Activision und Treyarch haben Call of Duty Black Ops 3 einer kleinen Schar Journalisten in Los Angeles vorgestellt. Business as usual möchte man meinen - auch ich habe keine großen Überraschungen erwartet. Doch denkste! Es gibt durchaus Überraschendes und Neues aus dem CoD-Lager zu vermelden. Vielleicht kann euch das ja genau so aus der Verteidigungshaltung locken wie mich? Aber lest selbst...

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Soll ich mit dem Wichtigsten anfangen? Der Singleplayer-Modus von Black Ops 3 wird einen Koop-Modus für vier Spieler beinhalten. Man muss sich also nicht länger allein durch die Kampagne ballern, sondern holt sich online (oder per Splitscreen auch offline) Mitspieler dazu. Das hört sich schon mal ganz cool an. Die Konsequenz dieser Entscheidung: Schlauchlevels sollen, so Treyarch im Gespräch mit gamona, der Vergangenheit angehören.

Call of Duty: Black Ops 3 - Gemeinsam in den Hightech-Krieg

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Black Ops 3 wartet mit vielen Neuerungen auf.
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Die Umgebungen sollen - zumindest da, wo die Handlung keine Einschränkungen erfordert - deutlich offener sein und euch mehr Spielraum geben. In der gezeigten Mission positionierte sich etwa ein Scharfschütze auf einer höheren Position, während ein anderer Spieler in dieser Zeit die Kontrolle über eine Drohne übernahm. Dabei kann man sich mit dem sogenannten T-Mode gegenseitig vor gefährlichen Stellungen warnen, indem visuelle Markierungen auf die herumstehenden Objekte projiziert werden.

Es ist aber nicht nur die Abkehr von allzu linearer Spielweise, die überrascht. In Black Ops 3 werde ich eine Spielfigur dirigieren, die ich von Beginn an mit individueller Ausrüstung ausstatten kann, die Erfahrung hinzugewinnt und deren Fertigkeiten ich bestimme. Der Ausbau des Helden-Talente wird - unabhäging von der restlichen Ausrüstung - in zwei Kategorien möglich sein. Das Cyber Core verleiht mir die Fähigkeiten, Computer zu hacken oder Drohnen zu steuern während das Cyber Rig eher Fähigkeiten ausbaut, die passiver Natur sind: Bewegungsverbesserungen und defensive Kräfte.

Interessant: Selbst mit Schießprügeln oder Talenten, die ich erst später im Spiel freischalte, kann ich in frühere Levels zurückkehren und so hochgerüstet entweder Kumpels helfen oder sogar Spiel-Inhalte erleben, die ich zuvor noch nicht gesehen habe. Gesteuert wird diese Charakter-Entwicklung in einem "Safe House" - dort laufen alle Fäden zusammen, kann ich mir Gegenstände anschauen, mehr zum Hintergrund der Handlung erfahren, mir aber auch das Loadout meiner Mitspieler anschauen und mich zwischen den Missionen mit ihnen treffen.

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Weniger linear, koopfreundlicher und spielerisch abwechslungsreicher soll es werden.
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Um dieser "off the rail"-Spielweise (wie es Treyarch bezeichnet) entgegen zu kommen, werden auch gravierende Änderungen an der KI der Feinde vorgenommen - versprechen die Entwickler. Das heißt, sie sollen nicht einfach nur das tumbe Kanonenfutter früherer CoD-Games sein, sondern miteinander kommunizieren und auf das Verhalten der Spieler reagieren. Dabei können sie auch verschiedene Formationen einnehmen und beispielsweise eine Art Phalanx bilden, um einen strategischen Vorteil im Gefecht zu erhalten. Wie gut das tatsächlich funtionieren wird, sei vorerst allerdings dahingestellt.

Hier steckt so viel Neues drin, dass auch CoD-Verweigerer durchaus mal einen Blick riskieren sollten.Ausblick lesen

Eine Story hat das neue Black Ops natürlich auch - sie basiert lose auf den Geschehnissen des Vorgängers, spielt etwa 35 Jahre später. 2060 hat sich die Weltlage nochmals verändert, zwei große Machtblöcke stehen sich gegenüber. Mein Held ist Teil einer Elite-Spezialeinheit und soll das Verschwinden seiner Kameraden in Singapur aufklären. Auf die zurückliegenden Drohnenangriffe eines gewissen Menendez haben die Nationen reagiert und einen Anti-Luftangriffs-Schild aufgebaut - das könnte sich natürlich auf das Design der Missionen auswirken, Details dazu wollte Treyarch aber noch nicht nennen.

Weitere Überraschungen!

