Cold War (PC-Review)
von Patrick Streppel

Was kommt heraus, wenn man Splinter Cell mit MacGyver kreuzt? Wie schlägt sich ein Journalist, der im Russland des kalten Krieges seine Unschuld beweisen muss? Das Action-Scheichspiel Cold War übernimmt das Spielprinzip seines großen Vorbilds und vermischt es

mit kleinen Innovationen. Im Test verraten wir, ob Dreamcatcher wirklich neue Wege geht oder nur lauwarm altbekanntes auftischt.

Schleich-Spiele gibt es inzwischen wie Sand am Meer - auf Konsolen ohnehin und inzwischen auch auf

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Cold War - Paparazzi mit der Lizenz zum Töten!

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dem PC. Doch wie unser Check zeigt, steht Abseits von Solid Snake und Sam Fisher vor allem auch viel Schrott in den Läden. Was also machen Genre-Fans, die seit Chaos Theory auf dem Trockenen sitzen? Mit Cold War liefern der kanadische Publisher Dreamcatcher und der polnische Entwickler-Newcomer Mindware nach einjähriger Verzögerung nun eine überraschend gute Alternative, auch wenn das Spiel nicht das Führungsduo vom Thron stoßen kann.

Allein hinter dem eisernen Vorhang
Moskau, Mitte der 80er. Der Kalte Krieg steht kurz vor seinem Ende, USA und UDSSR nähern sich langsam aber sicher an.

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Politischer Druck aus Europa und wirtschaftliche Probleme zwingen die Erzfeinde an den Konferenztisch - sehr zum Unwollen der Geheimdienste, die das Schwinden ihrer Macht befürchten. Als ein geheimes Treffen zwischen Vertrauten des Präsidenten ansteht, da wittert der KGB seine Chance, das Verhältnis zwischen den Staaten zu erschüttern. Doch wie sollte der Sündenbock aussehen?

Mathew Carter ist ein gewöhnlicher Journalist auf der Suche nach der Story seines Lebens. Nachdem der Amerikaner bereits in Berlin tief in den Machenschaften des KGB gerührt hat, führt ihn ein Informant in das Herz der Sovjet-Union.

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Dort, so heißt es, treffen sich die Präsidenten der USA und UDSSR - wenn er dies belauschen und darüber berichten könnte, wäre ihm der Pulitzerpreis sicher!

Carter schleicht sich also an den Ort des Geschehens und geht hinter einer Statue in Stellung, doch als er ein erstes Foto schießen will, geschieht das unfassbare: Jemand hat seine Kamera gegen ein nicht ganz handelsübliches Exemplar getauscht, das Energieblitze verschießt. Ein Feuerlöscher geht hoch und Carter fliegt auf. Wie bestellt taucht der Chef des KGB auf und beschuldigt den überraschten Journalisten, ein Agent des CIA mit einem Attentatsauftrag zu sein.

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Gemeinsam mit den Beratern des Präsidenten wird er im Gefängnis weggesperrt, die Zukunft der Verhandlungen ist offen.

Flucht à la Fisher
Doch wie es der Zufall will, können Carter und einer der Berater ihren Zellen entkommen. Nun gilt es die Verschwörung aufzudecken - denn nur so kann der Spieler seine Unschuld beweisen. Zunächst also steht die Flucht aus dem Gefängnis an und gleich hier werden die Ähnlichkeiten zu Splinter Cell deutlich: Der Protagonist wird aus der 3rd-Person Perspektive heraus gesteuert, kann wahlweise joggen oder schleichen, sich ducken oder

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schießen, wobei wir ihm ganz wie Sam Fisher über die Schulter schauen. So agil wie der Top-Agent ist unser Journalist jedoch nicht: Carter kann weder springen, noch klettern - von Aktionen wie dem berühmten Grätschsprung ganz zu schweigen.

