Activision schwingt die Hollywood-Keule und lässt Ron „Hellboy“ Perlman, Heather „Austin Powers“ Graham und Jeff „Independence Day“ Goldblum in einer Zombie-Gangsterwelt der 40er aufräumen, die irgendwo zwischen Noir und The Darkness steht.

Lange, lange ist es her, doch erinnert sich hier noch jemand an den legendären Gameplay-Gag von Hideo Kojima? Jener, bei dem ihr im Kampf gegen Psycho Mantis den Controller in den zweiten Port der PlayStation stecken musstet, weil er dann nicht mehr erahnen konnte, wie ihr angreifen werdet? Es war purer Wahnsinn, hat sicherlich dem ein oder anderen Gamepad das Leben gekostet und würde heute von keinem Entwickler mehr gewagt werden. Doch auch Treyarch will mit Call of Duty: Black Ops 3 „Superfans“ abholen, wie Chefautor und Zombie-Director Jason Blundell auf der Comic Con verraten hat.

So müsst ihr jeweils ein bestimmtes Easter Egg in allen Zombie-Teilen der Treyarch-Spiele, also World at War (dort war es nur die Karte Mob of the Day), Black Ops, Black Ops 2 und Black Ops 3, finden, um eine große Überraschung freizuschalten. Was genau das sein wird, wurde nicht verraten, aber Reddit, Neogaf & Co. werden das Geheimnis sicherlich im November lüften. Fest steht: Der Zombie-Modus von Call of Duty: Black Ops 3 wird mit witzigen Anspielungen und Querverweisen nicht gerade geizen.

Call of Duty: Black Ops 3 - Shadows of Evil: Hellboy in Zombie-Vegas

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40er-Jahre Setting, Cowboy-Hut, aber modernes Sturmgewehr. Die Zombie-Kampagne will Einflüsse aller Treyarch-Spiele mixen.
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Zwei Geschichten: Nazi-Zombie-Klassik und Noir-Gangster der 40er

Prinzipiell gibt es mehrere Handlungsstränge, die wohl irgendwann zusammengeführt werden. In „The Giant“ werdet ihr die Geschichte der Zombie-Kampagne aus Black Ops 2 weiterspielen, ergo wieder mit Fred Tatasciore als Nikolai, Steve Blum in der Rolle des Dempsey und Tom Kane als Takeo auf die Jagd nach Richtofen gehen – der wird von Nathan Drake höchstpersönlich, Nolan North, gespielt. Tonal ergibt das zwei komplett unterschiedliche Welten, weil die Richtofen-Geschichte in erster Linie in düsteren, recht engen Katakomben und Forschungsanlagen spielt. Das Szenario in den 40ern arbeitet hingegen mit überzeichneter Kolorierung, bunt strahlenden Werbetafeln und vor allem sehr viel mehr Raum, weil es nicht nur Bars und Stripclubs, Hotels und Kasinos als Location beinhaltet, sondern auch einen langgezogenen Plaza.

Geballert wird dort übrigens mit allem, was das Waffenarsenal aller Treyarch-Spiele hergibt: genauso mit Bushmaster ACR und FN Scar wie mit der guten alten Thompson oder dem Python-Revolver. Nur die Charaktere sind strikt auf die wilden 40er gemünzt: Da gibt's einen Boxer mit Schlagring, einen korrupten Cop, brutalen Gangsterboss, zwielichtigen Zauberer und eine Femme Fatal, die mit Rouge auf den Wangen und verführerischem Blick nicht nur Hirnliebhaber in die Todesfalle manövriert.

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Mission Hollywood: Ron Perlman, Heather Graham, Jeff Goldblum im Cast

Die Exo-Zombies aus Advanced Warfare waren ganz nett, man merkte ihnen aber in jedem DLC an, das sie auf Low-Budget liefen. Sledgehammer hat einen Großteil seines Geldes in Hollywoodstars für die Story-Kampagne investiert, vor allem sicherlich in Kevin Spacey. Laut allamericanspeakers.com kostet eine Rede von Kevin Spacey ab 200.000 US-Dollar aufwärts, Activision wird für mehrere Tage im Studio also etliche Millionen an Mr. President aus House of Cards überwiesen haben. Da blieb nicht mehr viel übrig für die Exo-Zombies, die leider mit sehr wenigen Zwischensequenzen und einer eher mageren Geschichte abgespeist wurden.

