In den 90ern waren die Westwood Studios DIE Topadresse für Echtzeitstrategiespiele. Mit Titeln wie "Dune" und "Command and Conquer" erfanden sie quasi über Nacht ein neues Genre und legten so den Grundstein für ihren eigenen Mythos.

Bisher blieben ihre Meisterwerke jedoch nahezu vollständig der PC-Fraktion vorbehalten. Kein Wunder, sind doch Viele der Ansicht, für ein ein komplexen RTS seien Maus und Tastatur zwingend erforderlich, um ein vernünftiges Spielen zu gewährleisten.

Mit "Tiberium Wars" wird sich das nun ändern. Denn laut Aussagen der Entwickler, soll die Konsolenversion nicht nur gleichwertig, sondern sogar besser werden als ihr PC-Pendant! Ist das wirklich möglich? Wir haben die Mutter aller Strategiespiele auf die Probe gestellt…

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Bereits auf dem PC konnte Kane bei unseren Tests überzeugen und war bei der abschließenden Wertung mindestens so ertragreich, wie die beliebten und gleichzeitig umstrittenen Tiberiumsammler. Eine unterhaltsame Story, drei glaubwürdige Fraktionen, großer Spielumfang, interessante Zwischensequenzen und ein überaus kurzweiliger Mehrspielermodus zählten zu den Stärken des Titels.

Command & Conquer 3: Tiberium Wars - Wie fühlt sich das Vorzeige-RTS auf der Konsole an? Wir haben die Probe gemacht!

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Spektakuläre Effekte bekommt ihr auch auf der Konsole zu sehen.
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PC-Spieler können sich kaum vorstellen, ein Echtzeitstrategiespiel auf einer Konsole zu spielen. In der Geschichte der PC- und Videospiele gab es drei Hürden, die für eine potenzielle Konsolenumsetzung unüberwindbar waren: Die erste Hürde war die anfangs fehlende Mehrspieler-Infrastruktur. Das ist ein Thema, das seit Einführung der Dreamcast und später der Xbox längst der Geschichte angehört.

Mausefalle
Hürde Zwei war die niedrige Auflösung und die damit verbundene geringe Übersicht, mit der Konsolenspieler Vorlieb nehmen mussten. Auch das ist ein Problem, das mit der Einführung des HDTV und technisch angepasster Konsolen jüngst gelöst wurde. Die dritte Hürde ist schließlich das Fehlen des "einzig wahren" Eingabegeräts für jeden Echtzeitstrategen - die Maus! Um diese Hürde zu nehmen, war vor allem Kreativität gefragt.

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Die Zwischensequenzen in HD-Qualität entsprechen dem Stil des Urvaters.
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Bereits bei "Der Herr der Ringe: Die Schlacht um Mittelerde" demonstrierten die Entwickler, dass eine Gamepad-Steuerung für ein Echtzeitstrategiespiel durchaus funktionieren kann. Für das neueste Command & Conquer wurde die bewährte Steuerung nochmals überarbeitet. Das Ergebnis ist eine Tastenbelegung, die sämtliche Register zieht und für eine tadellose Kontrolle über das stellenweise recht hektische Geschehen sorgt.

Alles unter Kontrolle
Mit dem linken Analogstick bewegt ihr den Auswahlcursor und somit auch die Kameraperspektive, die sich mit dem rechten Stick zusätzlich drehen und zoomen lässt. Sobald ihr eine Einheit oder ein Gebäude anwählt, öffnet sich per rechtem Trigger ein Auswahlmenü, mit dem ihr Zugriff auf sämtliche assoziierten Optionen habt. Bei dem Bauhof seht ihr hier beispielsweise, welche Gebäude derzeit konstruiert werden können, während ihr bei einem Truppentransporter einen Lufttransport anfordern oder die Infanterie zum Aussteigen bewegen könnt.

Bauen, gruppieren, angreifen!
Sobald ihr den rechten Trigger zieht, habt ihr außerdem Zugriff auf die allgemeine Menüleiste, die rechts neben der Minimap vertikal angeordnet ist. Hier könnt ihr jederzeit und an jedem Ort auf der Karte neue Einheiten in Auftrag geben oder Truppen gruppieren. Die Auswahl des jeweiligen Icons erfolgt bei gehaltenem Trigger bequem per Steuerkreuz. Auch die Fronttasten wurden wohl bedacht belegt - so könnt ihr beispielsweise per Y-Taste direkt zu einem Ereignis springen, das euch per Sprachausgabe gemeldet wurde. Eine weitere Taste sorgt dafür, dass die Kamera die aktuell gewählte Einheit fokussiert und ihr folgt.

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Auch wenn viele Einheiten gleichzeitig unterwegs sind, bleibt die Framerate konstant.
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Auch grafisch zeigt sich C&C für die Xbox 360 von seiner besten Seite. Die bereits von der PC-Version bekannte Präsentation wurde komplett übernommen und sogar noch hier und da um ein paar sehenswerte Effekte bereichert. Selbst bei Gefechten mit reger Beteiligung bleibt die Framerate konstant. Per Analogstick lässt sich das Schlachtfeld auch auf der Konsole beliebig zoomen, wobei ihr beim Herauszoomen noch mehr Übersicht geboten bekommt, als man es von der PC-Version gewohnt ist.

Neue Karten auf dem Marktplatz
Leider unterstützt "Command & Conquer Tiberium Wars" für die Xbox 360 nicht die volle HD-Auflösung von 1080p. Stattdessen werden die Tiberium-Schlachtfelder "nur" in der gewöhnlichen 720p-Auflösung dargestellt, was bei einem RTS besonders schade ist. Um das Spiel gut spielen zu können, solltet ihr auf jeden Fall über einen HD-Fernseher verfügen. Menüs, Schlachtfeld und Zwischensequenzen sind dann allesamt scharf und kontrastreich, so dass ihr das stundenlange Spielvergnügen auch optisch in vollen Zügen genießen könnt. Wir würden uns trotzdem wünschen, dass EA noch eine 1080p-Unterstützung per Onlinepatch nachliefert.

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Wer Übersicht möchte, zoomt per rechtem Analogstick aus dem Geschen heraus.
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Angekündigt wurde dagegen bereits die regelmäßige Bereitstellung neuer Karten auf dem Xbox Live Marktplatz. Hier legt man bei Electronic Arts großen Wert darauf, dass Konsolenspieler gegenüber der PC-Fraktion nicht benachteiligt werden. Wer sich also auf ausgedehnte Gefechte in stetig neuer Umgebung freut, der ist wohl auch mit der Xbox-360-Fassung gut bedient. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob solche Downloads kostenlos sein werden. Exklusiv für die Xbox-360-Version wurden zudem die Mehrspielerspielmodi "Belagerung", "Capture the Flag", "Einnehmen und Halten" und "King of the Hill" konstruiert, die spannende und abwechslungsreiche Onlineschlachten versprechen.