Cold Fear (PS2-Test)
(von Andreas Spies)

Seit bestehen der »Resident Evil«-Reihe konnte kein Videospiel mehr Zocker in seinen Bann ziehen, als die von der japanischen Softwareschmiede Capcom entwickelten Blockbuster. In Kürze ziert der vierte Teil der berühmten

Franchise die Regale unserer heimischen Händler, der vorerst aber nur für GameCube veröffentlicht wird. Xbox- und PlayStation 2-Jünger müssen ihre Begierden deshalb anders stillen, so dass die Veröffentlichung von »Cold Fear« genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt.

Cold Fear - Movie TrailerEin weiteres Video

Der von Darkworks entwickelte Titel ist nämlich ebenfalls im Genre des Survival-Horrors angesiedelt und entführt euch auf einem russischen Seelenverkäufer in die schier unendlichen Weiten der Weltmeere. Wir haben die PlayStation 2-Version unter die Lupe genommen und sagen euch, ob sich der Horror-Trip auf hoher See wirklich lohnt.

Storytechnisch präsentiert sich uns mit »Cold Fear« nichts wirklich Neues: Als junger Mann werdet ihr plötzlich mitten aus dem alltäglichen Leben gerissen um schließlich zahlreiche Bösewichtern, Monstern und Zombies das Fürchten zu lehren. Diesmal schlüpft ihr in die Haut von Tom Hansen, der im Dienst der US-Küstenwache für Recht und Ordnung sorgt. Während einer Patrouillenfahrt empfängt der Beamte das Notsignal eines in Seenot geratenen Wahlfängers.

Wie es sich für einen angehenden Helden gehört, begibt sich Hansen natürlich umgehend zu den letzten

bekannten Koordinaten des russischen Seelenverkäufers, um die Besatzung vor dem sicheren Tod zu bewahren. Dass dieser Einsatz kein Zuckerschlecken wird, ist dem Helfer bereits von Anfang an bewusst. Doch mit Betreten des havarierten Schiffes beginnt für den Seemann ein absoluter Alptraum, wie er ihn sich selbst in seinen kühnsten Vorstellungen nicht ausgemalt hätte. Zum einen herrscht über dem Nordpazifik nämlich ein riesiger Sturm, zum anderen ist die Crew mit Hansens Rettungsversuch nicht einverstanden: Urplötzlich eröffnen die Matrosen das Feuer auf unseren Helden und mutieren zu blutrünstigen Zombies - ein Kampf gegen den scheinbar sicheren Tod beginnt.

Schaukelpartie des Grauens
Seit ihr nach einer einleitenden Intro-Sequenz endlich im Spielgeschehen angekommen, präsentiert sich euch ein schauderhaftes Bild: Der ziemlich heruntergekommene Kutter befindet sich in der Gewalt der tosenden See und droht durch haushohe Wellen in

Cold Fear - Was bietet der Horror-Trip auf hoher See wirklich?

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alle Einzelteile zerschmettert zu werden. Bereits nach den ersten Gehversuchen auf Deck des manövrierunfähigen Friedhofs wirkt sich der stürmische Seegang auch merklich auf die Steuerung aus. Verantwortlich dafür sind die Wetterverhältnisse in »Cold Fear«, die sich direkt auf das Verhalten eures Protagonisten auswirken und das Vorankommen nicht gerade beschleunigen. Peitscht euch zum Beispiel eine heftige Sturmböe ins Gesicht, verdeckt Hansen mit seinem Arm das Gesicht und bahnt sich in geducktem Schritt seinen Wegüber das Oberdeck. Steuert ihr euren virtuellen Helden hingegen nahe an die Rehling heran, während eine Welle an die Schiffswand schlägt, landet ihr im schlimmsten Fall in der todbringenden See und müsst den Kampf vom letzten Save-Point aus wieder neu angehen. Die Umgebung in »Cold Fear« verändert sich also ständig und wird somit zu einem unberechenbaren Faktor im Kampf gegen das Böse.

Packshot zu Cold FearCold FearErschienen für PS2, XBox und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Brachiale Waffengewalt
Natürlich steht euch in »Cold Fear« auch eine Vielzahl an Waffen zur Verfügung, mit denen ihr euren Kontrahenten gehörig einheizen könnt.

Obwohl zu Beginn nur eine normale Pistole samt Laserzielvisier als Lebensversicherung fungiert, finden sich später auch weitere Schießeisen in eurem Repertoire. Dazu gehören unter anderem Sturmgewehre und Granaten. Wer es hingegen gerne ein wenig heißer hat, kann später auch auf einen Flammenwerfer zurückgreifen.

