Autor: Nedzad Hurabasic

Wir befinden uns irgendwann im 21. Jahrhundert. Der Dritte Weltkrieg ist bereits seit 20 Jahren Geschichte, aber natürlich ist jetzt nichts mehr, wie es einmal war. Die politische Weltkarte ist so übersichtlich wie Struwwelpeters Frisur nach einer statischen Entladung.

Die großen Länder sind in kleine Enklaven zerfallen, Überall gibt es Konflikte, Krieg, Zerstörung. Dieses finstere Szenario bietet den Hintergrund für das Actionspiel Chromehounds, das auf der Xbox 360 für Aufsehen sorgen will. Warum der Titel dabei gnadenlos scheitert, könnt ihr weiter unten lesen.

Chromehounds - Trailer

Die meisten Kriege werden aufgrund der schon deutlich dezimierten Menschheit von Söldnertruppen geführt, die mit der zerstörerischen Kraft ihrer "Hounds" aufeinander losgehen. Hounds, das sind die Mechs von Chromehounds.

Riesige, schwerbewaffnete Stahlkolosse, die in sechs Basisklassen zur Auswahl stehen. Sechs-Wetter-Taft, sozusagen - für jede Problemsituation die richtige Auswahl. So reicht die Spanne vom einfachen Soldaten oder Scharfschützen, über schwer gepanzerte Verteidiger und mobile Späher, bis hin zu Richtschützen (Artillerie) und Befehlshabern.

Chromehounds - Der Schwermetall-Friedhof auf Rädern: Der schwächste Xbox 360 Titel im Test.

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Entsprechend ist auch die Aufteilung des Karriere-Modus' angelegt, der sich in sechs Szenarien zu je sechs Missionen präsentiert.

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Jeweils zwei Szenarien werden in den Schwierigkeitsgraden "leicht", "mittel" und "schwer" angeboten. Eine Wahlmöglichkeit je Szenario gibt es dabei nicht.

Zu Beginn des Spiels steht ein kompaktes Tutorial, das in die wichtigsten Funktionen und natürlich die Steuerung der Hounds einführt. Diese Betriebsanleitung wird auch am Anfang eines jeden Kapitels nochmals vertieft, allerdings steht dabei die jeweilige Waffengattung im Mittelpunkt und vermittelt die Vor-und Nachteile der entsprechenden Mechs.

Grundsätzlich lassen sich die Kampfmaschinen aus zwei Perspektiven steuern: First-Person und 3rd-Person, wobei Letztere nur bei der Fortbewegung sinnvoll einsetzbar ist.

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Im Gefecht entpuppt sich der Schulterblick schnell als Desaster, denn das effiziente Zielen mittels eines kleinen eingeblendeten Zusatzfensters ist praktisch unmöglich.

Also bleibt in der Schlacht nur die FP-Sicht, die per Klick aufgerufen werden kann, aber auch unbefriedigend ist. Je nachdem, welche der bis zu vier verfügbaren Waffen eingesetzt wird, fällt der Zoom mehr oder weniger stark aus. Dadurch wird aber auch das Sichtfeld sehr stark eingeschränkt und das Geschehen um den Mech herum kaum noch wahrnehmbar.

Zusätzlich fällt negativ ins Gewicht, dass der Turm, an dem die Waffen befestigt sind, nur sehr langsam herumschwenkt.

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Das führt in der Ego-Perspektive zu schleichend langsamer Zielerfassung, wenn sich die Gegner bereits aus dem Angriffsbereich heraus bewegt haben. Wird man mit schnelleren feindlichen Einheiten konfrontiert, muss ständig zwischen den beiden Perspektiven umhergeschaltet werden, um überhaupt noch den Überblick behalten zu können.

Außerdem muss fast ständig durch die verfügbaren Waffen geschaltet werden, da sie entweder sehr langsam nachladen oder die begrenzte Munition mal wieder vorschnell verpulvert wurde.

Das alles führt zu einem ziemlich chaotischen und nervigen Gameplay, bei dem kaum einmal richtiger Spielspaß aufkommt.

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Allerdings ist das noch lange nicht das Schlimmste, Chromehounds bietet eine Fülle weiterer Kritikpunkte: Was bitte haben sich die Entwickler von "From Software" bei diesem schlimmen Missionsdesign gedacht? Viele Aufträge sind derart schlecht erklärt, dass man gar nicht genau weiß, was man tun soll. Zudem startet die Action häufig schon, bevor das nervige Gelaber des Kommandanten abgespult wurde.

Zeit zur Orientierung auf der Übersichtskarte bleibt häufig gar nicht. Diese soll die Navigation anhand von Weg-/Zielpunkten vereinfachen, führt aber häufig genug in die Irre. Auch das Radar ist wenig hilfreich, unterscheidet es doch nicht zwischen feindlichen und befreundeten Einheiten.

