Ein Twitter-Eintrag von Yoshinori Ono, Capcoms Game Producer der 'Street Fighter IV'-Reihe, wirft mal wieder die Frage auf, wie schlecht es tatsächlich um den einstigen Riesen aus Japan steht.

Yoshinori Ono, Capcoms Mann für die erfolgreichste 'Beat 'em Up'-Reihe der Welt, hat auf Twitter auf Anfrage verlauten lassen, dass er nur allzu gerne an einem Next-Gen-Prügler arbeiten würde. "Ich würde gerne ein Fighting-Spiel auf der Next-Gen ausprobieren. Bedauerlicherweise haben wir aber nicht die Ressourcen dazu."

GamesIndustry berichtete bereits im September, dass es Capcom finanziell nicht gut gehen soll. Trotz eines Umsatzanstiegs von knapp 600 Millionen Euro auf 686 Millionen Euro, fiel der Gewinn um fast die Hälfte auf 23 Millionen Euro.

Mit ein Grund für die Verluste waren die nicht erfüllten Verkaufserwartungen bei Top-Titeln wie Resident Evil 6, das zwar stark begann, aufgrund der schlechten Wertungen aber schnell im Verkauf fiel und letztlich nur 4,9 Millionen Exemplare statt der erwarteten 7 Millionen verkaufen konnte. Auch das Reboot der 'Devil May Cry'-Reihe mit Ninja Theorys DMC - Devil May Cry fiel da leider durch, obwohl man mit 2 Millionen Exemplaren sowieso schon niedrige Erwartungen hatte, verkaufte sich das Spiel lediglich 1,15 Millionen Mal.

Schaut man sich die Release-Liste Capcoms für das Jahr 2013 an, sieht man noch weitere, eigentlich große Spiele, die hinter den Erwartungen zurückblieben. Remember Me verkaufte sich gerade mal 0,19 Millionen Mal, Lost Planet 3 kommt auf nur 0,14 Millionen verkauften Exemplaren, Resident Evil: Revelations verkaufte sich trotz Multiplattform-Veröffentlichung auf 3DS, PS3, Xbox 360, PX und Wii U gerade mal 1,29 Millionen Mal und Darkstalkers Resurrection begrub sich mit katastrophalen 0,04 Millionen verkauften Exemplaren.

Lediglich Titeln aus der 'Monster Hunter'-Reihe können sichere Einnahmen für Capcom garantieren. Und den Großteil erwirtschaftet das Unternehmen dabei in Japan. Derzeit hat Capcom noch rund 111 Millionen Euro auf der Bank. Klingt für den kleinen Mann nach einer ganzen Menge. Doch für ein internationales Unternehmen, das den Sprung in die Next-Gen plant und laufende Kosten abdecken muss, ist das gerade genug zum Überleben.

Um sich hier aus der Schlinge zu ziehen, will Capcom in Zukunft verstärkt in DLC und in den mobilen Markt investieren, in dem das Unternehmen mit Smurf Village bereits einen Hit aufzuweisen hat.

Ebenfalls unausweichlich scheinen personelle Kürzungen. So teilte Capcom Anfang Oktober mit, dass bei Capcom Europe mehr als die Hälfte der Belegschaft gekündigt werde.

Gerade hat Capcom die Capcom 30th Anniversary Character Encyclopedia herausgebracht. Muss man fürchten, dass es vielleicht keine 40th Anniversary geben wird?