Es ist mal wieder so weit. Naja, fast. Ein neues Call of Duty steht kurz vor der Fertigstellung, kommt aber erst Anfang November raus. Das ist mittlerweile ja zur Routine geworden. Neu ist jedoch, dass uns Entwickler Treyarch erstmals seit World at War (2008) erlaubt, den Mehrspielermodus in einem Beta-Test vorab auszuprobieren. Diese Gelegenheit zu einer Preview haben wir uns selbstverständlich nicht entgehen lassen!

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Vom kompletten Spiel ist die Beta natürlich ziemlich weit entfernt. Lediglich drei Maps und sieben Modi sind enthalten - möglicherweise wird bis zum Ende des Tests auf der PS4 (23. August) auch noch der eine oder andere geheime Inhalt freigeschaltet. Für mich ist der Mehrspieler-Part von Black Ops 3 keine gänzlich neue Erfahrung, ich habe das Ding ja schon mal auf einem Presseevent anzocken können. Trotzdem brauche ich - wie eigentlich immer - ungefähr eine Stunde, um wieder reinzukommen. In diesen eigenartig süchtig machenden Flow, den das chaotische Fragfest auf mich ausüben kann.

Wie neu ist neu?

Die zentrale Frage ist: Wie stark wirken sich die neuen Features auf den Spielablauf aus? Verändern sie Call of Duty, machen sie es langsamer oder noch flotter? Ist das gut oder schlecht? Auf frische Modi kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingehen, denn bislang tischt uns Activision lediglich bekannte Modi wie Kill Confirmed, Domination oder Team Deathmatch auf. Deshalb lest ihr hier über meine Erfarungswerte zum allgemeinen Spielablauf, zu den Klassen, den Maps, den Killstreaks.

Grundsätzlich weist der Mehrspielermodus natürlich weiterhin große Ähnlichkeiten zu dem auf, was wir in den letzten Jahren von CoD gewohnt sind. Wir können uns eigene Soldaten zusammenbasteln, sie mit Waffen ausstatten, diese Wumme mit Gadgets versehen, uns Spezialfertigkeiten schnappen, die Killstreaks wählen und ab gehts ins Getümmel mit 6-12 Spielern.

Die Sache hat allerdings ein paar Haken. Zum einen müssen wir die meisten Goodies freischalten, bevor wir sie ausrüsten können. Das gilt - zumindest in der Beta - auch für einige Spezialisten-Klassen und ihre eigenen zwei Talente. Dazu sammelt man während der Matches Erfahrungspunkte und Tokens, um neue Spezialisten und ihre Begabungen freizuschalten. Jeder der Spezialisten verfügt über zwei Techniken, von denen aber stets nur eine mit ins Spiel genommen werden darf. In der Regel entscheidet ihr euch zwischen passiven oder aktiven Fertigkeiten.

Call of Duty: Black Ops 3 - Alle Mann in Deeeeck... BÄM! Return of the Fragfest

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Jeder Spezialist hat zwei individuelle Fähigkeiten - die meisten enden mit One-Hit-Kills.
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Meiner Erfahrung nach wirken sich die Fähigkeiten der Spezialisten gravierend auf den Spielablauf aus, weil direkte Treffer häufig zum One-Hit-Kill führen. Ob da mit einem Bogen, einem Colt oder einem Raketenwerfer geballert wird, ist letztlich unerheblich und eher dem persönlichen Geschmack geschuldet. Die Talente benötigen zwar etwas Zeit, bis sie geladen sind, und stehen irgendwann auch schwächeren Gamern zur Verfügung - bessere Spieler profitieren aber überproportional stark von dieser Aufrüstungsspirale.

Packshot zu Call of Duty: Black Ops 3Call of Duty: Black Ops 3Erschienen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Und über dieses neue System wurde zusätzlich das alte Prinzip der Punkteserien drübergestülpt. Es gibt also natürlich weiterhin die vielen nervenden Zusatzattacken - je nachdem, gegen wie gute Gegner man antritt, hagelt es teilweise im Sekundentakt Drohnenattacken, Raketenangriffe, ferngezündete Bomben oder andere tödliche Dinge. Gerade in Modi wie Herrschaft, wo man sich ja zwingend außerhalb der Gebäude aufhalten muss, ist das schon ein ziemlicher Schmerz im Allerwertesten. Meiner bescheidenen Meinung nach sollte Treyarch hier unbedingt noch nachbessern, denn in Kombination mit den Talenten der Spezialisten passiert einfach zu viel, das übers reine Ballern hinausgeht..