Packshot zu Call of Duty: Black Ops 3Call of Duty: Black Ops 3Erschienen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Black Ops 3 wird in der Produktion sehr viel günstiger sein, schließlich erstellt ihr euch alle Koop-Charaktere selbst, ein großer Triple-A-Schauspieler wurde auch als Antagonist bislang nicht enthüllt. Stattdessen holt man sich für die deutlich aufwendiger inszenierte Zombie-Kampagne ein paar coole Herren und eine Lady aus Hollywood, die in der A-Kategorie spielen – gute Schauspieler, keine Megastars. Jeff Goldblum war mal einer der teuersten Leute Hollywoods, der Mann für Paraderollen in Jurassic Park und Independence Day. Er spielt nun einen Magier, der mit faulen Tricks arbeitet. Heather Graham kennt ihr aus Austin Powers und Hangover, sie ist die rothaarige Femme Fatal. Quasi die spielerische Version von Emma Stone aus Gangster Squad, denn sie mimt eine Burlesque-Tänzerin, die ihre Kunden erst um den Verstand und dann ihre Schecks bringt.

Ron Perlman: „Look at this 65-year-old motherfucker and he is playing in Call of Duty“

Neal McDonough (Minority Report, Flags of our Fathers, Captain America) spielt den korrupten Polizisten, der sich von der Mafia schmieren lässt und Sons-of-Anarchy-Chefrocker Ron Perlman ist dabei, weil er „damit seine Kids beeindrucken kann.“ Auf dem Panel auf der Comic Con meinte er nur: „Guckt euch diesen 65 Jahre alten Sack an und er spielt in Call of Duty mit. Fuck yeah.“ Perlman spielt einen Boxer, der stets einen Schlagring in seine Handschuhe steckt. Und wie kommen die Zombies in die 40er? Nun, es gibt da einen Shadow Man, gespielt von Robert Picardo (Der Doktor von Raumschiff Voyager), der das Quartett für ihre Sünden bestraft und in einen wilden Mix aus Table-Dance-Bars und Luxushotels in der fiktiven Stadt Morg City schmeißt. Die erinnert an eine Mischung aus New York sowie Las Vegas und traditionell wollen hier auch gerne ein paar Zombie-Hundertschaften an die Bar um Hirncocktail zu schlürfen.

Call of Duty: Black Ops 3 - Shadows of Evil: Hellboy in Zombie-Vegas

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Heather Graham spielt die Femme Fatal Jess. Ihr Charme wirkt bei den Untoten allerdings weniger, da müssen eher Messer, Schwerter und Wummen ran.
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Tentakel und Raketenschilde aus dem Kaugummi-Automaten

Spielerisch übernimmt abermals Commander Zufall die Kontrolle: Ab einer bestimmten Abschusszahl spuckt ein mysteriöser Kaugummi-Automat magisch geladene Kugeln aus, die euch ziemlich beeindruckende Fähigkeiten geben. Als würde Jeff Goldblum gerade Nachwirkungen der Alien-Invasion aus Independence Day erleben, schießen ihm Tentakelarme aus dem Körper. Das Spiel wechselt dann in eine Art Wackelkamera-Perspektive, das Bild färbt sich leicht grünlich, die Sicht verschwimmt. Mit harten, gezielten Angriffen und leichteren, auf Flächenschaden getrimmten Rundumschlägen zerschnetzelt ihr die Zombiemeute. Eine coole Idee, wenn auch ganz schön dreist von den Starbreeze Studios und The Darkness gemopst.

Die kreative Zombie-Kampagne trifft auf die Fortsetzung des Black-Ops-2-Klassikers. Das hier könnte sogar die spannendere Koop-Kampagne von Black Ops 3 werden.Ausblick lesen

Generell geht's bei den Spezialwaffen weniger in die Hightech-Ära wie in Advanced Warfare, sondern mehr ins Fantastische. Geworfene Messer verwandeln sich bei Aufprall in Handgranaten und magische Schwerter lassen sich wie ein Bumerang werfen, um Untotenköpfe abzuspalten. Redaktionsfavorit ist aber auf jeden Fall das Raketenschild, auch wenn es vielmehr eine Bunkertür mit Raketenantrieb ist. Es ist eine Waffe, die sich nur einmalig einsetzen lässt, aber perfekt geeignet ist, um sich aus einem Kessel freizuschlagen. Einfach Antrieb zünden, Zombies matschen, Spaß haben.