"Leichte links, 80, dann Kehre rechts, nicht schneiden. Kuppe, dann durch Wasser, links halten und schnell rechts, 120 ins Ziel", so oder ähnlich lauten die Ansagen des Co-Piloten in Colin McRae: DIRT 2. Die Konsolenversionen des Offroad-Spektakels konnte uns vor drei Monaten schon mit einer erstklassigen Darbietung und massig Fahrspaß begeistern. Nun ist auch die PC-Version erhältlich und wir sagen euch, ob sich der Kauf für Konsolen-Muffel lohnt.

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Inhaltsgleich zur Konsolenversion

Ein reinrassiges Rallye-Spiel ist Colin McRae: DIRT 2 ja nicht mehr, wie ihr unserem ausführlichen Test der Konsolenversion entnehmen könnt. Viele Offroad- und Extremsportvarianten wurden den reinen Rallye-Wettbewerben hinzugefügt. Für die einen wird damit die Colin-McRae-Serie verwässert, für die anderen wird auf diese Weise mehr Abwechslung und Spaß geboten. Letztlich sind eure eigenen Geschmäcker entscheidend, ob ihr diesen spielerischen Schwenk mitmachen wollt. Inhaltlich ist Dirt 2 auf dem PC übrigens mit den Konsolenfassungen identisch, weshalb wir in diesem Artikel vor allem auf die wenigen Unterschiede eingehen wollen.

Colin McRae: DIRT 2 - Schmutziges Vergnügen: Der PC gibt Vollgas

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Wer die schöne Umgebung zu lange begutachtet, macht schnell einen Abflug.
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PC-spezifische Goodys oder Extras spendiert Entwickler Codemasters nicht und so bietet Colin McRae: DIRT 2 die von der Konsolenvariante gewohnten acht Spielmodi wie Rallye, Raid oder Domination in neun unterschiedlichen Locations auf der ganzen Welt. Insgesamt führen euch 220 Rennen an Orte wie London, Utah, Malaysia, Kroatien oder China und sogar ein Colin-McRae-Gedenkcup, in Erinnerung an den 2007 verunglückten Namenspatron, wird spendiert. Über einen Mangel an Inhalt kann sich hier wirklich keiner beschweren, zumal alle Modi auch in Onlinerennen für bis zu acht Spieler und diverse Leaderboards angeboten werden. Ein Splitscreenmodus gibt es hingegen, wenig überraschend, nicht.

Um euch an den hitzigen Onlineduellen beteiligen zu können, benötigt ihr jedoch zwingend den „Games for Windows“-Service, ohne den ihr übrigens auch keine Spielstände anlegen könnt. An solche Art Mätzchen haben sich PC-Gamer in letzter Zeit leider gewöhnen müssen. Schade, denn zumindest mir will es nicht in den Kopf, warum ich den Spielfortschritt nicht sichern kann, wenn ich lediglich offline zocken will.

Hervorragende Pad-Steuerung

Der Spielablauf ist auf dem Rechenknecht identisch zur Konsole: Mit jeweils sieben computergesteuerten Kontrahenten streitet ihr auf verstaubten und vermatschten Pisten rund um die Welt um den Platz an der Sonne. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad steigt nicht nur die Cleverness der KI-Gegner (die übrigens auch Fehler fabrizieren und ansehnliche Crashs liefern), auch die für Siege und Podiumsplätze ausgeschütteten Erfahrungspunkte und Preisgelder passen sich eurer Auswahl an.

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Die gelungene Cockpitperspektive vermittelt einen sehr guten Renneindruck.
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Diese Individualisierungsmöglichkeiten erlauben es auch Anfängern und Durchschnittsspielern schnell erfolgreich zu sein und das Renngeschehen zu genießen, ohne voller Frust das Pad in die Ecke zu pfeffern. Allerdings empfehlen wir dringend, ein Gamepad zu verwenden, deren Steuerungseigenschaften hervorragend an den PC angepasst wurden. Die Tastatursteuerung funktioniert zwar im Großen und Ganzen solide, wirklich konkurrenzfähig seid ihr damit aber nicht.

Dirt 2 wirbelt auch auf dem PC mächtig Staub auf! Rallye- und Offroad-Fans kommen an diesem Titel nicht vorbei.Fazit lesen

Wem aber auch der leichteste Level noch zu schwierig ist oder wer in der letzten Kurve eines Acht-Runden-Rennens einen Konzentrationsfehler begeht, muss nicht verzweifeln: Dank Rückblende-Funktion dürft ihr, abhängig vom Schwierigkeitsgrad, bis zu fünf Mal pro Rennen das Geschehen für etwa zehn Sekunden zurückspulen und Fehler ausmerzen. Bei dieser Gelegenheit habt ihr auch genügend Zeit, die tollen Landschaften, Grafikeffekte und das detaillierte Wagen- und Schadensmodell zu begutachten, wofür im Eifer des Gefechts meist zu wenig Zeit bleibt. Denn in Sachen Optik hat die PC-Version deutlich die Nase vorn.

Traumhafte Optik

Texturen sind viel detaillierter, die Beleuchtung mit schönen Licht/Schatten-Spielereien und Lensflare-Effekten, aufgewirbelter Staub, herumspritzender Matsch und Wasser - alles wirkt schöner und realistischer. Wer bereits über eine DirectX11-Grafikkarte verfügt wird sich darüber freuen, dass Colin McRae: DIRT 2 eines der ersten Spiele ist, dass in noch hübscherer Optik erblüht und von dieser Unterstützung profitiert.

Colin McRae: DIRT 2 - Schmutziges Vergnügen: Der PC gibt Vollgas

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Natürlich wird auch jede Menge Staub und Matsch aufgewirbelt!
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Schade ist allerdings, dass das sehr gute Schadensmodell der Rallye-Rennwagen und Offroad-Buggys nur sehr wenig Einfluss auf das Handling der Fahrzeuge hat. Abgesehen von leichten Handicaps bei der Steuerung der Vehikel, wirken sich selbst schwere Schäden kaum negativ auf eure Siegchancen aus.

Rennspielfans werden sich aber freuen, dass sie das hervorragende Geschwindigkeitsgefühl auch aus einer ansehnlichen Cockpitperspektive erleben dürfen, die ein sehr intensives Fahrgefühl vermittelt, wenn sie auch nicht ganz an die tollen „Need for Speed: Shift“-Innenräume herankommt. Erwähnenswert ist zudem die überaus stabile Framerate, die so gut wie nie unter 30 Frames fällt oder ins Wackeln gerät. Selbst bei maximalen Einstellungen sollte ein Mittelklasse-Rechner keine Performanceprobleme bei Dirt 2 bekommen.

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Der Name ist Programm!
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Einziger Wermutstropfen: Auch am PC lassen sich die Rennaufzeichnungen nur zum Bestaunen der Optik verwenden und nicht abspeichern. Im Gegenzug sorgt ein guter Punkrock-Soundtrack für eine rasante Hintergrundbeschallung, während röhrende Motoren und sehr gute Umweltgeräusche eure Boxen zum Glühen bringen und somit das unterhaltsame Gesamtpaket perfekt abrunden.

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