auf der anderen Seite ermöglichen andere Standorte Überraschungstaktiken.

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Gleiter der GDI nehmen eine Verteidigungsstellung von NOD unter Beschuss.
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Bewegen sich die Crawler vorwärts, können sie nur begrenzt Einheiten bereitstellen, und entlassen werden die Truppen erst auf das Schlachtfeld, wenn die Gefährte sich wieder im stationären Modus befinden. Spieler der defensiven Truppen sind außerdem in der Lage, Gebäude zu errichten. Egal, was man ordert, bezahlt wird mit Victory Points, die durch die Tiberium Network Control HUBs produziert werden. Die Zahl der Einheiten wird limitiert, wobei die Grenzen sich durch Forschung ausbauen lassen.

Letzte Tiberiumspuren

Für die Wissenschaft wird es dann doch benötigt, das Tiberium. An einigen Stellen findet man die Kristalle, die neuerdings von jeder Einheit aufgehoben und fortgeschleppt werden können. Auf Knopfdruck explodiert die giftige Substanz oder sie wird zur Aufwertung der Truppen verwendet. Um gänzlich neue Einheiten freizuschalten werden jedoch Erfahrungspunkte benötigt, die durch Erfolge verdient werden.

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Explodierendes Tiberium löst elektrische Störungen aus und führt zur Vernichtung der umstehenden Einheiten.
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Grafisch erinnert Command & Conquer 4 an eine Mischung aus C&C Generäle und Alarmstufe Rot 3. Die Einheiten kommen recht groß gestaltet daher und überzeugen mit fließenden Animationen, die teilweise recht unterhaltsam sind. Wenn ein gigantisches Produktionsfahrzeug einfach die Räder einklappt, um sich im Boden zu verankern, kann man sich ein Schmunzeln kaum verkneifen.

Explosionen und Strahlenwaffen wirken leicht überzeichnet, wodurch eine recht comichafte Atmosphäre aufkommt. Infanterie-Walker, Panzer und Flugzeuge wirken weniger übertrieben und schaffen es, das Flair alter Tage aufleben zu lassen, gerade die vielen bekannten Einheiten sorgen dafür, dass Command & Conquer 4 trotz aller Abweichungen vom Althergebrachten noch als solches zu erkennen ist.

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Großangriff aus der Luft. Szenen wie diese können spielentscheidend sein und oft loggen sich Spieler nach der Niederlage in so einer Schlacht einfach aus.
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Auch die Netzwerktechnik funktioniert schon recht gut. Die Spiele laufen ohne größere Verbindungspausen und auch das Matchmaking stellt keinerlei Problem dar. Neben den Tabs für die Kampagne und den Skirmish-Modus lassen sich entweder eine automatische Verbindung herstellen oder detaillierte Einstellungen vornehmen. Möchte man einfach nur spielen, entscheidet man sich für eine Seite, klickt auf Play, ein Countdown zählt bis zu drei Minuten herunter und in der Zeit sucht das System nach Mitspielern.

Matches werden immer in zwei Teams mit Mitgliedergrößen von einem Spieler bis zu fünf Spielern pro Seite ausgetragen. Im Gegensatz zu World in Conflict fehlt allerdings ein Modus für wenige Spieler. So muss man andauernd seinen Crawler recyceln und die Truppengattung wechseln, um ausgewogen spielen zu können.