Wenn ein Flugzeugträger sinkt hat der andere gewonnen. Haha, sehr lustig! Doch in Carrier Command: Gaea Mission ist das nichts als die simple Wahrheit. Nach XCOM von 2K packt diesmal Bohemia Interactive die Neuauflage eines Klassikers aus. Die Elemente, mit denen ich eine fiktive Inselgruppe unter meine militärische Fuchtel bringen will, sind strategisch, action- und abwechslungsreich.

Carrier Command: Gaea Mission - E3 2011 TrailerEin weiteres Video

Der Einstieg in die Kampagne ist völlig unerwartet. Nichts von wegen langweiliges, stundenlanges Herumgeschipper im Simulationsmodus – sondern direkt zu Beginn eine Mission aus Ego-Shooter-Perspektive. Die Waffe im Anschlag, muss die Artillerie auf einer Insel ausgeschaltet werden, damit ich überhaupt erst an meinen Flugzeugträger herankomme. Mit dem soll ich später die Kontrolle über die Seegebiete und das Archipel ergattern.

Stehe ich auf der Brücke des Mutterschiffs, kommt zur Actionkomponente die strategische hinzu. Jede Insel hat eine Kommandozentrale, mit deren Eroberung auch das Eiland in meinen Besitz übergeht. Dutzende kleine Erdteile gibt es, in sechs verschiedenen Klimazonen: vulkanisch, verdorrt, arktisch, bergig, sumpfig und gemäßigt.

Aber warum sich überhaupt mit Wetter und Umgebung herumschlagen und nicht direkt das gegnerische, schwimmende Schwergewicht angreifen? Weil die Inseln Ressourcen besitzen, mit denen ich etwa meine Feuerkraft aufrüsten kann. Wie der Gegner auch.

Abwechslungsreich und optisch ansprechend. Ich sehe eine gelungene Neuauflage am Horizont.Ausblick lesen

Musste man bei der Version aus dem Jahr 1988 (es war auch für altehrwürdige Plattformen wie Amiga, C64, Atari ST oder ZX Spectrum erhältlich) noch zu Beginn zwischen Action- und Taktikmodus wählen, ist Bohemia großzügiger. Hier gibt’s alles in einem.

Carrier Command: Gaea Mission

- Duell der Flugzeugträger: Der Klassiker für die Ewigkeit aufbereitet
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Von seinem Flugzeugträger aus wirft sich der Spieler mit Flugzeugen, Booten oder zu Fuß ins Gefecht.
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Doch funktioniert das auf der Xbox? Bekanntermaßen ist die Steuerung in Echtzeitstrategietiteln meist die Achillesferse der Konsolen. Aber, so weit, so gut präsentiert, dirigierte Bohemia auch in der Übersicht zielsicher Einheiten über die Karte, so dass ich mir Hoffnung auf eine komfortable Bedienung mache.

Packshot zu Carrier Command: Gaea MissionCarrier Command: Gaea MissionErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Auf meinen Flugzeugträger muss ich jedoch zuvor bis zu acht Einheiten laden, eine Mixtur aus Land- und Lufteinsatzkräften, um effektiv zu attackieren. Zusätzlich kann ich unbemannte Drohnen zu meiner Verteidigung einsetzen, oder zur Erkundung. Denn bei Operationen gegen die Inseln gucke ich mir die Verteidigungsanlagen aus, bevor ich meine Truppen dorthin schicke. Den Angriff selbst beobachte ich entweder à la Echtzeitstrategie aus der Draufsicht, oder ich wechsele ad hoc ins Cockpit meiner Kriegsmaschinerie.

Ann trifft Battlefield

Damit ich den richtigen Moment nicht verpasse, sehe ich auf meinem HUD während der Kampfeinsätze eine Kamera, die das Gefecht live überträgt. Wie in einem Arcade-Shooter ballere ich die Defensive der Insel nieder. Wer die Action liebt, soll bis auf ein paar Ausnahmen fast alles aus der Erste- oder Dritte-Person-Ansicht erledigen können. Allerdings gehen irgendwann Sprit und Munition aus. Nachschub gibt es zwar auf dem monströsen Pott aka Flugzeugträger, aber dessen Vorräte sind ebenfalls begrenzt.

Meine Transportflotte versorgt meine schwimmende Basis zwar von einem Warenlager aus. Dieser Haufen an Ressourcen lagert aber auf einer frei definierbaren Insel und wird von meinen anderen Produktionsstätten automatisch beliefert – wenn sie per Nachschubroute zusammenhängen. Diese Routen können selbstredend unterbrochen werden, wenn die falsche Insel in des Gegners Hände fällt. Dann stehe ich vor der Entscheidung: Alles verlieren und auf einem anderen Eiland ein Lager hochziehen, oder den Nachschub mit einem zügigen Gegenstoß wieder in Gang bringen?

Unabhängig davon wird Zeit auch sonst wohl der entscheidende Faktor sein. Ist das Warenlager zu weit entfernt, schunkeln die Frachter eine gefühlte Ewigkeit in Richtung Flugzeugträger, der wegen mangelnden Kugeln und Benzin wie eine lahme Ente auf den Weiten des Ozeans herumschwimmt. Zwar kann ich solche Längen per Zeitraffer überbrücken. Aber was hat mein Widersacher in der gleichen Zeit alles angestellt? Vielleicht seine Einheiten mit effektiveren Waffen ausgerüstet? Deren Panzerung verstärkt?

Carrier Command: Gaea Mission

- Duell der Flugzeugträger: Der Klassiker für die Ewigkeit aufbereitet
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Anders als im Klassiker dürft ihr diesmal auch an vorderster Shooter-Front kämpfen.
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All diese Aufrüstungselemente muss ich auf meinen Inseln herstellen, nichts wird mir geschenkt. Dabei wird es wichtig, wo ich was produziere, denn die Landflecke des Archipels haben drei unterschiedliche Ausprägungen. Entweder sind sie auf pure Defensive ausgelegt, sind mit Minen versehen oder mit Produktionsanlagen.

Wie bei Anno oder ähnlichen Titeln wird es neben der Kampagne auch einen Sandboxmodus geben. Auch möglich soll sein, wie im Klassiker die Startvoraussetzungen frei zu definieren. Wird das Spiel also zu leicht, ist die Herausforderung selbst hochsetzbar. Und damit auch der Wiederspielfaktor.