Autor: Marcel Kranz

Plaudert man über die Spieleschmiede Square Enix, tönt es wie von selbst: »Final Fantasy ist fantastisch.« Keine Frage, doch Japans RPG-Entwickler Nummer 1 hat neben der erfolgreichsten Rollenspielserie aller Zeiten auch andere Werke vorzuzeigen. Zu diesen zählt auch die »Secret of Mana«-Reihe, welche im Land der aufgehenden Sonne besser bekannt ist als »Seiken Densetsu«.

Mit dem Action-Adventure »Children of Mana« wird der neueste Ableger dieser Kultreihe serviert. Während sie ihr Debüt noch auf dem Gameboy feierte, heißt es nun im Jahre 2007: NDS. Obwohl, ganz korrekt ist das nicht. Denn das digitale Abenteuer wird in Japan und den USA bereits seit dem letzten Jahr fleißig gezockt.

Dennoch, der versprochene Release für Europa wurde eingehalten, weshalb wir nun endlich auch Hand ans Spiel legen dürfen. Aber rentiert sich das überhaupt, oder lässt Square Enix sein sonst so grandioses Genie in diesem Fall vermissen? Wir haben uns auf das Abenteuer rund um den Manabaum begeben und nun die Antwort für euch parat.

Children of Mana - E3 2006 Trailer

Für jeden was dabei
Bevor ihr in die Fabelwelt von Mana aufbrechen könnt, müsst ihr euch zuallererst einmal für eine der vier verfügbaren Spielfiguren entscheiden. Zur Auswahl stehen: Ferrik, der mit seinem Geschick sowohl in Kampftechnik, Magiekunde, als auch Defensive als Standardcharakter zu betrachten ist, der junge Pop mit seinen überragenden magischen Fertigkeiten, das weibliche Glied in der Gruppe, Tamber, die rasch im Umgang mit ihren Magiegaben ist, und als Letzter im Bunde ein alter Bekannter namens Wanderer, der schon in den Vorgängern auf der Bildflache erschien.

Children of Mana - Das jüngste Kind von Square Enix: mehr Frühgeburt als Musterknabe.

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Hier fühlen sich Mana-Fans pudelwohl - der Knuddeloptik sei Dank!
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Mit ihm wird man zwar keine magische Glanzleistung vollführen, aber dafür Einiges einstecken und auch physisch austeilen können. Ist die Entscheidung gefällt, verpasst ihr eurer Auswahl noch ein ordentliches Outfit sowie euren Wunschnamen. Die Bezeichnung Charaktereditor hierfür wäre jedoch übertrieben.

Packshot zu Children of ManaChildren of ManaErschienen für DS kaufen: Jetzt kaufen:

Die Tore zu Mavolia
Jeder der genannten Charaktere hat seine eigene kleine Vorgeschichte, die gleichzeitig auch ein Stück weit mit der eigentlichen Handlung zusammenhängt, welche nach den Ereignissen von »Secret of Mana« spielt. Wie auch bei den anderen Titeln der Reihe dreht sich die Story um zwei Dinge: das Manaschwert und den Manabaum. Eine Legende besagt, dass ein Mädchen und ein Junge mitsamt dem Manaschwert einst der Managöttin dabei geholfen haben, den Untergang der Welt zu vereiteln, indem sie die Tore zu Mavolia verschlossen und das Böse somit verbannt haben.

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Schneemänner in der Wüste? In Mana ist eben alles möglich!
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Viele Jahre sind seit den Ereignissen von »Sword of Mana« ins Land gezogen. Nun aber sehen sich die Bewohner der Insel Illusia erneut einer Katastrophe ausgesetzt, denn die Geschichte scheint sich zu wiederholen. Es liegt also an euch, mit der Macht des Schwertes das Böse aus der Welt von Illusia zu vertreiben. Klingt vielleicht verheißungsvoll, ist es aber nicht. Die dünne Handlung ist einfach viel zu weit entfernt vom verzweigten Handlungsbaum eines der »Final Fantasy«-Teile.

