„Schuster, bleib bei deinen Leisten“, heißt es oft im Volksmund. Etwa dann, wenn Model-Schönheiten in einem Anflug von Größenwahn plötzlich schauspielern oder singen wollen. Und sich dabei ähnlich blamieren wie so mancher Superstar-Anwärter in den allwöchentlichen Casting-Shows. Andererseits heißt Stillstand meist auch Rückschritt. Immer nur über den Laufsteg zu stolzieren, hält die Karriere in den meisten Fällen nicht dauerhaft aufrecht.

Eine perfekte Balance aus Bewährtem und Neuem ist also entscheidend. Die Entwickler der „Codename: Panzers“-Reihe sind sich dessen voll und ganz bewusst. Trotz inniger Liebe zum Zweiten Weltkrieg als bevorzugtes Szenario knackiger Echtzeitstrategiespiele, verlassen sie aus diesem Grund den Pfad der bisherigen Tugend. Allerdings nur, um direkt nach dem Ende des Krieges anzusetzen und einen neuen Konflikt vom Zaun zu brechen. Mit größtenteils den gleichen Einheiten und Taktiken, die Fans bereits aus den beiden Vorgängern kennen.

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Kalter Krieg ganz heiß

Neuer Konflikt? Haben wir im Geschichtsunterricht etwa geschlafen? Mitnichten! „Codename: Panzers – Cold War“ verlässt erstmals den historisch verbrieften Rahmen und legt sich ein Fiktivszenario zugrunde. Den Kalten Krieg gab es hier in seiner tatsächlichen Dimension nie. Stattdessen eskaliert die angespannte Lage zwischen Alliierten und Sowjets bereits kurze Zeit nach Ende des Zweiten Weltkriegs erneut.

Codename: Panzers - Cold War - Der kalte Krieg wird heiß: Die neueste Panzers-Episode im ausführlichen Vorab-Taktik-Check.

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Das sieht nicht gut aus für den Flammenspucker: eingekeilt von zwei Panzern und keine Chance zur Flucht.
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Am 08. April 1949 kollidiert über den Wolken Berlins ein US-Transportflugzeug mit einem sowjetischen Kampfjet, woraufhin beide abstürzen. Dem erstarkten Väterchen Russland kommt dieser Vorfall gerade recht, um die Gebietsverhältnisse in Deutschland neu aufzuteilen: Alles für die Sowjets, nichts für die Alliierten! In 18 geplanten Missionen nimmt sich „Codename: Panzers – Cold War“ der Auseinandersetzungen zwischen Ost und West an und erzählt eine (hoffentlich) spannende Geschichte. Wie für die Serie üblich, wird die Story über starke Heldencharaktere transportiert.

Hübsche Zwischensequenzen sorgen für ansprechende Überleitungen zwischen den Einsätzen. Der große Vorteil gegenüber den Vorgängern: „Cold War“ muss sich nicht sklavisch an geschichtliche Fakten halten. Die Entwickler können „ihr“ Szenario drehen und formen, wie sie möchten. Mehr Raum also für Überraschungen und unvorhergesehene Wendungen.

Packshot zu Codename: Panzers - Cold WarCodename: Panzers - Cold WarErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Wiedersehen macht Freude

So behutsam der geschichtliche Rahmen angepasst wurde, so dezent sind auch die spielerischen Änderungen von „Cold War“. Auf den ersten Blick unterscheidet der Titel sich nicht merklich von den beiden Phasen One und Two. Nach wie vor manövriert ihr in der Iso-Perspektive kleinere Kampfverbände aus Infanteristen und Vehikeln auf hübschen Karten herum, um bestimmte Missionsziele zu erfüllen, etwa taktische Punkte einnehmen.

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Besser als jedes Silvesterfeuerwerk: Die Explosionen von „Cold War“ sind einsame Spitze.
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Getreu dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ stellen sich eurer Truppe fortwährend feindliche Einheiten in den Weg, die es wegzuputzen gilt. Mit traditionellem Basisbau, Ressourcenmanagement und Truppenproduktion beschäftigt sich der Titel erst gar nicht. Auf eure Kämpfer solltet ihr folglich gut aufpassen. Nachschub wird nur an wenigen Stellen mit Hubschraubern eingeflogen.

Außerdem steigen die Truppen in drei Stufen auf und erhalten so mehr Lebenspunkte und Angriffsboni. Lieb gewonnene Einheiten dürfen bekanntermaßen in Folgeeinsätze übernommen werden. Wohl dem, der das Spielprinzip der Vorgänger lieben gelernt hat. „Cold War“ ahmt die bekannten Strickmuster nämlich haargenau nach.

Das ist hier ja fast wie bei den Transformers

Einiges macht der neueste Teil der Reihe dann glücklicherweise aber doch anders als die ersten beiden „Panzers“-Spiele. Besonders stolz sind die Entwickler etwa auf die Option, Einheiten jederzeit, mitten im Gefecht, zu modifizieren. Je nach Situation könnt ihr den M-48 Patton-Panzer der NATO beispielsweise mit einer dicken Kanone, einem Infanterie vernichtenden MG oder Tarnnetzen ausstatten. Fast sämtliche Truppen verfügen über unterschiedliche Upgrades. Das erhöht die Spieltiefe und die Möglichkeiten, dem Gegner ans Bein zu pinkeln. Sehr schön!

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„Rapunzel, lass dein Haar herunter!“ - „Nein!“ - „Okay, dann jage ich dir eben Kanonenkugeln in die Bude!“
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Bereits seit der Games Convention 2007 im Mittelpunkt des Publikumsinteresses ist die runderneuerte Physik. Die sorgt dafür, dass Gebäude bei Beschuss glaubwürdig in sich zusammen krachen. Je nach Fallrichtung reißen einstürzende Bauten unglücklich platzierte Truppen mit ins Verderben. Selbst verloren geglaubte Schlachten lassen sich so mit etwas Glück wenden. Etwa, indem ein geschickt zum Einsturz gebrachtes Hochhaus drei dicke feindliche Panzer unter sich begräbt, die gerade auf dem besten Weg waren, unsere letzten Infanteristen nieder zu mähen. Ein herrliches Anblick, das!

Überhaupt reiht sich „Codename: Panzers – Cold War“ in optischer Hinsicht trotz mächtiger Konkurrenz wie „World in Conflict“ mühelos in die Riege der Strategie-Schönheiten ein. Das Spiel stellt zwar weit weniger Einheiten als der Konkurrent aus Schweden dar, diese fallen dafür aber umso detailreicher aus.

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Auch in Gebäuden wird gekämpft. Betritt die Infanterie ein Haus, wird das Dach ausgeblendet.
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Die Liebe zum Detail ist beängstigend: An den Jeeps, Helikoptern und Tanks ist fast jede Schraube zu erkennen. Die knackscharfen Texturen sowie die Rauch- und Feuereffekte sind so schön, dass wir den Bildschirm küssen möchten. Zur Komplettierung des Bildes verspricht Stormregion Wettereinflüsse, die den Namen auch verdienen. Bei Dauerregen schießt es sich nun mal schlechter. In der Dunkelheit sehen wir kaum die Hand vor Augen, geschweige denn den Panzer an der nächsten Häuserecke.