City Life (PC Review)
von Oliver Dombrowski

Großstadtleben - Hektisch, chaotisch, gefährlich und vor allem: Problematisch. Die Meisten von uns kennen die alltäglichen Herausforderungen im Big City Life. Staus, Müll, Touristen und soziale Brennpunkte.

Was wäre, wenn ihr die Möglichkeit hättet, all dies euren Wünschen anzupassen? Richtig, ihr würdet City Life spielen! Der neueste Titel aus dem Hause MonteCristo wurde von vielen bereits vor Release als einfacher "Sim City"-Klon betitelt und schon vom Ladenregal in den Karton im Keller gepackt. Doch hat City Life das verdient?

City Life - Trailer

Kompromissbereitschaft erwünscht
Zugegeben, auf den ersten Blick erinnert City Life sehr an Sim City. Schon nach kurzer Spielzeit offenbaren sich jedoch Unterschiede. Zwar ist das Prinzip eine Stadt zu erbauen das Gleiche, doch City Life geht noch einen Schritt weiter. Insgesamt sechs verschiedene Bevölkerungsschichten schmücken das Spiel, die sowohl arme als auch reiche Menschen umfassen. Dadurch erhält dieses Genre eine neue, ungeahnte Tiefe.

Während ihr also versucht, euer Städtchen zu einer wahren Metropole zu entwickeln, gibt es jede Menge Dinge, auf die ihr achten müsst. Denn nicht nur Arme und Reiche, sondern auch von der Industrie oder den Medien abhängige Schichten spielen hier eine große Rolle - und wie im wahren Leben hegen diese Konflikte gegeneinander.

Eure wichtigste Aufgabe wird es also sein, diese Spannungen zwischen den Menschen möglichst zu vermeiden. Doch leichter gesagt als getan.

City Life - Der König ist tot! Lang lebe der König! Muss sich Sim City geschlagen geben?

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Schon zu Beginn habt ihr beispielsweise damit zu kämpfen, dass reiche Leute nicht in einer KfZ-Werkstatt arbeiten wollen - sie aber dennoch in ihrer Nähe haben wollen, falls ihr Auto mal eine Panne hat.

Eben deshalb müssen Kompromisse her - und ihr werdet keine Möglichkeit finden, arm und reich völlig voneinander zu isolieren. Vor allem auch, weil ihr keinen Einfluss darauf habt, wer wo einzieht. Abhängig ist dies von der Umgebung. Börsenmakler werden sich beispielsweise kaum eine Wohnung neben einer Müllhalde suchen.

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Ihr werdet schnell mitbekommen, inwiefern sich die Bedürfnisse aller Schichten ergänzen und aufeinander aufbauen. So wird eure Stadt ein bunter Mix von Menschen werden. Dabei kommt es natürlich zur Slum- oder Brennpunktbildung. Dort kann es praktisch zu jeder Zeit zu Auseinandersetzungen in den Nachbarschaften kommen. Prügeleien und Mobbing sind vorprogrammiert. Ein guter Bürgermeister kann dem auf mehrere Arten entgegenwirken. Zum Beispiel mit einer Polizeistation oder - noch besser - er baut ein paar Clubs und Bars, um gewisse Schichten von den Brennpunkten abzulenken.Überblick verloren?
Wer jetzt bei dem ganzen Bevölkerungs-Durcheinander den Überblick verloren hat: keine Panik! Der Einstieg ins Spiel wird euch dank dem leicht verständlichen Tutorial keine Probleme bereiten. Dennoch möchten wir an dieser Stelle nicht drauf verzichten, den Schichten-Wirrwarr zu entknoten:

Tagelöhner
Die Tagelöhner stehen am unteren Ende der "Nahrungskette" und haben weder Interesse an Industrie, Kunst oder Medien. Probleme hat diese Schicht mit niemandem. Arbeiter und Schlipsträger zählen dennoch zu ihren bevorzugten Freunden.

Arbeiter
Arbeiter zählen sich natürlich zum industriellen Teil der Stadt und verkehren auch nur mit Menschen der gleichen Schicht. Schlipsträger und Tagelöhner sind ihnen stets willkommene Nachbarn, dafür werden sie Probleme mit allen anderen haben. Besonders Trendsetter sind bei ihnen verhasst.Hippies
Hippies schätzen keine Nachbarn außer sich selbst. Sie gehören zu den künstlerischen Menschen, werden also kaum in einem Chemie-Werk arbeiten gehen oder sich bei einer Casting-Firma bewerben. Auf die Arbeiter-Schicht sind sie sehr schlecht zu sprechen, da ihnen diese zu "gewöhnlich" sind.

Trendsetter
Fashion und Lifestyle steht bei den Trendsettern ganz oben auf dem Wunschzettel. Sie zählen bereits zu den reicheren Bewohnern der Stadt. Genau aus diesem Grund wird es zu argen Problemen kommen, müssen sie neben Arbeitern wohnen. Mit allen anderen geben sie sich zufrieden.

Schlipsträger
Ganz klar werden die Schlipsträger nur in der Industrie tätig sein. Business, Handys und Aktien sind ihre drei wichtigsten Mahlzeiten. Deshalb knüpfen sie enge Kontakte mit den Arbeitern und wohnen auch gerne neben ihnen. Probleme haben sie mit niemandem.

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Reiche
Die Highclass. Die Reichen und Schönen. Sie zählen sich nicht zu irgendeiner Schicht, denn sie sind reich und müssen nicht arbeiten! Genau aus diesem Grund können sie die Arbeiter nicht leiden, weil diese noch hart für ihren Lohn malochen müssen.