Das passt zwar zum Szenario des Spiels (der Idee, dass nicht ein Super-Agent, sondern ein gewöhnlicher Journalist in Moskau strandet), macht das Gameplay aber auch relativ simpel. Bei Cold War kann man nicht mal hinter Wänden hervorspähen, was das Schleichelement leider deutlich einschränkt.

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Genre-typisch bietet das Spiel Anzeigen für die Sicht- und Hörbarkeit des Spielers - werden wir bemerkt, lösen die Wachen den Alarm aus. Wie gehabt sind Schatten das wichtigste Spielelement: Wer sich von einer dunklen Ecke in die nächste wagt sowie die Blickfelder der Wachen meidet, der kommt meist ohne Schusswechsel ans Ziel.

Schade: Die hübsche Grafik-Engine verfügt über Echtzeit-Schatten, aber kein vollständig dynamisches Licht. Damit ist es im Gegensatz zu Splinter Cell nicht möglich, Lampen auszuschalten bzw. auszuschießen, was natürlich den taktischen Spielraum arg reduziert.

Bitte lächeln!
Was Cold War von der Konkurrenz abhebt, sind die interessanten Gadgets: Da wäre in erster Linie Carters Kamera zu nennen, die Energieblitze verschießt und als Röntgengerät fungiert. Richtig gelesen: Wer durch das Objektiv schaut, erkennt Objekte und Personen hinter den unmittelbaren Wänden.

Damit ist es möglich, Feinde in Räumen neben oder über dem Spieler zu erkennen und entsprechend auszuweichen - oder aber Fallen zu legen. Ähnlich wie bei Far Cry Instincts dürfen wir den Boden mit Minen pflastern und Gegner mit einem Fingerschnippen anlocken - eine schöne Explosion ist die Folge.

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Die Gegenstände in unserem Arsenal werden jedoch nicht einfach gefunden, sondern von Carter in alter McGuyver-Tradition selbst zusammengebaut: Aus Munition und Plastikflasche werden harmlose Plastikgeschosse, aus Lappen und Ätherflasche ein betäubendes Tuch oder aus Munition und Schrauben gar Panzerbrechende Geschosse. Um so etwas herzustellen, benötigen wir nicht nur die richtigen Teile, sondern auch die passenden "Baupläne". In der Praxis ist das Zusammenbauen zwar nur ein einfacher Click auf das Symbol des Endprodukts (der am Anfang witzig, mit der Zeit jedoch eher zur Pflichtübung wird), die viel wichtigere Entscheidung ist jedoch was man damit herstellen möchte.

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Je nach Gusto dürfen wir eher vorsichtig oder aggressiv vorgehen und bei den begrenzten Einzelteilen sollte unsere Ausrüstung der Spielweise Rechnung tragen.

Multitalent
Wie es sich für ein Schleichspiel gehört, nähern wir uns klassisch von hinten und schalten Gegner durch einen Schlag kurzfristig aus - wollen wir die Jungs länger außer Gefecht setzen, helfen eine Betäubungsspritze oder gar eine Bleiinjektion. Der taube Körper wird dann tunlichst auf die Schulter gehoben und in einer dunklen Ecke versteckt. Wer es wild mag und gute Reflexe hat, der kann Cold War jedoch auch actionorientiert spielen und Gegner mit gezielten

Kopfschüssen von der Bildfläche putzen: Waffen wie die AK-74 sowie die passende Munition sind bei geschicktem Vorgehen ausreichend vorhanden, auch wenn eine friedlichere Spielweise die Nerven schont. Die Spielzeit ist mit 8 bis 10 Stunden ohnehin nicht die längste, ein Auto-Save macht Trial-and-Error Passagen zu einer Kleinigkeit.

Die Missionsziele in Cold War sind abwechselungsreich: Laser-Strahlen können nicht übersprungen, sondern müssen mit dem richtigen Schalter deaktiviert werden - ähnliches gilt für Sicherheitskameras. Mal müssen wir durch Lüftungsschächte den richtigen Weg finden oder uns in Schränken verstecken, dann muss ein Tresor geknackt oder ein Kollege beschützt werden.

