Autor: Sebastian Weidner

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Ja, ja. Schon klar. Den Spruch kennt mittlerweile jeder Viertklässler. Doch bei einem Aufbauspiel rund um das große römische Reich bleibt uns einfach nichts anderes übrig als ihn zu verwenden. Da nehmen wir auch gern in Kauf, das redaktionsinterne Phrasenschwein füttern zu müssen.

Also weiter im Text: Deutlich schneller als in Natura erschafft ihr komplexe Städte in "Civ City: Rom". Ein, zwei Nachmittage und ihr verwaltet römische Prachtbauten, bietet dem ordinären Volk die so geliebten "Brot und Spiele" und scheffelt mehr Kohle als Bill Gates in seinen besten Zeiten. Alles was ihr dazu braucht: Ein wenig Managementgeschick und viel Ausdauer!

CivCity: Rom - Civ City Rom - E3 2006 Trailer

Jetzt geht's loooooos
Civ City: Rom unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum bis gar nicht von den restlichen 99% der Aufbauspiele. Es gilt, ein Stadtzentrum in die Landschaft zu stellen, Baracken zu errichten und auf erste Einwohner zu warten. Kaum sind die Burschen angesiedelt, machen sie auch schon Ansprüche geltend. Los geht's mit dem profanen Wasserbedarf. Ist der gedeckt, wird aus der Baracke eine kleine Hütte.

Die sieht nicht nur schmucker aus, sondern hat auch den großen Vorteil, dass die Bewohner mehr Steuern zahlen. Traditionalität ist in Civ City: Rom Trumpf. Denn generell gilt: Je mehr ihr den Jungs und Mädels serviert, desto mehr Steuern zahlen sie auch.

CivCity: Rom - Ein Civ im Namen macht noch kein geniales Spiel. Solide Aufbaustrategie gibts trotzdem.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 23/291/29
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Siedelt ihr etwa eine Ziegenfarm an und stellt einen Fleischer zur Verarbeitung ein, wird die Hütte schon bald zur mittleren Hütte. Produziert ihr zusätzlich feine Tuniken, ist die Bevölkerung kaum mehr zu halten und baut zur großen Hütte um. Jetzt noch Olivenöl anbauen und schon ist die Aufwertung zur kleinen Kate vollzogen.

Kredenzt ihr den Mitbürgern zusätzlich auch noch gemütliche Betten und bietet ihnen Zugang zu Tempelanlagen, seid ihr bei der mittleren Kate angelangt. So wertet ihr eure Stadt nach und nach immer weiter auf, bis ihr euch schließlich irgendwann an teuren Stadtvillen in eurer Stadt satt sehen dürft. Soweit, so altbekannt.

Wirklich außergewöhnlich ist bei der Bedürfniserfüllung der Bevölkerung eigentlich nur der immens hohe Transparenzgrad, den die Entwickler an den Tag gelegt haben. So dürft ihr die Häuser der Bewohner nicht nur wie gewohnt von außen betrachten, sondern auch direkt in das Innere hineinzoomen.

Packshot zu CivCity: RomCivCity: RomErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Dort geht es zwar äußerst jugendfrei zur Sache. Spaß macht der Anblick aber dennoch. Denn in den Zimmern findet ihr exakt die Waren wieder, die sich die Hausbewohner zuvor aus euren Lagern geholt haben. Vom Bett über edle Weinflaschen bis hin zum frisch gebackenen Brot: Alles steht fein säuberlich aufgereiht in der Bude!

CivCity: Rom - Ein Civ im Namen macht noch kein geniales Spiel. Solide Aufbaustrategie gibts trotzdem.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 23/291/29
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken
Let me entertain you!
Getreu dem eingangs erwähnten Motto "Brot und Spiele" lechzt eure Bevölkerung nicht nur nach leckeren Nahrungsmitteln, teurem Wein und sonstigen Dingen, die das Leben schöner machen. Nein, sie will auch fürstlich unterhalten werden. Denn zuhause ist es auf Dauer doch ziemlich langweilig.

Um wirklich glückliche Vasallen regieren zu können, bedarf es also solch illustrer Freizeitbeschäftigungen wie Kneipen, Theater oder gar den pompösen Circus Maximus. Der Gebäudekreislauf macht auch vor den meisten Unterhaltungsbauten nicht halt. Während ein einfacher Gasthof noch ohne jegliche Zulieferer auskommt, läuft im Theater ohne Schauspielschule gar nix. Nicht so schlimm? Von wegen! Könnt ihr euren Bürgern nichts bieten, werden sie immer unglücklicher und wandern schlimmstenfalls aus. Hohe Steuern, die den Bürgern das letzte Hemd abverlangen sowie Vorratslager, leerer als die deutsche Staatskasse, und der Untergang eurer Stadt ist besiegelt.

Soweit muss es allerdings nicht kommen. Flacht die Zufriedenheitsskala (0-100) aufgrund von Arbeitslosigkeit oder purer Langeweile der Bürger zu stark ab, wirkt ihr dem einfach mit einer Steuersenkung oder der Erhöhung von Essensrationen entgegen. Oder aber ihr baut besonders teure Weltwunder, die wiederum die Zufriedenheit erhöhen. In eine "Spirale des Todes" kommt ihr in Civ City: Rom eigentlich nie. Stets gibt es Wege und Möglichkeiten, prekäre Situationen zu umschiffen.