Mit Schwung ums Eck

Aber das ist ja noch nicht alles: Dem futuristischen Szenario des Hauptspiels entsprechend verfügen Spieler über Mini-Raketenantriebe - also Jetpacks, mit denen sie Herumrutschen, besonders hoch Springen können oder schlicht an der Wand entlang laufen. Das sind meist kurze Manöver, da sich der geringe Energievorrat wieder aufladen muss. In der Praxis zeigt sich jedoch auch hier, dass die Jetpacks durchaus Einfluss auf die Gefechte haben. Schon allein deshalb, weil Gegner plötzlich aus ungewöhnlichen Richtungen heranpesen - stellt euch das in etwa so vor wie in The Matrix, wo man an der Wand entlang rennend auf die Feinde zuprescht und gleichzeitig ballert. Oder mit viel Schwung ankommend per Boostslide um eine Ecke rutscht, so die Kontrahenten überrascht und sie erledigt. Wer dieses System verinnerlicht, hat oft einen großen Vorteil auf dem Schlachtfeld, denn in Black Ops 3 muss man weder im Sprung, Sprint oder in anderen Situationen aufs Ballern verzichten.

Technisch noch nicht stabil, macht aber bereits einen flotten und launigen Eindruck.Ausblick lesen

Auch Streaks benötigen übrigens gewisse Level, um aktiviert zu werden, Gleiches gilt für Waffenerweiterungen. Extra-Ausrüstung benötigt wiederum Tokens - ein bisschen verwirrend ist das multiple Auflevel-Geflecht am Ende schon. In Summe habe ich den Eindruck, dass das Freischalten neuen Krempels relativ langsam vonstatten geht, aber das könnte an meiner (wohl eher moderaten) Spielgeschwindigkeit liegen.

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Auch in Black Ops 3 gibt es selbstverständlich wieder Killstreaks - und Drohnen, die UNHEIMLICH nerven können.
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Insgesamt gibt es technischerseits noch einiges für Entwickler Treyarch zu tun: Die Server sind instabil, das Matchmaking wackelt bisweilen, sodass ich häufig gar keine Partien angezeigt bekomme. Auch Spiel-Abstürze und sogar einen Hardfreeze musste ich verzeichnen. Teilweise war zudem der Ping extrem hoch (was zu Ruckelorgien führte), und das Team-Balancing erwies sich manchmal als sehr unausgewogen.

Und die drei Maps? Gefallen mir ziemlich gut! Da wäre etwa „Hunted“, die ein zentrales Gebäude mit mehrere Zugängen bietet, wo man sich vor allem im Nahkampf beharkt. Außerhalb gibt es noch zwei Hütten für Hinterhalte, einen tosenden Wasserfall (wo man auch gerne mal abstürzt ...) und coole Tauchmöglichkeiten für heimtückische Überfälle. Nur von Killstreak-Attacken darf man sich hier nicht im Freien erwischen lassen.

Bei „Combine“ handelt es sich um eine sehr verwinkelte Hightech-Industrieanlage, in der es zu extrem vielen Nahkampfduellen kommt. Die beengten Verhältnisse sind ein Fest für Spieler, die am liebsten mit Schrotflinten herumlaufen - ein, zwei Spots sind aber auch für Sniper nicht schlecht. Zudem lassen sich hier einige Wandläufe gut für Überraschungsattacken im Rücken der Kontrahenten nutzen.

„Evac“ hat die wohl verschlungenste Gebäudestruktur der drei Maps - für meinen Geschmack ist sie insgesamt zu chaotisch aufgebaut, was zumindest meinen Spielfluss ziemlich stört. Oft muss ich mich nach einem Respawn erst orientieren, wo ich mich überhaupt befinde, anstatt intuitiv gleich wieder loszuhetzen. Außerdem finde ich, dass einige Stellungen schwierig zurückzugewinnen/überwinden sind, wenn sich der Feind dort gut verschanzt.