Ganz andere Sorgen
Eigentlich ist das Spielprinzip von City Life ganz simpel zu erklären:

- Häuser bauen um Bewohner anzulocken - Arbeitsstellen schaffen um ihnen einen Job zu geben - Soziale Einrichtungen bauen um sie zu versorgen - Steuern absahnen

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Doch wäre es wirklich so einfach, dann hätten wir es hier wahrscheinlich mit einem langweiligen Spiel zu tun. Ihr werdet zwar schon alle Hände voll damit haben, die unterschiedlichen Bevölkerungsschichten unter Kontrolle zu behalten, aber auf euch kommt noch viel mehr Arbeit zu. Arbeitslosigkeit, schlechter Straßenverkehr, fehlende Müllentsorgung oder Stromversorgung sind nur einige Dinge, um die es sich zu kümmern gilt.

Je größer die Stadt, desto höher die Ansprüche der Menschen, die in ihr leben. Wir kennen das von uns selbst, oder würdet ihr in einer Stadt ohne Kläranlage wohnen wollen?Richtig, wir auch nicht! Deshalb steht euch eine große Auswahl an Einrichtungen zur Verfügung, mit denen ihr alle Wünsche der Bürger erfüllen könnt.

Was gibt's Neues im Westen?
Seit dem Preview - beziehungsweise Demo-Version des Spiels hat sich einiges getan. So verfügt ihr jetzt über eine viel größere Auswahl an Gebäuden und Arbeitsplätzen. Diese passen sich sogar missionsbedingt an! Einige werden beispielsweise nur in bestimmten Klimazonen zugänglich sein. Unter anderem ist es jetzt auch möglich, Hotels zu bauen.

Wo wir gerade bei Klimazonen sind: Diese wurden auf insgesamt fünf erweitert. Ihr könnt euch vor Beginn des Spiels ein lauschiges Plätzchen für eure Stadt aussuchen.

Ob in einem normal klimatisierten Gebiet, im Tropenparadies oder gar im Canyon - ihr habt die Wahl. Je nach Klimazone unterscheiden sich Lebensqualität und Interesse der Touristen an eurem Idyll.Bei den Szenarios könnt ihr nach der Wahl der Klimazone zwischen fünf verschiedenen Missionen wählen. Generell ist City Life etwas missionsbasierter geworden. Viele Kampagnen müsst ihr euch jedoch erst freispielen. Jedes Mal erneut eine Stadt aus dem Staub zu einer Metropole aufbauen zu müssen, birgt allerdings die Gefahr, das Spiel langweilig werden zu lassen.

Neu sind auch die Touristen-Attraktionen. In einem Tropen-Szenario war dies zum Beispiel ein Flugzeugträger, der die Touris zum "Berg der vier Gesichter" als Ausflugsziel bringen konnte. Überrascht waren wir auch, als wir den neuen Editor im Spiel entdeckten. Mit dessen Hilfe kann man nicht nur Karten verändern und selbst erschaffen, sondern auch die Spielgeschwindigkeit regeln, Cheats eingeben, auf einen Prototyp-Editor zurückgreifen und sogar die internen Skripte des Spiels verändern.

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Mitten drin statt nur dabei
City Life bietet eine frei zoombare Kamera. Von der Vogel-Perspektive bis hin zur Ego-Ansicht, bei der ihr eure Stadt aus der Sicht eines Bewohners erleben könnt, ist alles möglich! Die Nähe zu den Bewohnern und Gebäuden lässt eine persönliche Bindung entstehen. Das Leben auf den Straßen ist realistisch und sehr detailliert dargestellt. In unserer Stadt lief einmal ein Trendsetter durch ein Arbeiter-Viertel. Prompt wurde dieser mit fiesen Sprüchen beworfen und als er gerade an ihnen vorbei lief, fingen die anderen Kerle an ihn herumzuschubsen. Der arme modebewusste Mitbewohner hat dann die Beine in die Hand genommen und rannte so schnell er konnte weg.

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Die Grafik ist insgesamt äußerst sehenswert. Stellt euch selbst mal direkt am Strand eures Touristen-Tropen-Paradieses vor. Klasse, oder? Atmosphärisch hat das virtuelle Großstadtleben also auch viel zu bieten. City Life kommt zwar nicht mit überragenden Soundeffekten daher, zwingend notwenig ist das bei Spielen dieses Genres aber auch nicht. Autos brummen, Menschen reden und Vögel zwitschern - wie in einer Großstadt eben. Der Soundtrack untermalt dabei die Szenerie eurer Stadt. Leider wird die Musik stellenweise etwas nervig.In City life wird es keine Möglichkeit geben, im Mehrspieler-Modus Städte um die Wette aus dem Boden zu stampfen - weder gegen die KI noch gegen menschliche Spieler. Schade, denn dadurch wäre ein größerer Spielreiz für Spieler entstanden.

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Die Grafik ist insgesamt äußerst sehenswert. Stellt euch selbst mal direkt am Strand eures Touristen-Tropen-Paradieses vor. Klasse, oder? Atmosphärisch hat das virtuelle Großstadtleben also auch viel zu bieten. City Life kommt zwar nicht mit überragenden Soundeffekten daher, zwingend notwenig ist das bei Spielen dieses Genres aber auch nicht. Autos brummen, Menschen reden und Vögel zwitschern - wie in einer Großstadt eben. Der Soundtrack untermalt dabei die Szenerie eurer Stadt. Leider wird die Musik stellenweise etwas nervig.In City life wird es keine Möglichkeit geben, im Mehrspieler-Modus Städte um die Wette aus dem Boden zu stampfen - weder gegen die KI noch gegen menschliche Spieler. Schade, denn dadurch wäre ein größerer Spielreiz für Spieler entstanden.