Schade, dass die Gestaltung der Level dem nicht ganz Rechnung trägt: Die Räume sind linear angeordnet und wiederholen sich stark, die grundsätzlichen Szenarien wie das Gefängnis, der Kreml oder Tschernobyl sehen sich allesamt recht ähnlich.

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Prachtoptik mit kleinen Macken Positiv überrascht waren wir von der Grafik: Zwar kommt diese durch das fehlende Echtzeit-Licht nicht ganz an aktuelle Ego-Shooter oder Splinter Cell: Chaos Theory heran, von diesem Manko abgesehen sieht das Spiel jedoch klasse aus.

Partikeleffekte für leichten Nebel und atmosphärisch schimmerndes Licht, nette Explosionen, der coole X-Ray Modus und insgesamt aufwendig gestaltete Level sind ein Fest für die Augen. Dabei läuft das Spiel auch in hohen Auflösungen auf moderaten Rechnern - schade nur, dass die Animationen der Charaktere ein wenig steif geraten sind.

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Auch die Zwischensequenzen fanden wir gewöhnungsbedürftig: Statt In-Game Szenen werden animierte Comic-Strips eingeblendet, die sicherlich nicht jedermanns Geschmack sind und einen Bruch zum Gameplay darstellen Gelungen sind hingegen die deutsche Vertonung sowie die Musikkulisse.

Ein Wort noch zum Schwierigkeitsgrad: Cold War ist unserer Meinung nach deutlich einfacher als Splinter Cell, aber dadurch gerade für Actionspieler geeignet, denen Fishers Abenteuer zu hart sind (wer mag, kann auch hier mehr ballern als schleichen). Für Schleichexperten bietet sich aber eine der Bonus-Runden an, in der wir die Levels entweder ohneGewaltanwendung, Alarme oder innerhalb einer bestimmten Zeit absolvieren müssen.

Schleichspiele auf dem PC Die Tops und Flops

Kitty Hawk vom deutschen Entwickler Similis war 2002 eines der ersten Schleichspiele auf dem PC - doch den Bochumern gelang es nicht, die Formel von Metal Gear Solid zu übertragen. Die blonde Hubschrauberpilotin bewegte sich steif und hatte mit doofen Gegnern zu kämpfen - lediglich das "Bösewicht besetzt Insel"-Setting ließ frühes Far Cry-Flair aufkommen.

Splinter Cell ist auch heute noch der Favorit unter den Schleichspielen. Mit seinem ersten Abenteuer machte sich Sam Fisher 2003 einen Namen, inzwischen bereitet er sich auf sein viertes Abenteuer vor. Ubisoft Montreal ist es zu verdanken, dass die MGS-Formel auf dem PC Karriere machte.

Mit Tom Clancy hat das ganze zwar nichts zu tun, dafür aber punktet das Spiel mit relativ realistischem Gameplay und Grafik.

Mit Metal Gear Solid 2 ist inzwischen auch Konamis Original für den PC erhältlich - das Abenteuer von Solid Snake wirkt zwar in Punkto Steuerung und Grafik arg "konsolig", ist nach Splinter Cell aber wohl die zweite Wahl für alle Genre-Fans. Klasse designte Level, eine simple und doch packende Spielmechanik sowie ausgiebige Zwischensequenzen sind die Erfolgsfaktoren.

Augustus war ein Schleichspiel basierend auf der ZDF-Serie "Im Auftrag des Kaisers" (der Name war kurz vor der Ausstrahlung geändert worden) - grafisch und spielerisch war der Titel jedoch eher ein Witz.

Stolen vom kanadischen Publisher Hip Interactive

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kombinierte das Schleichspiel-Prinzip mit einer sexy Protagonistin - das hatte bei Tomb Raider doch auch funktioniert! Nun, bei Stolen klappte es nicht, denn Probleme mit der Steuerung und eine eher unterdurchschnittliche Grafik verhagelten den Erfolg.

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