




Wie kann man dieses bestenfalls halbherzige Laientheater abnicken? Wie kann man zulassen, dass dermaßen lieblose Sprecher die ruppige Wildwest-Fassade zerfetzen, die den Charme schmutzstarrender Halunken mit Dreck auf den Zähnen in starken Momenten herrlich einfängt? Wer die Vendetta mit der Hoffnung auf maskulin brummende Bässe und Gänsehautmomente startet, wird bitter enttäuscht. Es ist ja nicht so, dass die komplette Riege grundsätzlich eine schlechte wäre, aber hier klingt einfach kaum jemand so männlich und schroff, wie man es sich wünscht.
Hat man sich an die mal befriedigenden, mal grenzwertig stammelnden Sprecher gewöhnt oder einfach die Originalversion im Laufwerk versenkt, bleibt ein Spiel, das explosive Schadenfreude entfacht, wenn Brückenteile in einer Explosion gefressen werden. Ein Spiel, das solide Schießereien mit Winchester, Colt und Co. serviert, das mit beeindruckender Kulisse und intensiven Mann-gegen-Mann-Duellen entzückt. Aber auch eins, das immer wieder ärgerliche Defizite in Sachen Figurenverhalten, Regie und KI erkennen lässt. Wenn wichtige Begleiter wie die Lemminge gegen die Wand laufen, Passanten selbst im bleischwangeren Tumult stehen bleiben oder man immer wieder lebendige Reaktionen vermisst, dann bröckelt die glitzernde Fassade.
Hinzu kommt, dass Techland zwar eine authentische Kulisse zu bieten hat, die räumliche Weite aber meist nur geschickt vortäuschen kann. Wieso gibt es nicht ein paar mehr dieser offenen Passagen, wo man den Klepper durch die Steppe peitscht, Aufträge erfüllt und Geld verdient? Man hätte das Einengen mit dem Aufbrechen alter Strukturen kontern können. So bleibt unterm Strich ein gerade noch guter Wildwest-Ausflug.
Heiße Fotos vom Cowgirl-Wettbewerb



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Pompöse Kulisse mit traumhafter Weitsicht, imposanten Effekten und ansehnlicher Architektur. Auch mit den idyllischen Landschaften in den ersten Abschnitten kann Techland Eindruck schinden. Unterm Strich eine sehr gute Vorstellung.
Sprecher, von denen die meisten weder Betonung noch Dynamik mitschwingen lassen und von denen das Gros enttäuscht. Der Soundtrack kann solide Wildwest-Atmosphäre einfangen, die Effekte klingen kraftvoll. Dennoch verjubelt Ubisoft hier viel Potenzial, das fürs Erreichen der 80er-Hürde wichtig gewesen wäre.
Leider zu wenig offene Passagen, die abseits der Schlauchlevel-Struktur unterhalten. Die Gefechte lassen es krachen, die High-Noon-Duelle sind intensiv – allerdings wird die Fassade etwas zu oft von KI-Fehlern und Defiziten in Sachen Figurenverhalten zerfetzt.
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