Fans des Rennspielgenres werden dieses Jahr besonders verwöhnt. Nach dem grandiosen Forza Motorsport 2 schicken nun auch die schottischen Entwickler von Codemasters ein neues Colin McRae ins Rennen. Eine eigens entwickelte Grafik- und Physikengine sollen der Neuauflage frischen Wind in den Kühler pusten - wir setzen den Helm auf und begeben uns auf die Piste!

Wer erstmalig von Codemasters neustem Rennspiel gehört hat, dem ist zunächst der fehlende Namenszusatz "Rallye" aufgefallen. Stattdessen schmückt ein "Dirt" den Titel und der ist auch Programm. Statt sich wie bei den Vorgängern auf die Rallye-Weltmeisterschaft zu beschränken, dürft ihr nun mit unterschiedlichen Gefährten auf die Pisten gehen und dabei Sand, Staub, Matsch und vieles mehr aufwühlen.

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Ungewohnte Vielfalt!
Kern des Spiels ist ein Karrieremodus, bei dem ihr euch durch pyramidenförmig angeordnete Events kämpft. Zunächst sind nur ein paar wenige Wettbewerbe freigeschaltet doch je erfolgreicher ihr seid, desto größer wird die Auswahl. Interessant ist auch hier die Vielfalt - Zeitfahren, klassische Rallye, Etappenrennen, Rallyecross auf Rundkursen gegen Gegner, Bergrennen und vieles mehr sorgen für Abwechslung und gute Unterhaltung.

Colin McRae: DIRT - Ein Rennspiel, das viel Staub aufwirbeln wird: DIRT fährt sich an die Genrespitze

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Leider könnt ihr die teils durchaus sehenswerten Wiederholungen nicht abspeichern.
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Gut spürbar ist die Spannung des Rallyesports - statt großzügiger Auslaufzonen und Kiesbetten erwarten euch hier atemberaubende Abgründe und massive Bäume, die keinen Fahrfehler verzeihen. Für Spannung bis auf den letzten Meter ist also durchaus gesorgt! Wie nicht anders zu erwarten, punktet das Spiel vor Allem bei der Fahrphysik und dem daraus resultierenden, sehr realistischen Fahrverhalten.

Zwar bleiben die Boliden selbst im höchsten Schwierigkeitsgrad stets kontrollierbar, ein Über- beziehungsweise Untersteuern und authentische Charakteristik basierend auf den unterschiedlichen Fahrzeugmassen sind allerdings gut spürbar. Ebenfalls interessant ist der große Einfluss des Bodenbelags auf die Haftung der Reifen. Ärgerlich ist, dass ihr im neusten Teil nicht mehr aus verschiedenen Gummierungen wählen könnt.

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Variable Herausforderungen
Wer gerne am Setup feilt, kommt allerdings trotzdem nicht zu kurz. Radsturz, Spurwinkel, Federn, Radaufhängung, Getriebe, Bremsen, Differentiale, Abtrieb und Stabilisator dürfen allesamt modifiziert werden. Obwohl ihr auch mit dem jeweiligen Standardsetup an die Spitze fahren könnt, ist Feintuning bei der Jagd nach Bestzeiten häufig das Mittel der Wahl. Damit nicht nur gelernte KFZ-Meister auf ihre Kosten kommen, wird jede einzelne Einstellung auf Wunsch per Tastendruck ausführlich und verständlich per Sprachausgabe erläutert.

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Das Fahren mit solchen Buggys ist eine willkommene Abwechslung.
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Der Schwierigkeitsgrad lässt sich sowohl bei Einzelrennen als auch im Karrieremodus jederzeit variieren. Vor jedem Rennevent habt ihr die Wahl aus fünf verschiedenen Einstellungen, die neben dem Können der Gegner auch die Empfindlichkeit eures Fahrzeugs und das Preisgeld beeinflussen. Wer also das Talent der Konkurrenz reduziert, erhält am Ende auch entsprechend weniger Siegesprämie, von der ihr euch neue Vehikel und Lackierungen leisten könnt.

Authentische Aussicht
Bevor wir auf die grandiose Grafikengine zu sprechen kommen, möchten wir dem schicken und zugleich übersichtlichen Menüdesign ein großes Lob aussprechen. Sämtliche Optionen bewegen sich auf verschiedenen Ebenen, so dass ihr dreidimensional durch die Menüs navigiert. Startet ihr das Spiel zum ersten Mal, erhaltet ihr zudem viele interessante Informationen, die gut verständlich eingesprochen wurden und auch bei Neueinsteigern keine Fragen offen lassen.

Für die Darstellung des Renngeschehens kommt die eigens entwickelte Neon Engine zum Einsatz. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen, denn Colin McRae Dirt ist das bislang wohl prächtigste Rennspiel auf der Xbox 360. Wie gewohnt werden vor Allem die Fahrzeuge ins richtige Licht gerückt. Polygonreiche Modelle, deren Lack das Licht und die Umgebung imposant reflektiert und im Laufe des Rennens sichtlich verschmutzt, erfreuen das Spielerauge. Auch die weitläufige Streckengrafik weiß zu gefallen, wirkt allerdings aufgrund weniger Schaulustigen recht unbelebt.

Mangelnder Niederschlag
Ein absolutes Highlight ist die neue Cockpitperspektive, bei der ihr das gesamte Fahrzeuginterieur zu Gesicht bekommt. Bei der Zieleinfahrt und einer speziellen Kameraperspektive in den Wiederholungen seht ihr sogar euren Beifahrer, der angestrengt in seine "Bibel" schaut und euch die Kurven ansagt.

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Auch aus der Cockpitperspektive macht Buggyfahren Spaß!
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Ebenfalls gelungen ist das Schadensmodell, das sowohl optische als auch spielerische Auswirkungen mit sich bringt. Neben Kratzern, Beulen und zerberstenden Scheiben, bleiben ganze Fahrzeugteile auf der Strecke. Neu ist, dass ihr sogar Streckenobjekten wie Leitplanken, Werbeschildern und Vegetation sichtbaren Schaden zufügen könnt.

Bei all der Grafikpracht waren wir ein wenig enttäuscht darüber, dass es weder Schnee noch Regen zu sehen gab. Zwar dürft ihr auch gelegentlich über bereits nasse Strecken brettern, doch den Niederschlag gibt es nicht zu bestaunen. Winterliche Flocken, die der Szenerie noch das grafische i-Tüpfelchen aufsetzen würden, fehlen ebenfalls.

Colin McRae: DIRT - Ein Rennspiel, das viel Staub aufwirbeln wird: DIRT fährt sich an die Genrespitze

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Viele Streckendetails werden erst in der Verlangsamung deutlich.
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Auch beim Onlinespiel wurde ein wenig abgespeckt - statt sich unmittelbar mit Gegnern auf einer Strecke zu tummeln, kommt es hier lediglich zum Zeitvergleich. Wer sich also auf actionreiche Wettrennen gefreut hat, wird ziemlich enttäuscht sein. Schade, denn viele Events im Einzelspielermodus zeigen deutlich, wie interessant Rennen mit mehreren Fahrzeugen sein können.