Die nächste Überraschung erwartete mich tatsächlich im Mehrspielermodus. Nicht nur inhaltlich - denn, unüblich zu diesem Zeitpunkt, ich durfte sogar schon knapp zwei Stunden selbst zocken! Doch der Reihe nach. Treyarch will in Black Ops 3 nicht nur kleine Details ändern, sondern das grundlegende Gameplay zumindest in einzelnen Aspekten auf den Kopf stellen. Das Ziel: Das Momentum soll dahingehend geändert werden, dass ein ständiger Action-Flow ohne Unterbrechungen zustandekommt und ich die Waffe praktisch immer im Anschlag habe.

Neu ist also, dass die Spielfigur die Waffe nicht senkt, wenn ich über Objekte springe, ich im Sprung 180 Grad-Drehungen vornehme, um sofort zu ballern. Das funktioniert im ersten Praxistest hervorragend, selbst beim neuen Feature Wallrun - wo man tatsächlich an Wänden entlangrennen kann - oder beim neuen Powerslide, der mich auch um die Ecke rutschen lässt, kann ich ohne Verzögerung voll drauf halten. Genau so gut funktioniert das auch beim Power Jump, der, ähnlich einem Jetpack, gut dosierte Sprünge erlaubt, aber (schnell aufladende) Energie kostet. Sprinten kann man dafür jetzt ohne Begrenzung.

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Die Specialists sollen schwächeren Spielern zum Machtgefühl verhelfen.
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Doch das ist noch längst nicht alles. Auf Grundlage des nach wie vor bestehenden Pick-10-Systems für den generellen Loadout, will Treyarch CoD zugänglicher und belohnender für diejenigen Spieler machen, die eher zum Durchschnitt gehören. Das heißt, wer sonst eher selten Scorestreaks und die damit verbundenen Fertigkeiten erreicht, soll nun leichter an mächtige Attacken oder Waffen gelangen. Und das sollen die Specialists ermöglichen. Das sind neu geschaffene Spezial-Rollen, die unabhängig vom sonst gewählten Loadout ausgewählt werden müssen. Jede dieser Zusatzrollen besitzt eine spezifische, individuelle Hintergrundgeschichte und weist mir als Spieler eine spezifische Elite-Soldat-Rolle zu.

Nehmen wir als Beispiel "Ruin" - er schleppt die "Gravity Spikes" mit in die Schlacht. Nachdem die Waffe durch erfolgreiche Aktionen oder schlicht abwarten (was natürlich länger dauert) aktiv wird, lässt sich ein einmaliger extrem starker Flächenschaden anrichten. Es ist keine Seltenheit, dass dabei gleich mehrere feindliche Spieler gekillt werden. Alternativ entscheidet man sich vor Beginn der Runde für die zweite Fähigkeit: Overdrive. Die verleiht mir für eine kurze Zeit einen gehörigen Tempo-Boost - das macht sich besonders gut, wenn man die feindliche Flagge ins Ziel bringen will ...

Treyarch hat fünf von später neun dieser Elite-Soldaten vorgestellt. Seraph besitzt entweder einen One-Hit-Colt namens Annihilator, der für ein paar Sekunden genutzt werden kann, oder die Fertigkeit Combat Focus, die für eine begrenzte Zeit einen Multiplikator für Scorestreaks freischaltet. Wer Outrider wählt, erhält Zugriff auf den Kompositbogen Sparrow, mit dem sich Explosivpfeile verschießen lassen - alternativ greift man zum Talent Pulse, der die Standorte feindlicher Spieler preisgibt.

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Natürlich kommt auch noch ein Zombiemodus, ist ja klar.
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Cool ist der Kampfroboter Reaper, der einen Arm in die sehr durchschlagskräftige und präzise Minigun "Scythe" verwandelt oder per Glitch-Fähigkeit die Zeit für ein paar Sekunden zurückdreht. Für jemanden wie mich, der Streaks meist nicht so einfach erreicht, ist das tatsächlich eine gute Möglichkeit, sich auch mal "mächtig" zu fühlen.

Was gibt es noch Wissenswertes zu Black Ops 3? Neben der Tatsache, dass Treyach die Individualisierungsmöglichkeiten für Waffen im "Gunsmith" noch deutlich weiter ausbauen möchte, kehrt zum Beispiel der Zombiemodus zurück. Details dazu sollen aber erst zu einem späterem Zeitpunkt veröfentlicht werden. Klar ist lediglich, dass es auch hier wieder eine eigene Handlung und Levelaufstiege geben wird. Außerdem versprechen die Entwickler, der PC-Version deutlich mehr Aufmerksamkeit zu widmen als früher. Die Skalierung für alle möglichen PC-Leistungsstärken soll besser gelingen - bis hin zur Unterstützung von 4K-Auflösungen.