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Eine Unterscheidung, die ohnehin schwer genug fällt, da man als Söldner auf verschiedenen Seiten kämpft und sich die Mechs im Eifer des Gefechts kaum voneinander abheben. Bei fehlgeschlagenen Einsätzen gibt es übrigens nur die Option, die gesamte Mission von vorne zu beginnen.

Speicherpunkte gibt es keine. Bei Abschluss von Szenarien erhaltet ihr jeweils einige Achievement-Punkte für euer Xbox Live-Konto, weitere Boni gibt im Online Modus zu ergattern.

Fast lachhaft ist die Art, wie in Chromehounds mit dem Thema "Zerstörung" umgegangen wird. Die sehr detailarm gestalteten Gebäude fallen so unspektakulär in sich zusammen wie Kartenhäuser, Einheiten lösen sich in Luft auf und hinterlassen keine Trümmerteile.

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Puff, puff, druff, weg ist der Mech. Mit Xbox 360-Technik hat das alles nicht viel zu tun. Lediglich die Explosionen sind akzeptabel, von physikalisch korrektem Verhalten dürft ihr hier aber höchstens träumen.

Die Missionen sind in der Regel auf die Klasse des Mechs zugeschnitten, ähneln sich aber trotzdem irgendwie immer. Mal muss ein Konvoi attackiert werden, dann wieder sollen eigene Einheiten verteidigt, ein Hauptquartier zerstört oder verteidigt werden, usw., usw. Obendrein gestaltet sich das Spielgeschehen sehr zäh.

Das hat zum einen seinen Grund in der Langsamkeit der Hounds, andererseits müssen öfter größere Entfernungen zurückgelegt werden.

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Diese Dissonanz hätten die Leveldesigner besser ausbalanzieren müssen, um Langatmigkeit, wie sie häufig auftritt, zu vermeiden. Doch Pustekuchen, wir rattern von einem Wegpunkt zum nächsten und hoffen, dass unterwegs irgendetwas Unvorhergesehenes oder Spannendes passiert!

Das wäre aber noch halbwegs zu verschmerzen, wenn die Landschaft Next-Gen-Niveau hätte. Hat sie aber nicht. Sie präsentiert sich lieblos, detailarm, mit matschigen Texturen, steril und unbewohnt. Das Land, das es zu verteidigen gilt, hat scheinbar gar keine Einwohner (mehr). Insgesamt bietet das Spiel kaum etwas fürs Auge.

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Außer den recht hübsch entworfenen Mechs, bei denen viele Details erkennbar sind, "glänzt" das Spiel mit eintönigem Mischmach. Die Hounds zeigen bei Beschädigungen deutliche Anzeichen dafür, sprühen Funken, Flammen greifen um sich, Waffenkameras fallen aus oder das Bild flackert. Nett.

Bastler können die Missionen auch mit eigenen Hounds angehen, müssen sich aber zuvor die nötigen Teile erspielen. Nach jeder Mission erhält der Spieler eine Auswertung über seine Performance. Gute Leistungen werden mit entsprechenden Belohnungen vergütet, zum Beispiel in Form neuer Bauteile.

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Die einzelnen Teile können in der Werkstatt zu einem oder mehreren Mechs zusammengeschraubt werden. Wer weitere Teile, mehr Punkte oder Medaillen abstauben will, kann Missionen nach deren Abschluss im "Freien Spiel" wiederholen

Besonderen Spaß soll der Spieler im Online-Modus erleben, wo in Teams gegeneinander oder miteinander gespielt werden darf. Darüber hinaus gibt es aber auch dort Solo-Missionen, in denen Geld und Auszeichnungen auf die Hound-Piloten warten.

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Neben der enttäuschenden Optik, die gerade einmal Xbox-Niveau erreicht, gibt es auch vom Sound kaum Positives zu berichten.

Der Soundtrack ist bestenfalls als unauffällig zu beschreiben, ärgerlich hingegen sind die einfallslosen Effekte. Für die Mechs stehen nur eine Hand voll unterschiedlicher Bewegungs-, und Waffensounds zur Verfügung.

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Auch die Vertonung ist eher unterdurchschnittlich gelungen und überdies nur in englischer Sprache enthalten. Deutsche Spieler müssen mal wieder mit der Sparversion vorlieb nehmen und übersetzte Texte lesen.

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Neben der enttäuschenden Optik, die gerade einmal Xbox-Niveau erreicht, gibt es auch vom Sound kaum Positives zu berichten.

Der Soundtrack ist bestenfalls als unauffällig zu beschreiben, ärgerlich hingegen sind die einfallslosen Effekte. Für die Mechs stehen nur eine Hand voll unterschiedlicher Bewegungs-, und Waffensounds zur Verfügung.

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Auch die Vertonung ist eher unterdurchschnittlich gelungen und überdies nur in englischer Sprache enthalten. Deutsche Spieler müssen mal wieder mit der Sparversion vorlieb nehmen und übersetzte Texte lesen.