1987 war das Jahr der Vampirjäger, das Debut-Jahr von Castlevania. Seitdem rüsten sich Fans der Serie regelmäßig mit Tötungswerkzeugen wie dem Kruzifix, Weihwasser und anderen Waffen, um Blutsaugern den Garaus zu machen. Noch im vergangenen Jahr zeigten sich sowohl Presse als auch Spieler begeistert von Castlevania: Dawn of Sorrow, weshalb kurzerhand ein weiterer Ableger aus dem Boden gestampft wurde - selbst ein Film soll die Kinozuschauer in absehbarer Zeit nach Transsilvanien entführen.

Bevor es jedoch so weit ist, dürft ihr die Reise ins Reich der Vampire auf dem DS antreten. Konami lud uns vor kurzem in Draculas neuen Herrschaftssitz ein. Was wir darin so erlebt haben, erfahrt ihr im Review.

Castlevania: Portrait of Ruin - Trailer

Höllenbrut im Aufmarsch
Wir datieren das Jahr 1944, der Weltkrieg ist im vollen Gange, und die Welt mehr denn je dem Untergang geweiht. Die Folge liegt auf der Hand: Unmengen an Opfern und ebenso viele verlorene Seelen. Ein gefundenes Fressen also für die Brut der Blutsauger, die sich aus dem Hass und Leid der Menschen ernähren. Schon hat sich ein besonders übler und darüber hinaus künstlerisch begabter Schreckensvampir mit dem malerischen Namen Brauner in Draculas dunklen Gemäuern eingenistet, um von dort aus finstere Pläne zu schmieden und gelegentlich an jungen Frauen zu nuckeln. Mit vom Einzugskommando sind außerdem seine beiden Töchter Stella und Loretta, die unseren Helden fortan dem Wortsinne nach im Nacken sitzen.

Castlevania: Portrait of Ruin - Vampire haben jetzt auch auf dem NDS nichts mehr zu lachen. Die Spieler dafür umso mehr!

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Dürfen wir vorstellen: Brauner, der Oberbösewicht!
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Zeit für echte Helden: Niemand Geringeres als Jonathan Morris, Sohn des berühmten Vampirkillers John Morris, sagt dem Bösewicht den Kampf an. Gemeinsam mit dem hübschen Magiermädchen Charlotte Aulin und der gefürchteten Peitsche »Vampirkiller«, die ihm sein Vater vererbte, macht sich Jonathan auf, um das finstere Mauerwerk dem Erdboden gleichzumachen. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Starke Wurzeln welken nicht
In Portrait of Ruin fallen sofort ein paar Unterschiede zu den Vorgängern ins Auge: Denn statt dem Oberbösewicht Brauner auf direktem Wege einen Pflock durch's Herz zu rammen, muss der Spieler den vampirischen Hobby-Kunstliebhaber an seiner empfindlichsten Stelle treffen: seinen Gemälden.

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Eines der Portraits, die euch in andere Welten teleportieren - Super Mario 64 lässt grüßen!
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Ingesamt neun Werke hat der Bösewicht im Schloss aufgehängt. Um sie zu vernichten, müsst ihr nach bester Super Mario 64-Manier in sie hineinschlüpfen, wobei ihr euer Alter Ego anschließend in Landschaften wie einer Zirkuswelt oder einer Pyramide wiederfindet. Fans der Spielreihe, die Draculas Anwesen bereits bis auf die kleinste Ecke kennen, werden sich über die untypischen Gegenden freuen.

Dort metzelt ihr euch wie gewohnt durch zahlreiche Monster und sammelt dadurch Erfahrungspunkte. Immer wieder eine Freude bereiten die zahlreichen Fähigkeiten, die ihr entweder irgendwo auflest oder per Level-Up erlangt. Was natürlich nicht fehlen darf, sind die nervenzerfetzenden Begegnungen mit einer Handvoll Endbossen. Regelmäßig steht ihr derlei Ungeheuern gegenüber, wobei so manches As erst aus dem Ärmel geschüttelt werden muss, um als Sieger hervorzugehen.

