Codename: Panzers - Phase Two (PC-Test)
von Thomas Bayer

"Runter" brüllt es durch die flirrende Wüstenhitze. Die Soldaten schmeißen sich in den staubigen Wüstenboden, da blitzt nur wenige Meter entfernt bereits die erste Explosion auf. Bis die FLAK in

Stellung gebracht ist und das Feuer erwiedern kann, liegt bereits der halbe Zug tot in der Wüste. Der Feind hat es mal wieder geschafft, uns mit seinem Luftangriff zu überrumpeln. "Mist", denken wir - nächstes Mal verzichten wir besser auf den einen oder anderen schwerfälligen Panzer und kaufen lieber gleich mehrere Flugabwehrkanonen.

Codename: Panzers Phase Two - E3 Trailer

Wer »Codename: Panzers - Phase One« nicht gezockt hat, dürfte sich jetzt über die blöden Redakteure wundern, die in ihren Fabriken keine zusätzlichen FLAKs produzieren lassen. Schließlich ist »Phase Two« ja eine Echtzeitstrategie-Titel. Und da sollte es Hobby-Feldherren ja wohl möglich sein, eine Basis aus dem Boden zu stampfen und fleißig Truppen auszuheben. Denkste!

Bereits im Vorgänger war für Fans des Mottos "Baue möglichst viele Einheiten vom Typ X und plätte damit den Gegner" Anschauungsunterricht in Sachen taktischer Kriegsführung angesagt. Teil zwei knüpft daran nahtlos an. Und wie! Aber immer schon der Reihe nach.

Siebenmal sieben
Wie schon der Vorgänger ist auch »Codename: Panzers - Phase Two« in einem WWII-Setting angesiedelt. Statt in Mitten von grünen Wiesen und plätschernden Bächen zu kämpfen, verschlägt es den Spieler dieses Mal zunächst in die erbarmungslose Hitze der afikanischen Wüste. Ihr schlüpft in die Rolle des Italieners Dario de

Codename: Panzers Phase Two - Panzers: Geil! - Immer noch?

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Angelis, der auf der Suche nach seinem Bruder Sergio ist. Sergio ist ein italienischer Kriegsheld, dessen Flugzeug über feindlichem (sprich: britischem) Territorium abgeschossen wurde. Das abgestürzte Flugzeug ist schnell gefunden, aber Mr. Pasta kommen die Pläne des Oberkommando in die

Quere. So muss er erstmal damit Vorlieb nehmen, den Briten mit Hilfe der Deutschen (verkörpert von Muster-Kraut Hans von Gröbel) kräftig in den Allerwertesten zu treten. Neben den zwei Kampagnen auf Seiten der Achsenmächte bzw. der Alliierten spendierte Entwickler Stormregion Phase Two eine Bonuskampagne, bei der der Spieler die Reihen der Partisanen befehligt.

Die Handlung schwenkt im Laufe des Spiels auch nach Jugoslawien und Italien, wo »Phase One«-Veteranen auf bekannte Gesichter treffen. So sind neben den Alliierten Jeffrey S. Wilson und James Barnes auf Aleksander Vladimirov und der Partisanführer Farvan Pondurovic mit von der Partie.Taktik a la carte
Durch den nicht vorhandenen Basisbau muss nahezu jede Mission mit den Truppen absolviert werden, die der Spieler zu Beginn auswählt. Nachschub während der Kämpfe ist Mangelware, materialschonendes Vorgehen ist also angesagt. Neben dem Hauptziel existieren stets optionale und geheime Aufgaben, die tunlichst erfüllt werden sollten.

Packshot zu Codename: Panzers Phase TwoCodename: Panzers Phase TwoErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Denn am Ende der Mission folgt die Abrechnung, wo neben einer Gesamtpunktzahl auch "Fame"-Punkte verteilt werden. Dieser virtuelle Ruhm darf vor der nächsten Mission in zusätzliche Truppen und Equipment investiert werden. So kauft ihr FLAKs, Panzer und Versorgungs-

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LKW's und drückt euren im Kampf gegen Panzer reichlich chancenlosen MG-Schützen flugs ein paar Molotow-Cokctails in die Hand. Die Folge?

Gegrillte Panzerbesatzung am Spieß und ein zusätzlicher Panzer für eure Truppen, sobald das Stahlungetüm ausgekühlt ist. Gegenüber dem Vorgänger sollte verstärkt auf ausreichende Munitionsversorgung Wert gelegt werden. Denn die teilweisen beinharten Missionen können durchaus ein bis zwei Stunden in Anspruch nehmen. Wohl dem, der zum Schluss auf ausreichend Nachschub zurückgreifen kann. Wer vor der Mission vergisst, den Muni-LKW zu kaufen, beisst dann wohl schneller ins Keyboard als die eigenen Einheiten ins Gras - Entschludigung: in den Sand.

Tell me a story!
Zwischen den Missionen treiben Cutszenes in Spielgrafik die Story voran. Diese sind sehr atmomspärisch und der derbe Humor der Soldaten weiss die Lachmuskeln ein ums andere Mal anzuregen.

