Der Start von Call of Duty: Elite, zeitgleich im vergangenen Herbst mit Modern Warfare 3, war mehr als nur holprig. Activision musste zähneknirschend einen peinlichen Auftakt seines aus dem Boden gestampften Online-Dienstes hinnehmen, der unter zahlreichen Ausfällen, lahmarschiger Performance, mangelnder Erreichbarkeit und zig anderen Kinderkrankheiten litt.

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So langsam scheint jedoch die ärgerliche Talsohle überwunden zu sein, sogar die lang versprochene Smartphone-App steht seit einigen Tagen endlich zur Verfügung und funktioniert. Gerade noch rechtzeitig bekommt "Elite" scheinbar die Kurve, denn ab sofort stehen für Premium-Kunden die ersten zwei frischen Maps für den Mehrspielermodus des Rekord-Ballerspiels zum Download bereit.

Wer also zu den zahlenden Benutzern des neuen Online-Service zählt, erhält zur Stunde automatisch Zugriff auf "Piazza" und "Liberation" - und in den kommenden Monaten bis einschließlich September alle weiteren der insgesamt 20 Zusatzinhalte dieser "Staffel". Zunächst bleiben die Karten jedoch nur Xbox-Live-Mitgliedern vorbehalten, auch für "Elite" blechende PS3-Gamer greifen jetzt und zukünftig zu einem späteren Zeitpunkt ins virtuelle Gefecht ein. Konkrete Termine blieb der Publisher auch auf Anfrage schuldig.

Call of Duty: Modern Warfare 3 - Dropzone: Auftakt der DLC-Saison

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Auf der Piazza dominieren harte Nahkampf-Gefechte.
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Wer überhaupt nichts mit "Elite" am Hut hat und kein Abo buchen möchte, muss sich gar bis März gedulden. Erst dann will Activision die bis dahin exklusiv erhältlichen DLCs in Form einer kostenpflichtigen "Content Collection" veröffentlichen.

In einigen Wochen haben sich die Die-Hard-Fans des Shooters aber bereits auf den frischen Maps ausgetobt, Kartenkenntnis ist bekanntlich ein nicht zu unterschätzender Vorteil in den Onlineschlachten. Und wie schneiden die neuen Areale im Praxistest ab, nachdem man die insgesamt 175 MB auf die Festplatte seiner Konsole geschaufelt hat?

Piazza

Wer vom herbstlichen Winter die Nase voll hat, sollte zunächst "Piazza" ausprobieren, denn hier haben die Spieldesigner eine mediterrane italienische Küstenstadt nachgestellt. Gewiss, die idyllische Frühlingsstimmung, der Ausblick auf einen verlockenden Sandstrand, das seichte Vogelgezwitscher werden bald vom Geschützfeuer der Kombattanten übertönt. Die Atmosphäre und die stimmige Optik des recht kleinen Areals stimmen aber schon mal.

Packshot zu Call of Duty: Modern Warfare 3Call of Duty: Modern Warfare 3Erschienen für DS, PC, PS3, Xbox 360 und Wii kaufen: Jetzt kaufen:

Davon abgesehen setzt das Entwicklerduo Infinity Ward und Sledgehammer auf ein sehr verwinkeltes Setting, mit extrem vielen engen Gassen, sich kreuzenden Wegen oder unübersichtlichen Treppenaufgängen. Bemerkenswert ist, dass es erstaunlich wenig offene Häuser gibt. Lediglich ein Gebäude steht für Erkundungstouren bereit und offenbart dabei einen schnuckligen Weinkeller. Wer sich vor Luftangriffen schützen will, muss also schon rechtzeitig einige der seltenen Unterstände aufsuchen.

Insgesamt überwiegt auf der "Piazza" jedoch das Gefühl, dass relativ wenige solcher Attacken initiiert werden und Mann-gegen-Mann-Situationen überwiegen. Sniper kommen dagegen so gut wie gar nicht zum Zug, da das Gelände dafür kaum Gelegenheiten bietet. Nahkampfsituationen, Angriffe von oben oder unten, dominieren im Frühlingsambiente dementsprechend.

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Da traut sich doch glatt jemand hinter das MG.
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Liberation!

Wer sich nach "Liberation" wagt, wird mit einem völlig gegensätzlichen Szenario konfrontiert. Das Kampfgebiet befindet sich im herbstlich geschmückten New Yorker Central Park und so geben etwas offenere Landstriche, die unterbrochen sind von Brücken, kurzen Tunnels und Unterführungen, den Ton an. Wie auch bei "Piazza" findet man erstaunlich wenige Unterstell-Chancen, hier gibt es sogar nicht einen betretbaren Unterschlupf.

Da diese Map aber viel größer und weitläufiger aufgebaut ist, sind Luftattacken durch Hubschrauber und Raketen umso tödlicher - und nerviger. Obwohl es durchaus einige Höhenunterschiede und Gefälle gibt, unterstützt das Gelände an vielen Stellen Scharfschützen-Geballer - und auch das wird leider im Übermaß angenommen. Eine bemerkenswerte, spielerisch jedoch eher unbedeutende Spielerei sind die zwei montierten Maschinengewehrstellungen. Wer stellt sich schon freiwillig hinter so ein stationäres Ding und spielt ungeschützt Kanonenfutter für feindliche Truppen?

Fazit

Unterm Strich fällt der Auftakt in die DLC-Saison für Modern Warfare 3 für mich durchwachsen aus. "Piazza" bietet eine sehr feine Umgebung für packende Nahkampfgefechte, während "Liberation" mir zu offen ausfällt und kaum Schutz vor tödlichen Luftattacken bereithält.

Allerdings ist es durchaus möglich, sich mithilfe der unzähligen Spielstatistiken des "Elite"-Services auch auf Karten zu verbessern, die man eigentlich nicht mag oder nicht beherrscht. Das dort präsentierte Material mit Videos und Bildern der Karten aus der Vogelperspektive, Gefechtsanalysen mit Heat-Maps oder Tipps für Laufwege in allen Modi zeigt etliche Wege auf, sich auf dem unwegsamen Terrain zurechtzufinden und eigene Strategien anzupassen.

Selbst ohne Elite-Abo sind diese Spielhilfen Gold wert.