Mehrere Wochen lang herrschte eine Mischung aus Aufregung und Ratlosigkeit in der Echtzeit-Strategiegemeinde. Beinahe täglich schossen neue Meldungen aus dem Boden, die eine eventuelle Command & Conquer 3-Demo ankündigten - ebenso häufig wurden diese meist wieder revidiert. Offizielle Statements blieben aus oder waren derart vage, dass auf einen konkreten Termin kaum zu schließen war.

Und dann: Heute Morgen erschien sie. Wie aus dem Nichts. Die Demoversion zu einer der meistgeliebten Spieleserien aller Zeiten. Download-Server auf aller Welt brechen derzeit unter der Last der Zugriffe zusammen. Die Wartezeiten bzw. der extreme Datei-Umfang dürften nicht jedem schmecken. Wir haben die Probemissionen für euch angespielt und verraten, warum sich die Vorfreude gelohnt hat.

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Es war einmal…
Rückblende: 1995 erscheint ein Spiel, das Maßstäbe setzen sollte. Von der fulminanten Installation über die Filmsequenzen bis zum martialischen Soundtrack - die Art, wie die Mannen von Westwood ihren jüngsten Spross Command & Conquer präsentierten, war damals einmalig. Ein Genre, das anno dazumal noch in den Kinderschuhen steckte, hatte seinen ersten Star. Die nachfolgenden Sequels verspielten jedoch den Fanbonus über die Jahre, es wurde ruhig um die C&C-Reihe. Die Popularität lieb gewonnener Charaktere wie Kane oder Tanja verebbte aber nie.

Command & Conquer 3: Tiberium Wars - Das wird der Ober-Hammer! Ein erster Blick auf das Strategie-Spektakel des Jahres.

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Die Videosequenzen mischen Real- und CGI-Szenen.
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Vergangenes Jahr dann die erlösende Nachricht: Ein dritter Command & Conquer-Teil wird produziert! Und diesmal führt die Geschichte nicht in quietschbunte Paralleluniversen, sondern wirft den Spieler zurück in den Krieg zwischen GDI und Nod. Eine weitere Partei, die Alienrasse der Scrin, sorgt für zusätzlichen Ärger. In den kontaminierten Zonen der vom Tiberium verseuchten Erde rüsten sich die Todfeinde zur letzten Schlacht.

And the Oscar goes to…
Endlich: Die Demo ist da. Mit spitzbübischer Vorfreude sitzen wir vor dem Rechner, klicken nach kurzer Installationsroutine auf ein wohlbekanntes Adler-Desktopsymbol und werden von ersten nostalgischen Gefühlen übermannt, als uns nach dem Start das EA-Logo in verheißungsvollem Tiberiumgrün entgegen strahlt.

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Der charismatische Anführer von Nod ist von den Toten auferstanden.
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Im Hauptmenü angelangt haben wir in der recht umfangreichen Demoversion die Wahl zwischen einem einleitenden Tutorial, zwei Missionen der Solo-Kampagne und dem Skirmish-Modus, der eine spielbare Karte mit sich bringt. Leider können wir in den Probemissionen der Demo lediglich die rechtschaffenen Streitkräfte der GDI befehligen. Die Bruderschaft von Nod und die außerirdischen Scrin heben sich die Entwickler für die Vollversion auf.

Wir entscheiden uns für die Solokampagne, um uns einen Eindruck der Hintergrundgeschichte zu verschaffen. Und da sind sie wieder: die beliebten Videosequenzen, die reale Darsteller mit schicken Computeranimationen verbinden. Tiberium Wars wartet mit allerlei illustren Namen auf. Bereits in der Demo steht ihr unter dem Befehl von Michael Ironside (Starship Troopers, Total Recall), Billy Dee Williams (Star Wars) mimt einen hochrangigen Politiker, und auch Joe Kucan gibt sich wieder als Kane die Ehre.

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Die großen Avatar Warmechs können Waffen eigener Einheiten stehlen.
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Während des Briefings reißt uns plötzlich die Eilmeldung eines Nachrichtensenders aus dem Geschehen: Ein heimtückischer Anschlag zerfetzt die Raumstation der GDI in tausend Stücke, Menschen fliehen in Panik vor zur Erde stürzenden Trümmern, und kurze Zeit später bellt der selbsternannte Messias der Bruderschaft von Nod seine Hasstiraden in die Kamera. Die professionell gefilmten Zwischensequenzen versprühen ordentlich Hollywood-Atmosphäre.

Alles wie gehabt
Während man noch die ersten Szenen verarbeitet, befinden wir uns längst in der ersten Mission auf Seiten der GDI. Über ein kleines Fenster in der rechten, oberen Ecke teilt euch eine junge Dame per Videobotschaft die ersten Einsatzziele mit. Auch EVA ist wieder mit an Bord. In freundlichem, aber bestimmten Ton haucht sie ab und an Statusmeldungen wie "Uplink Engaged" aus dem Off. Das Interface ist ebenso dem Original entliehen wie der Look der Einheiten. Schnell wird klar: Das ist definitiv Command & Conquer!

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Wo die Ionenkanone einschlägt, wächst kein Gras mehr.
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Die frühen Spielminuten erfordern sowohl von Veteranen als auch C&C-Neulingen keine große Umgewöhnung. Auch Tiberium Wars revolutioniert das Genre nicht, sondern baut verstärkt auf die Macht der Präsentation. Also kracht es selbst während kleinerer Gefechte gehörig auf dem Bildschirm, Trümmer fliegen umher, die Luft flirrt unter den Düsen der Orcas und wenn die Ionenkanone zum Einsatz kommt, kommen selbst abgebrühteste Echtzeitstrategen ins Staunen. Dazu scheppern wieder die fetzigen Industrialstücke aus den Boxen, die schon dem Ur-C&C eine besondere militärische Note verliehen.

Grafisch liegt C&C 3 zwar nicht ganz auf der Höhe der Zeit, macht dies jedoch mit stimmiger Atmosphäre wett. Sammler drehen ihre Runden auf giftgrünen Tiberiumfeldern vor der Basis, gelbe Nebelschleier wabern durch die unwirtlichen Kriegsgebiete - die detaillierte Gestaltung der einzelnen Karten weiß stets zu gefallen.