Gemeinsam sind wir stark
Kommen wir zur wohl größten Neuerung von Portrait of Ruin: dem Teamwork. Statt alleine in den Kampf gegen das Böse zu ziehen, dürft ihr entweder in die Rolle von Jonathan oder Charlotte schlüpfen oder einfach beide gleichzeitig auf den Bildschirm erscheinen lassen. In letzterem Falle wird einer der Charaktere von der CPU gesteuert, die dann automatisch ins Geschehen eingreift. Allerdings besitzt ihr weiterhin nur eine einzige Trefferpunkteleiste, die ausschließlich dann abnimmt, wenn euer eigener Charakter Schaden nimmt.

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Rücken an Rücken - da wird selbst die Zombieübermacht zum Kinderspiel!
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Doch nicht zu früh gefreut! Sobald eurem Partner etwas zustößt, sinkt eure magische Energie. Immerhin regeneriert sich diese recht schnell. Überdies findet ihr ab und an Spezialfähigkeiten, die nur zu zweit ausgeführt werden können und sich dem entsprechend fatal auf das Dasein eurer Feinde auswirken. Besonders eure Kampftaktiken werden durch dieses Feature mit neuen Elementen bereichert. Ebenfalls ein wenig Umdenken wird von euch beim Lösen von Rätseln abverlangt - gemeinsam ist man eben doch am stärksten!

Wenn es um das weiträumige Inventar unserer Helden geht, staunt selbst ein Meister wie Van Helsing. Allerlei Gegenstände von Waffen wie einer Pistole, einem Claymore bis hin zur elektrischen Nebula-Kanone können in der Gegend aufgelesen werden - allerlei Rüstungsgegenstände sind natürlich auch mit von der Partie.

Jagen leicht gemacht
Bei einem Mix aus Action, Jump 'n' Run und Rollenspiel mit haufenweise Sprungpassagen ist eine optimale Steuerung unabdingbar. Bei Portrait of Ruin ist die so gut gelöst, dass das Spiel nicht einmal einer Einweisung bedarf, und auch NDS-fremde Zocker haben sich sehr bald eingelebt. Fans, die von der rein selbstzweckhaften Nutzung des Touchscreens im Vorgänger genervt waren, können nun aufatmen: Den Pen könnt ihr während des ganzes Spieles über getrost stecken lassen.

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Massige Gegner stellen sich euch in den Weg und verlangen euer ganzes Geschick ab!
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Bewährtes taugt bekanntlich immer. Was die zweidimensionale Optik des Titels angeht, trifft diese Halbweisheit voll und ganz zu. Anstatt auf eine neue Engine zu setzen, wurde die alte weiter verfeinert. Was dabei heraus kam, gehört mit zum Besten, was der DS derzeit zu bieten hat. Ausgefeilte Animationen sowie detailreiche Landschaften wissen zu gefallen. Leider werden eure Augen nicht das ganze Abenteuer über derartig verwöhnt: Trotz seines prächtigen Auftaktes gerät das Leveldesign mittendrin ins Schwanken und kann erst am Ende wieder auftrumpfen.

Nicht ein einziges Mal enttäuscht wurden wir hingegen von der musikalischen Untermalung. Mannigfaltige Melodien versüßen euren Aufenthalt im Gruselschloss und variieren von Abschnitt zu Abschnitt - allererste Sahne.

Tauschen wie auf dem Schulhof
Ihr würdet eure Sammlung an Kampfgeräten und Panzerkleidern gerne aufstocken und seid gar bereit, euer Sparschwein dafür zu plündern? Na dann, nichts wie los in den Online-Modus. Dort verkaufen die Spieler dank Eigenbau-Shop ihre Fundstücke. Neben neuen Items lassen sich so natürlich auch Mitstreiter finden, mit denen ihr anschließend den Boss-Rush-Modus meistern könnt. Der ist zwar ganz nett, taugt aber unterm Strich bestenfalls als kleiner Zeitvertreib. Mit einem waschechten Multiplayer-Modus kann hier kein Vergleich angestellt werden.