Dass die "Helden" wie Dario de Angelis zwingend überleben müssen und den Spieler über weite Strecken begleiten, trägt ebenfalls zur gelungenen Atmosphäre bei. Auch die (deutsche) Sprachausgabe ist ein Highlight. Wenn Soldaten mit italienischem Akzent "Ich bin

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getroffen! Oh mein Gott, ich bin getroffen!" aus den Lautsprechern kreischen, ist man teilweise versucht, lauthals nach medizinischer Versorgung zu brüllen. Allerdings weist die Story leider ab und an kleine "Unregelmäßgigkeiten" auf, wie man in der Finanzwelt sagen würde. Nach einer erfolgreichen Mission wird dem

Die schönste Wüste der Welt?
Der grafische Eindruck ist etwas gespalten. Auf der einen Seite weiss »Phase Two« mit den detailliertesten 3D-Modellen zu begeistern, die es momentan im Genre zu sehen gibt. Realistischer Schattenwurf, bewegliche Ketten und weitere optische Schmankerl erquicken das

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Auge - einen einigermaßen aktuellen Rechner vorrausgesetzt. Die Wüste selbst ist, naja, eben eine Wüste. Und die ist nunmal braun-gelb. Abgesehen von der einen oder anderen Oase, ein paar Bergen und den kreisenden Geiern.

Wer nicht gerade ein Faible für Braun- und Ockertöne hat, dem dürfte das Farben-Einerlei schnell mächtig auf den Sack gehen - auch wenn die Darstellung realistisch ausfällt. Den Entwicklern ist aber offensichtlich bewusst, dass Gelb und Braun auf Dauer ein eher öde Farbkombination ist, und so haben sie alles getan, um das Szenario aufzupeppen. Über Fahrzeugspuren im Sand, Hitzeflirren in der Ferne und Sandstürmen (dienebenbei die Sicht erheblich einschränken) bis hin zu Nachtmissionen wird alles geboten, was dem tendenziell eher triste Szenario mehr Abwechslung einhaucht. Nachts dürfen - sofern das gewählte Fahrzeug darüber verfügt - übrigens die Scheinwefer eingeschaltet werden.

Aber Vorsicht: Dem Gegner werden derartige Weihnachtsbäume durch kleine Scheinwerfer-Incons auf im "Fog of War" angezeigt. Wer auf Überraschungen steht, sollte also lieber die eingeschränkte Sichtweite in Kauf nehmen als seine Position durch grelle Scheinwerfer frühzeitig zu verraten. Sobald das Setting sich nach Italien und Jugoslawien verlagert (ca. nach der Hälfte der Alliierten-Kampagne), blüht nicht nur die Landschaft, sondern auch das Auge des Spieler wieder auf.

Wohin des Wegs?
Einer der wenigen Kritikpunkte des Vorgängers war das teilweise miese Pathfinding der Einheiten. Viel zu oft blieben Fahrzeuge an engen Stellen stecken bzw. fuhren so lange Hin und

Her, bis der Gegner sie bis auf die letzte Schraube zerlegt hatte. »Phase Two« schlägt sich in dieser Hinsicht deutlich besser, was letzten Endes aber auch darauf zurückzuführen ist, dass die Anzahl der potentiell "gefährlichen" (sprich: engen) Stellen deutlich reduziert wurde.

In hitzigen Gefechten oder beim Erklimmen von schmalen Bergstraßen "verhaken" sich die Einheiten - besonders Panzer oder andere größere Fahrzeuge - jedoch immer noch zu häufig oder müssen manuell in kleinen Schritten manövriert werden. Will man in einer Schlacht den geordneten Rückzug antreten, sollten Panzer jedenfalls immer rückwärts fahren (dafür existiert der Button "Zurücksetzen). Das vermeidet zum Einen die qäulend langsame Drehbewegung der Kettentriebler und minimiert die Gefahr, dass die Gefährte sich beim Wenden gegenseitig behindern.

Nie mehr allein!
Neben der Singleplayer-Kampagne bietet das Spiel verschiedene

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Multiplayer-Modi an, jeweils wahlweise online oder im lokalen Netzwerk. Geboten wird neben bekannter Mehrspieler-Kost (Deatmatch, Team-Deathmatch, Domination) auch Ungewöhnliches. Im "Missions-Modus" müssen die Spieler bestimmte Aufgaben erfüllen, die teilweise sehr "speziell" anmuten. Oder habt ihr in einem RTS-Spiel schon mal Frauen in die eigene Basis kutschiert? Da möchte man ja gar nicht mehr nach einem Briefing fragen. Multiplayer-Modi an, jeweils wahlweise online oder im lokalen Netzwerk. Geboten wird neben bekannter Mehrspieler-Kost (Deatmatch, Team-Deathmatch, Domination) auch Ungewöhnliches. Im "Missions-Modus" müssen die Spieler bestimmte Aufgaben erfüllen, die teilweise sehr "speziell" anmuten. Oder habt ihr in einem RTS-Spiel schon mal Frauen in die eigene Basis kutschiert? Da möchte man ja gar nicht mehr nach einem Briefing fragen.