Anlässlich der Pre-E3-Präsentation von Call of Duty: Modern Warfare 3 vor wenigen Tagen in London enthüllte Activision auch erste Details zu einem damit eng verbundenen neuen Vorhaben namens "Project Beachhead", über das wir jedoch zum Stillschweigen verdonnert waren. Bis jetzt. Nun lüften wir den Kommunikationsschleier und bringen Call of Duty: Elite zum Vorschein. Nein, es handelt sich dabei nicht um den womöglich nächsten Ballerableger der Erfolgsmarke.

Vielmehr ist "Elite" ein Rundumwohlfühlpaket für alle CoD-Begeisterten, die von ihrem Lieblingsspiel niemals genug bekommen können. Ein Community-Dienst, der mit zig Funktionen weit über das hinausgeht, was Modern Warfare 3 von Haus aus liefern wird. Das neu gegründete Studio Beachhead spricht von einem "neuen Level sozialer Interaktion", das auf diesem Wege erreicht werden soll.

Call of Duty: Elite - „Der Multiplayer-Modus wird weiterhin kostenlos bleiben“

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Umfangreiche Informationen zu den Rängen und Platzierungen erwarten euch.
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Von der „Zukunft gesellschaftlicher Interaktion“ ist gar die Rede, mit der die Mehrspielererfahrung bereichert wird. Nachdem man von der Community-Reaktion auf die letzten Call-of-Duty-Ableger „weggeblasen“ worden sei, müsse die wirkliche Innovation auf der Erkenntnis beruhen, was die Spieler wollen, so die Entwickler.

Drei Säulen, ein Ziel

Demzufolge wurde Call of Duty: Elite auf drei tragende Säulen gestellt: „Connect“, „Compete“, „Improve“ - also Vernetzen, Konkurrieren und Verbessern. Mithilfe dieses neuen, webbasierten Tools sollt ihr euch also nicht nur viel besser mit allen Gleichgesinnten verbinden können, auch der Wettbewerb soll mit einer Unmenge zusätzlicher Events angestachelt und zu guter Letzt eure allgemeine Leistungsfähigkeit im Online-Spiel verbessert werden. Wie soll das funktionieren?

Tatsächlich liefert die aus dem Boden gestampfte Plattform einen sehr tiefen Einblick in jede einzelne Karriere und die verschiedenen Spiele des Franchises - optimiert wird „Elite“ jedoch für Modern Warfare 3. Alle Errungenschaften, jedes Match, einfach jeder noch so winzige Bestandteil des Mehrspielermodus wird bis ins kleinste Detail hinein erfasst und beschrieben. Alle denkbaren Infos zu Waffen, Perks oder Maps können jederzeit zur vertiefenden Lektüre abgerufen werden. Es bleibt übrigens nicht bei schematischen Darstellungen, auch unzählige Profi-Tipps sowie üppige Strategie-Guides zu allen Perks sind in Videoform abgelegt und veranschaulichen die Demonstrationen.

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Außerdem gibt's wertvolle Tipps zu Perks, Waffen und Upgrades.
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Alle Karten liegen beispielsweise in einer Art Vogelperspektive vor und können unter taktischen Gesichtspunkten analysiert werden. Eine sogenannte Heatmap der letzten Matches offenbart auf diese Weise eure Laufwege und gibt euch Hinweise über Schwachstellen im Spielverhalten.

Wie uns ein späterer Selbsttest (anhand mehrerer Domination-Partien von „Black Ops“) zeigte, beschränken sich die Anzeigen jedoch nicht auf die eigene Spielfigur, auch die Daten von Kontrahenten und Freunden sind fast zeitgleich nach dem Spielende online abrufbar und geben so wertvolle Anhaltspunkte über die Ursachen von Sieg und Niederlage oder erreichte Kill- und Death-Streaks. Das alles natürlich mit dem Ziel, eure Spielweise zu verbessern.

Elite für Profis

"Elite" soll darüber hinaus die Vernetzung der Spieler vorantreiben und bietet dafür etliche Optionen. So wird es möglich sein, nach Profilen mit ähnlichen Interessen zu suchen, um neue Kontakte zu knüpfen, wird es Facebook-Anbindungen geben und außerdem auch in diesem Bereich massig Statistiken inklusive Kommentarfunktionen. Abgerundet wird dieser Themenblock mit dem „Theater“, in dem vor allem „User generated content“, also etwa selbstproduzierte Clips und Bilder, abgebildet und eingebunden sind, beispielsweise Videos von CoD-affinen Youtube-Inhalten.

Die für viele Fans zentrale Thematik dürfte sich jedoch im Bereich "Wettbewerb" befinden, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten soll: Vom Anfänger (die beispielsweise Screenshot-Vergleiche austragen ...) bis zum Vollprofi soll es täglich aktuelle Herausforderungen, „Operationen“ und Events geben.

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Nicht zu vergessen: Guides zu sämtlichen Karten.
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Für einige Teilnahmen kassiert ihr lediglich neue Auszeichnungen und Abzeichen, andere locken dagegen mit lukrativen Preisgeldern und wertvollen Sachpreisen wie iPads. Auf Anfrage erklärte Activision, dass man bestrebt sei, lokale, also länderspezifische Aktionen, durchzuführen. Aufgrund der Glücksspielproblematik in Deutschland müssten Details jedoch noch ausgearbeitet werden.

Allerdings, und jetzt kommt der Haken, wird nur ein geringer Teil von „Call of Duty: Elite“ kostenlos sein. Lediglich der kostenpflichtige Premium-Account umfasst das komplette Angebot. Was beim Start (vermutlich zeitgleich zu Modern Warfare 3) genau und zu welchem Preis erhältlich sein wird, ist bisher unbekannt. Der Publisher machte hierzu schlicht noch keine Angaben. Jedoch betonte man von offizieller Seite mehrfach, dass der Multiplayer-Modus auch in Zukunft völlig kostenfrei bleiben wird - jedenfalls der Anteil, der mit dem Spiel mitgeliefert wird.

Für DLC-Inhalte wird man also weiterhin extra blechen müssen - es sei denn, man ist zahlender Kunde bei „Elite“. Hier sollen die kommenden Zusatzinhalte nach dem Motto „all inclusive“ im Preis inbegriffen sein. Außerdem plant man, den für alle Plattformen erhältlichen Dienst kontinuierlich weiterzuentwickeln, sodass es neben der Web-Schnittstelle auch Ableger für mobile Endgeräte, Fernseher und auch Ingame geben soll.

Ausblick

Ich bin mir sicher, dass „Call of Duty: Elite“ die Spielergemeinschaft spalten wird wie so viele Bezahldienste zuvor. Aber immerhin: Ihr werdet aller Voraussicht nach nicht für etwas Kohle hinblättern müssen, das früher zum Gesamtpaket gehörte - alle Single- und Mehrspielerinhalte gehören laut Activision „out of the box“ zum Hauptspiel. Wer viel mehr Funktionen, Wettbewerbe, Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten, Tipps und umfangreiche soziale Interaktionsmöglichkeiten will, wird dafür aber in die Tasche greifen müssen.

Wie tief? Den Preis hat Activision noch nicht genannt, aber wenn alle DLC-Inhalte Teil des Premium-Angebotes sein werden, dann kann sicher jeder selber hochrechnen, welche Kosten auf ihn zukommen - und ob er zu der eher angesprochenen Profi-Zocker-Zielgruppe gehört.

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