RPG or what?!
Gepflanzt ist der Manabaum in der Nähe des niedlichen Dorfes Manavillage. Oder besser gesagt ist das Dorf beim Baum errichtet worden, denn seine Bewohner sind die Wächter des alles überragenden Gewächses. An diesem Ort nimmt die seichte Geschichte ihren Lauf. Doch damit nicht genug: Während des Spiels kehrt ihr immer wieder in die kleine Ortschaft zurück. Zwar findet man dort alles von Händlern bis hin zu Auftraggebern, allerdings sieht man es in einem Rollenspiel reichlich selten, dass es nur einen einzigen Platz im Spiel gibt, der diese Voraussetzungen erfüllt. Noch dazu es in »Secret of Mana« für SNES noch haufenweise Städte gab!

Habt ihr erst mal ein wenig Spielzeit im Mana-Reich verbracht, werdet ihr schnell feststellen, dass »Children of Mana« eigentlich gar kein Rollenspiel ist und auch nicht so recht ins Action-Adventure-Genre reingehört. Vielmehr verbirgt sich hinter dem NDS-Erstling ein reinrassiger Dungeon Crawler. Ganz richtig, denn nach bester »Diablo«-Manier schnetzelt man sich in Dungeons durch Gegnerhorden, wirft einen Heiltrank - in diesem Fall Bonbons - nach dem anderen ein und steigt so Stufe um Stufe auf. Jeder dieser Dungeons ist in unterschiedliche Zonen unterteilt, wobei es in jeder gilt, einen Tautropfen zu finden und diesen an eine bestimmte Position zu bringen, um anschließend in die nächste Zone zu gelangen.

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Links der Held und rechts der Bösewicht. Und das Gebrabbel oben versteht sowieso keine Sau.
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Am Ende wartet dann noch ein Bossfight auf euch. Doch aufgepasst: Ihr solltet immer genügend Schokolade oder andere Lebensmittel mit euch führen, denn sobald ihr den Pixeltod erleidet, war's das für euch. Natürlich seid ihr nicht ganz aus dem Spiel, aus dem Dungeon dafür aber schon. Vom Dorf aus dürft ihr anschließend alles wiederholen - speichern funktioniert hier nämlich nicht. So was bringt enorm viel Frust mit sich, sofern man öfter scheitern sollte.

Mausbär GmbH
Zugegeben, der Name klingt unseriös, steht aber dennoch für gute Bezahlung. Es handelt sich nämlich um die im Dorf ansässige Auftragsfirma. Von ihr erhaltet ihr je nach Bedarf Nebenquests, die zum Teil reich belohnt werden. Wer jedoch denkt, dass man hier im Gegensatz zum Handlungsstrang ein wenig Abwechslung findet, liegt daneben. In jedem Auftrag geht es darum, Monster zur Strecke zu bringen und zwar in den altbekannten Dungeons. Zumindest unterscheiden sie sich dank Zufallsgenerierung nicht allzu sehr.

Metzeln und schnetzeln
Kommen wir zu dem, was man in »Children of Mana« fast ausschließlich betreibt: Monster verdreschen. Selbst jemand, der »Secret of Mana« durchgespielt hat, wird sich über die vielen neuen Gegnertypen freuen. Nur Importeure der hierzulande nie erschienenen PSOne-Version treffen hie und da auf bekannte Fratzen. Überdies haben alle Gegner recht unterschiedliche Defensiv- sowie Angriffsmethoden. Schlangen spucken Giftnadeln, die ihr gekonnt mit eurem Schwert pariert und automatisch auf sie zurückschießt. Skelettkrieger verstecken sich unter ihren Schilden und wollen euch mit einer heftigen Schwertattacke an den Kragen, und kleine Killerhäschen hoppeln euch mit ihren scharfen Zähnen auf die Pelle.

