Semi Essessi, ehemaliger Mitarbeiter des inzwischen geschlossenen Codemaster-Studios in Guildford, wirft dem Unternehmen schlechte Arbeitsbedingungen vor. Gemeinsam mit dem Team arbeitete er an dem Multiplayer-Shooter Bodycount.
Codemasters wird von einem ehemaligen Mitarbeiter angeprangertIn seinem eigenen Blog macht er darauf aufmerksam, dass die Überstunden enorm waren. Rund 400 davon habe er davon innerhalb von 8 Monaten während der Arbeit an Bodycount geleistet.
Für diese Überstunden bekam er keine Entschädigung - ursprünglich sollte er statt Geld mit Urlaubstagen vergütet werden. Da das Studio aber geschlossen wurde, wurde aus diesen Urlaubstagen nichts.
Einige Monat später erhielten er und weitere Mitarbeiter plötzlich Geld von Codemasters, was anfangs als eine finanzielle Entschädigung für die Überstunden angesehen wurde. Doch kurze Zeit später wollte Codemasters das Geld innerhalb von 5 Tagen zurückhaben und merkte an, es hätte sich bei der Überweisung um einen Fehler gehandelt.
Würde man das Geld nicht an Codemasters zurückzahlen, so riskiere man laut Essessi viel Ärger mit dem Unternehmen. Für ihn war das ein Problem, immerhin musste er die Schulden zurückzahlen, die durch den Verlust der Arbeitsstelle entstanden sind. Codemasters befindet sich aktuell im "Dialog" mit den Mitarbeitern und rechtliche Schritte wurden noch nicht eingeleitet.
Es ist nicht das erste Mal, dass einem Entwickler bzw. Publisher schlechte Arbeitsbedingungen vorgeworfen wird. Das letzte prominente Beispiel war 'L.A. Noire'-Entwickler Team Bondi. Zudem ist es nicht unüblich in der Branche, dass zur sogenannten Crunch Time die Mitarbeiter länger und mehr arbeiten müssen.



















Ich arbeite in einer Werbeagentur und bin unter anderem für jegliche nicht-Flash Programmierung zuständig (Javascript, PHP, Objective-C). Bei uns passiert es regelmäßig, dass man mal etwas länger bleiben muss. Vielleicht mal 20 oder 30 Minuten länger, und alle paar Monate kommt es auch mal vor, dass man bis spät abends/nachts über mehrere Tage hinweg an einem Projekt arbeiten muss, um die Deadline zu halten. Oder es wird manchmal am Wochenende gearbeitet. Bei uns wird das allerdings vergütet (ok, das sporadische "Ich bleib mal 20 Minuten länger weil das muss noch schnell fertig werden" nicht, aber das verlangt man auch nicht wenn man mit Herzblut dabei ist) bzw. mit Urlaubstagen ausgeglichen. Ich frage mich wieso gerade bei großen Unternehmen sowas passiert. Das kann ja eigentlich nur bedeuten, dass die Unternehmen sich Spieleproduktionen eigentlich garnicht leisten können, bzw. dies auf Kosten der Mitarbeiter tun. Sowas ist meiner Meinung nach auf lange Sicht nicht in Ordnung. In der Kreativbranche sind Überstunden nicht wegzudenken, ja. Aber ab einem gewissen Grad (und 2,5 Stunden pro Tag im Durchschnitt sind nun wirklich nicht mehr schön, weil man quasi keine Freizeit mehr hat) hört dann meiner Meinung nach der Spaß auf! Er hat 400 Stunden (!!!!!) nicht vergütet bekommen. Also wenn ich JEDEN Tag 2,5 Überstunden machen würde, würde ich freiwillig kündigen. Ich bleibe relativ oft länger auf Arbeit, aber sowas fände ich unmöglich durchzuhalten, gerade wenn die Motivation es zu tun fehlt. Und jetzt sag bitte nicht "die Motivation ist es, an einem geilen Projekt zu arbeiten" ;D. Ich glaube jeder Mensch hat das Bedürfnis ab und zu noch andere Dinge zu tun außerhalb der Arbeitszeit, außer Essen, Trinken und Schlafen ;).
Ach Quatsch, die Zeit die sie da mehr brauchen, wird einfach vom Korrekturlesen abgezogen.
Ein geniestreich.