Völlig losgelöst, voooon der Eeerde, schwebt das Raumschiff schwerelooooos. Wer hätte gedacht, dass dieser Gassenhauer eines Tages auch als Titelsong für Call of Duty getaugt hätte? Ich jedenfalls nicht, auch wenn ich offenbar zu den Wenigen gehöre, die sich das erhofft haben: CoD im Weltraum, das habe ich schon lange ersehnt und jetzt wurde ich endlich erhört. Die E3 in Los Angeles war genau der richtige Ort, um ein bisschen mehr über das Spiel von Infinity Ward zu erfahren.

Genauer gesagt habe ich zwei Missionen des Spiels erlebt, selbst zocken durfte ich aber leider noch nicht. Im Mittelpunkt steht dabei ein gewisser Nick Raines, der Held des Blockbuster-Shooters. Im Auftrag Black Sky verschlägt es ihn mit seinen Kameraden nach Genf, wo man einen Angriff der Aggressoren zurückschlagen soll. Als das Squad, zu dem auch ein Droide gehört, im Zielgebiet landet, schlägt "zufälligerweise" ein mächtiges Geschoss ein.

So sieht Inszenierung á la CoD aus - kaum ist man irgendwo angekommen, zerrt einen das Blockbuster-Geschehen sofort ins Spiel rein. Die Szene erinnert mich an 9/11, denn nach dem Einschlag pest eine fette Rauch-und Staubwolke heran, die alles Licht verschluckt und die nähere Umgebung in Dunkelheit taucht. Wo gerade noch Zivilisten panisch die Flucht ergriffen, legt sich trügerische Stille über das Geschehen.

Call of Duty: Infinite Warfare - Schiffsangriff Gameplay17 weitere Videos

Nur langsam erhält Raines wieder Durchblick, die Sichtweite beträgt aber nur wenige Meter. Verwirrte oder teilnahmslose Zivilisten taumeln ihm und seinen Kameraden entgegen und sie helfen, wo sie können. Dann plötzlich in einer engen Gasse kommt das, womit man rechnen konnte: die kleine Schar wird aus dem Hinterhalt von einem feindlichen Roboter attackiert und der frisst richtig viele Kugeln, bevor er endlich den Dienst quittiert. Die Szene erinnert unweigerlich an Filme wie Terminator, was vielleicht auch am brachialen Waffensound liegt, der bei ohrenbetäubender Lautstärke durch Mark und Bein dringt.

Kaum sind die ersten Feinde erledigt, schafft der Feind Nachschub heran. Mit Drop Pods, die quasi vom Himmel fallen. Interessant ist, dass Raines dabei nur eine Waffe zu verwenden scheint, die er je nach Situation anpasst. Also von Schrotflinte auf Sturmgewehr umschaltet, wie es gerade erforderlich ist. Außerdem setzt der Held eine Art EMP-Granate ein, die sich insbesondere gegen die Bots als äußerst effektiv erweist. Während im Hintergrund riesige Landungsschiffe weitere Feindeskräfte herankarren demonstriert Activision eine weitere technologische Neuerung: eine Art Spinnendrohne, die man Gegnern buchstäblich an den Hals hetzen kann, wo sie dann detoniert. Cooles, aber gefährliches kleines Ding!

Der Ausflug in den Sternenkrieg tut Call of Duty richtig gut!Ausblick lesen

Auf dem Weg zu einem Turm kämpft sich das Squad unter unmenschlichem Beschuss von Infanteristen und Jägern voran. Es ist dabei nicht zu übersehen, dass an der Grafikengine der Zahn der Zeit nagt. Ja, den Entwicklern ist eine stabile Framerate wichtiger als brillante Optik, ich weiß. Trotzdem sieht das Ganze ein wenig altbacken aus. Das wird umso mehr bewusst, als Activision später den ersten Level von Modern Warfare zeigt und diese Remastered Version nicht viel schlechter aussieht als Infinite Warfare. Unendlich lange sollte man diesen technischen Unterbau wirklich nicht strapazieren.

Call of Duty: Infinite Warfare - Call of Sternenkrieg

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Call of Duty wagt sich in neue Bereiche vor.
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Doch zurück zum Spiel: Zwei Neuerungen fallen mir beim Sturm auf das UNSA-Gebäude noch auf. Zum einen kann Raines mithilfe fortschrittlicher Cyber-Implantate offenbar die Technik seiner Kontrahenten hacken. Auf diese Weise aktiviert er nämlich den Selbstzerstörungsmechanismus eines Landungsschiffs, das daraufhin explodiert. Außerdem kann man einen Jackal-Kampfflieger anfordern, der mit seiner Firepower die feindlichen Reihen lichtet.

Verschnaufpausen gibts auch im All nicht

Klar, dass man sich auch im neuen Call of Duty nicht allzu lange an einem Schauplatz aufhält, der Spieler will schließlich ein wenig herumgescheucht werden. Deshalb steigt Raines selbst in einen Jackal ein und braust als Teil einer größeren Kampf-Flotte ab ins All. Dort steht ein fettes Gefecht gegen Raumjäger und Schlachtschiffe an. Wer hat gesagt, dass nur Star Wars den Sternenkrieg liefert? Die Inszenierung ist bombastisch wie eh und je, auch wenn die Steuerung jetzt nicht allzu komplex wirkt: anfliegende Raketen kann man mit Gegenmaßnahmen loswerden und stattdessen selbst welche auf den Weg schicken. Im Gefecht gegen Jäger der feindlichen Invasoren hilft zudem eine Bordkanone weiter. Das von Trümmerteilen übersäte Areal wirkt recht klein, viel Raum für explorative Ausflüge bleibt hier sicher nicht. Bevor man das feindliche Kriegsschiff überwindet, müssen schließlich noch dessen Geschütze zerstört werden, doch ein paar Raketen erledigen das präzise.

Call of Duty: Infinite Warfare - Call of Sternenkrieg

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Auch im All geht es hoch her.
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Nach einigem Hin und Her erhält Raines schließlich den Auftrag, ein massives feindliches Kriegsschiff zu zerstören, das sich in der Umlaufbahn des Mondes befindet. Diese Mission demonstriert noch ein paar weitere Neuerungen: so beispielsweise Scharmützel in der Schwerelosigkeit, denn das Schiff soll geentert werden. Dafür steigt Raines aus und krallt sich die Widersacher buchstäblich mit einem Greifhaken. Dabei kann er sie nicht nur an sich heranziehen, um sie im Nahkampf zu erledigen, er steckt ihnen dabei auch wahlweise einen Sprengsatz an, der sie zu Weltraummüll verarbeitet.

Die Infanterie-Scharmützel haben schon was Cooles, zumal man die umherfliegenden Trümmer als Deckung verwendet, während im Hintergrund die Schlacht weitertobt und das Großkampfschiff seine Geschütze pausenlos abfeuert. Im Schiff selbst bringt das Team dann Sprengladungen an, um es in die Luft zu jagen. Kurz vor der erfolgreichen Flucht vom totgeweihten Riesen kommt noch eine weitere coole Waffe zum Einsatz: eine Granate, die in einem begrenzten Areal die Schwerkraft aufhebt und die verdutzten Gegner wehrlos durcheinander purzeln lässt und sie so zu einfachen Zielen macht. Lustig.