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Alle Mann in Deckung! Ein kraftvoller Schwung mit dem Hammer richtet enormen Schaden an.
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Dagegen ist jedoch ein Kraut gewachsen. Sogar derer viele, denn mit Schwert, Flegel, Bogen und Hammer bewaffnet seid ihr gegen alles gewappnet. Zudem hat jede Waffe ihre ganz eigenen Vorteile: Mit dem Flegel in der Hand wird jedes Hindernis schnell überwunden, ganz zu schweigen vom Rundumschaden. Doch unterschiedliche Waffen hin oder her, das Spiel verkommt zum reinen Buttonsmashing - Langeweile ist da vorprogrammiert!

À propos Tastenbelegung: Auf A und X dürft ihr zwei der besagten Waffen festlegen. Die Items kommen auf den Y-Button, wobei ihr mittels L und R durch alle hindurchschalten könnt. Übrigens findet ihr während eurer Reise allerlei Gegenstände, weshalb jeder noch so kleine Stein mindestens einmal umgedreht werden sollte. Neben den normalen Utensilien wie Waffen und Items, die Einfluss auf eure Fertigkeiten haben, liegen eine ganze Menge Juwelen in der Gegend herum. Anstatt sich damit eine reiche Nase zu verdienen, was natürlich möglich ist, könnt ihr sie dazu nutzen, eure Fertigkeiten wie zum Beispiel eure Angriffskraft dauerhaft zu pushen.

Magisches Malheur
Eine essenzielle Taste war dann noch frei. Genau, die A Taste. Mittels ihr beschwört ihr einen Mana-Geist. Ingesamt stehen euch acht von diesen Geschöpfen zur Verfügung, mitkommen darf aber immer nur einer. Jeder hat seine eigenen Spezialfähigkeiten. Vesuvio etwa, der Feuergeist, ruft eine Explosion hervor oder verleiht eurer Waffe Feuerschaden. Allerdings verzichtet man nur zu gerne auf derlei Magie. Man braucht sie ganz einfach nicht. Nur, wenn einem die Heilmittel ausgehen sollten, können einige der Geister von Nutzen sein - mehr nicht!

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Kein Wunder, dass es nur ein einziges Dorf gibt - bei der Größe!
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Square Enix macht sich mit »Children of Mana« in gewisser Weise selbst Konkurrenz. Die einen sind überzeugt davon, dass das kommende »Final Fantasy 3« über die derzeit beste Grafik auf dem NDS verfügt, die anderen hieven »Children of Mana« auf den Thron der Optik. Eines ist sicher: Beides stammt aus demselben Hause und sieht verdammt gut aus. Die Spielmechanik mag den Vorgängern vielleicht nicht gerecht werden, die fabelhafte 2D-Grafik dafür schon. Vom ersten Moment an bezaubern den Spieler farbenfrohe Gegenden und niedliche Charaktermodelle. Eben die märchenhafte Mana-Optik, die Fans seit Anbeginn der Serie lieben.

Setzen wir unsere Lobeshymne doch gleich mit der tollen Musikuntermalung fort: Die melodischen Lieder passen sich wunderbar ins Geschehen ein, ohne dem Spieler auf die Nerven zu fallen. Auch die Soundeffekte stehen dem in nichts nach.

Gemeinsam sind wir stark
Kennt ihr jemanden, der »Children of Mana« schon hat oder es sich anschaffen möchte? Wenn ja, dann stellt der Mehrspieler-Modus einen weiteren Kaufgrund dar. Bis zu vier Spieler können in die Haut der Mana-Kinder schlüpfen und zusammen die Dungeons unsicher machen. Wer von Kooperation nicht viel hält, kann sich seine Freunde auch ganz schnell zu Gegnern machen, indem er die Beute kurzerhand selbst einsackt und mehr Ungeziefer als seine Kollegen plättet. Die Bewertung am Ende eines jeden Dungeons wird dann schon zeigen, wer die Siegesposition in Anspruch nehmen darf.