Grundlagenforschung
Der Titel deutet es bereits an: In Civ City: Rom steckt eine Portion Civilization. Nicht ganz so üppig, wie Fans das ob der Namensähnlichkeit vielleicht gerne hätten. Doch für einen kleinen Happen reicht es allemal. So dürft ihr über 70 Errungenschaften erforschen, vom verbesserten Straßenbau für die schnellere Fortbewegung der Bürger bis hin zum Geldwesen, durch das ihr euren Einwohnern automatisch mehr Steuern abknöpft.

CivCity: Rom - Ein Civ im Namen macht noch kein geniales Spiel. Solide Aufbaustrategie gibts trotzdem.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 23/291/29
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Verbesserungen kosten eine ganze Stange Geld, erhöhen aber größtenteils automatisch Ressourcenproduktion oder Effektivität. Leider sind die Forschungen deutlich weniger entscheidend, als wir uns das wünschen würden. Die Missionen der Kampagne könnt ihr gut und gerne auch komplett ohne Entdeckerdrang bewältigen.

Nervend auch, dass ihr den Forschungsbaum nach jeder Mission erneut von 0 an bewältigen müsst. Hier zeigt sich die im Vergleich zur Civilization-Serie wesentlich geringere Spieltiefe am deutlichsten.

CivCity: Rom - Ein Civ im Namen macht noch kein geniales Spiel. Solide Aufbaustrategie gibts trotzdem.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 23/291/29
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken


Das geht ja wie von selbst!

Die Kampagne von Civ City: Rom versetzt euch in die Rolle eines aufstrebenden Bürgermeisters und Stadtplaners, der vom römischen Senat immer verantwortungsvollere Aufgaben übertragen bekommt. Spannende Wendungen, hollywoodreife Effekte und dergleichen dürft ihr von der "Story" zwar nicht erwarten.

Für eine Aufbausimulation geht die Rahmenhandlung aber durchaus in Ordnung. Die Missionen an sich gestalten sich nicht wirklich abwechslungsreich. Mal müsst ihr eine bestimmte Anzahl von Wohnungen um mehrere Stufen aufwerten. Ein andermal sollen Steine, Nahrungsmittel oder andere Ressourcen nach Rom verschifft werden. Dazu dürft ihr auf einer globalen Italien-Karte Handelswege mit Rom und weiteren Städten errichten. So könnt ihr Waren ver- oder einkaufen.

Gekämpft wird in Civ City: Rom ebenfalls. Der Part ist allerdings nicht der Rede wert. Die Fehden zwischen euren Kämpfern und Feinden werden quasi automatisch anhand der Soldatenstärke entschieden. Da wir es mit einem reinrassigen Aufbauspiel zu tun haben, ist das aber zu verkraften. Ganz und gar nicht zu verkraften sind die vielen Längen, die an der Motivation zehren. In fast jeder Mission habt ihr in wenigen Minuten Warenkreisläufe etabliert und die wichtigsten Gebäude in die Landschaft gestellt. Außer kleineren Finetuning-Maßnahmen gibt es fortan meist nicht mehr viel zu tun für euch.

Ihr müsst eigentlich nur noch darauf warten, bis die Missionsziele erfüllt sind. Blöd nur, dass das mitunter eine ganze Weile dauert. Zwischenzeitlich könnt ihr also ruhig eine Kaffee- oder Eispause einlegen, die Wäsche bügeln oder ein Schläfchen halten. Denn Civ City: Rom läuft auch von alleine ab, nachdem ihr die wichtigsten Grundlagen geschaffen habt. Spannende Wendungen innerhalb der Einsätze sind Mangelware.

Triste Idylle
Technisch spielt Civ City: Rom nur in der zweiten Liga. Trotz einiger netter Shader-Effekte auf den Hausdächern sind die Texturen schwammig. Statt farbenfroher Szenerie erwarten euch Brauntöne in hunderten von Nuancen.

CivCity: Rom - Ein Civ im Namen macht noch kein geniales Spiel. Solide Aufbaustrategie gibts trotzdem.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 23/291/29
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Da fühlen wir uns nicht an das pompöse Rom erinnert, sondern vielmehr an die gute alte DDR.

Die Animationen der kleinen Computer-Menschlein sind den Entwicklern besser gelungen. Wenn die Bevölkerung durch die Straßen schlendert und Arbeiter Ressourcen hacken, macht das einen durchaus stimmigen Eindruck. In musikalischer Hinsicht ist monotones Fahrstul-Gedudel angesagt. Böse Zungen behaupten, das passe zum Gameplay wie die Faust aufs Auge… Denn Civ City: Rom läuft auch von alleine ab, nachdem ihr die wichtigsten Grundlagen geschaffen habt. Spannende Wendungen innerhalb der Einsätze sind Mangelware.

Triste Idylle
Technisch spielt Civ City: Rom nur in der zweiten Liga. Trotz einiger netter Shader-Effekte auf den Hausdächern sind die Texturen schwammig. Statt farbenfroher Szenerie erwarten euch Brauntöne in hunderten von Nuancen.

CivCity: Rom - Ein Civ im Namen macht noch kein geniales Spiel. Solide Aufbaustrategie gibts trotzdem.

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/7Bild 23/291/29
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Da fühlen wir uns nicht an das pompöse Rom erinnert, sondern vielmehr an die gute alte DDR.

Die Animationen der kleinen Computer-Menschlein sind den Entwicklern besser gelungen. Wenn die Bevölkerung durch die Straßen schlendert und Arbeiter Ressourcen hacken, macht das einen durchaus stimmigen Eindruck. In musikalischer Hinsicht ist monotones Fahrstul-Gedudel angesagt. Böse Zungen behaupten, das passe zum Gameplay wie die Faust aufs Auge…