Wie oft hat man als Spieler schon den zweiten Weltkrieg gewonnen und die Normandie von den Besatzungstruppen befreit? Mindestens genau so oft, wie wir als Geheimagent oder als Elitesoldat im Alleingang eine ganze feindliche Armee ausgehoben haben, um so einen skrupellosen und wahnsinnigen Staatschef daran zu hindern, die Welt in den Abgrund zu stürzen.
Aber wie oft haben wir als Clint-Eastwood-Verschnitt einen Marshall oder Banditenführer zum Duell gefordert? Die Anzahl der Spiele lässt sich an einer Revolvertrommel abzählen.
Shooter mit einem Wildwest-Szenario haben eher Seltenheitswert. Jetzt hatte gamona die Möglichkeit, sechs Akte des „Call of Juarez“-Nachfolgers „Bound in Blood“ vom polnischen Entwicklerstudio Techland anzuspielen, um so erneut den Staub zwischen den Zähnen spüren zu können.
Grundsolider Shooter, der sich mit einem unverbrauchtem Szenario, schicker Grafik und netten Ideen aus dem Genre-Einerlei hervorhebt.Ausblick„Bound in Blood“ ist ein Prequel alter Schule. Die Handlung spielt 20 Jahre vor den Ereignissen in „Call of Juarez“ und handelt von den Brüdern Ray, Thomas und William McCall. Es erzählt die Geschichte, wie Ray und Thomas von tapferen Soldaten zu Deserteuren, bis hin zu Mördern wurden.
Die Brüder McCall kämpfen als Soldaten im amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Konföderation. Allerdings wird schnell klar, dass es den McCalls in diesem Krieg nicht um die Sklaverei, sondern um den Schutz ihrer Familie geht. Den Anfang macht eine Befehlsverweigerung, um zuerst dem Bruder in einem aussichtslosen Kampf beizustehen und im Anschluss die familieneigene Farm zu beschützen.
Ray und Thomas wollen nur ihr Heim beschützen.Auf den Befehl ihres Kommandanten hin werden die Brüder fortan als Deserteure gejagt und sind mit ihrem kleinen Bruder William zum Untertauchen gezwungen, jedoch mit dem festen Ziel vor Augen, ihre zerstörte Farm wieder aufzubauen. Ray McCall ist der frustrierte Reverand aus dem ersten Teil – dieses Mal jedoch nicht mit der Bibel unterm Arm unterwegs. Dafür werdet ihr in Erfahrung bringen können, wieso er ein Bote Gottes geworden ist.
Wir finden uns gleich in der ersten Mission in einer konföderierten Uniform wieder und sollen eine Stellung vor heranrückenden Blauröcken beschützen. Dabei fährt die Grafikengine sofort alle Geschütze auf und lässt ein wahres Effektfeuerwerk los. Kanonenkugeln schlagen ein und reißen Bäume mit sich, Soldaten kommen aus ihren Stellungen gestürmt und rennen auf unseren Schützengraben zu. Wenn wir schießen, bleibt stets nur ein kleiner Bereich scharf, der Rest verschwimmt, was grafisch schick aussieht, spielerisch jedoch Nachteile birgt, da das Sichtfeld sehr klein ausfällt und das Zielen und Erkennen anderer Feinde erheblich erschwert.

digi09.05.2009 11:20
Creasy09.05.2009 08:11
Gast08.05.2009 18:58
woldeus08.05.2009 12:16
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