Aber Vorsicht: Wer den tödlichen Feuerstrahl in Außenlevels gegen den Wind abfeuert, wird selbst gegrillt. Bei den ganzen Schusswechseln dürft ihr allerdings nicht vergessen, dass sich das Schiff in ständiger Bewegung befindet. Somit stellt es sich nicht immer als einfach heraus, euren Widersachern mit einem gezielten Schuss den Garaus zu machen. Deshalb findet ihr an verschiedenen Punkten der Karte Geländer oder andere Gegenstände, an denen ihr euch festklammern könnt um annahende Gegner mit einer gezielten Salve zu eliminieren.

Gegnervielfahlt? Fehlanzeige!Nachdem ihr im ersten Spielabschnitt des Third-Person-Shooters zahlreichen russischen Wachmännern und grässlichen Zombies das Lebenslicht ausgeblasen habt, erwarten euch im zweiten Teil spinnenähnliche Wesen und andere Mutanten. Während ihr eine geheime und weit abgelegene Bohrinsel erforscht, die Gerüchten zufolge für illegale Forschungszwecke genutzt wird, macht ihr mit weiteren

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unheimlichem Gesindel Bekanntschaft: Beispielsweise können einige Kreaturen mit der Umgebung verschmelzen, während sich eine andere Züchtungsvariante die Dunkelheit zu Nutze macht. Insgesamt trefft ihr in »Cold Fear« aber leider auf verhältnismäßig wenig verschiedene Arten von Gegnern, so dass in diesem Bereich kaum Abwechslung geboten wird.

Blutige Sache
Eines wird euch gleich nach den ersten Gefechten mit der Höllenbrut klar: Bei »Cold Fear« setzen die Entwickler von Darkworks auf ein ungewohnt hohes Maß an exzessiver Gewaltdarstellung, so dass während

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des Spielgeschehens literweise virtuelles Blut vergossen wird: Kreaturen ohne Kopf und verkrüppelten Gliedmaßen dominieren ebenso das Bild wie Blutspritzer auf der Linse der Kamera, durch die ihr das Geschehen verfolgt. Dabei wirken explodierende Schädel, die von einem Projektil getroffen wurden, für manche Geschmäcker fast schon zu brutal. Aus diesem Grund wurde der Titel von den Mannen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) auch mit einem "Ohne Jugendfreigabe"-Rating versehen. Zurecht, denn dieser Horror-Shooter gehört mit Sicherheit nicht in die Hände minderjähriger Videospieler.

Auf grafischer Ebene braucht sich der von Publisher Ubisoft vertriebene Titel aber nicht vor Genre-Kollegen zu verstecken: Vor allem die Wettereffekte sorgen oftmals für großes Staunen.

Der niedergehende Regen bildet beispielsweise Tröpfchen auf der Kameralinse, während das tosende Meer mit seinen Killer-Wellen für einen größeren Realitätsgrad sorgt und auch einiges zur Atmosphäre beiträgt. Abgesehen von wenigen Frameeinbrüchen während des Spielverlaufs und dem eintönigen Missionsdesign haben die Programmierer auf diesem Gebiet ganze Arbeit geleistet.

Auch soundtechnisch gibt es bei »Cold Fear« wenig zu beanstanden: Für die Synchronisation der deutschen Version engagierten die Entwickler professionelle Sprecher, die ihre Aufgabe auch gewissenhaft erledigt haben. Insgesamt kann sich in dem Shooter eine gute Atmosphäre aufbauen, die gegen Ende des Spiels aber immer mehr in wilden Schießereien untergeht. Natürlich bietet der Titel auch einige Schock-Momente, die von den Programmierern aber relativ sparsam eingesetzt wurden. Trotzdem führen plötzlich auftauchende Monster das eine oder andere Mal zu einer erhöhten Pulsfrequenz, die durch eine düstere Musikuntermalung weiter gepusht wird.Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:

+ gute Atmosphäre + beeindruckende Wettereffekte + vier Schwierigkeitsgrade

Contra:

- eintöniges Level- und Monsterdesign - keine Übersichtskarte der Map - anfangs problematische Steuerung - teilweise KameraproblemePro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:

+ gute Atmosphäre + beeindruckende Wettereffekte + vier Schwierigkeitsgrade

Contra:

- eintöniges Level- und Monsterdesign - keine Übersichtskarte der Map - anfangs problematische Steuerung - teilweise Kameraprobleme