„Eclipse“ ist der zweite von vier Zusatzinhalten für Call of Duty Black Ops 3 und wie gewohnt bringt das DLC-Paket vier neue Maps und eine Erweiterung für den Zombie-Modus mit. 30 Tage vor allen anderen dürfen PS4-Zocker die neuen Inhalte in Empfang nehmen. Ich habe mich unauffällig unter die hungrige Meute gemischt.

Als Erstes wirft mir das automatische CoD-Matchmaking die neue Map „Verge“ vor den Controller. Eingeweihte kennen sie in einer etwas anderen Form bereits als Banzai aus World at War. Es ist die Art von Mehrspieler-Karten, die mir bei Call of Duty eher weniger liegt und gefällt: Sie ist extrem verwinkelt, sodass sich mir die Laufwege trotz des klassischen Aufbaus in drei Wege nur langsam in die Gehirnwindungen fräsen. Dementsprechend bekomme ich hier kaum ein Bein auf den Boden. Als Grundlage der kleinen bis mittelgroßen Karte dient eine postapokalyptische Wüsten-Umgebung im Mad-Max-Stil, bestehend aus kleinen Hütten, verbunden durch dunkle Gänge und eine strategisch wichtige Brücke im Zentrum, die sich bei den Scharmützeln als Nadelöhr erweisen kann. Außerdem gibt es gefährliche Tunnelsysteme mit ein paar Abzweigungen und eine längere Unterwasser-Passage (ein Abwassergraben), die für ein wenig Abwechslung sorgen. Insgesamt ist die Karte ziemlich eben gestaltet, die fehlende Vertikalität dürfte Snipern kaum in die Karten spielen, und auch Wallrun-Passagen gibt es nur wenige.

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Als Nächstes werde ich mit der schönsten Maps seit Langem konfrontiert: Knockout. Im Prinzip ist es eine Martial-Arts-Arena, ein Shaolin-Tempel, der 70er-Jahre-Flair verströmt. Beherrscht wird die Szenerie zunächst von den blühenden Kirschblüten und umherfliegenden Sporen sowie den typischen Pagodenbauten. Im Zentrum der klar und ohne viel Schnörkel strukturierten mittelgroßen Karte befindet sich ein großer Bau, der ein kleines Schmankerl enthält: Eine 70-Jahre-Disco-Flair mit Mucke, von der man sich aber nicht ablenken lassen sollte - sonst ... na, ihr wisst schon. Auch wenn es hier zwei, drei Parcours-Elemente gibt, ist auch diese Map eher eben aufgebaut und bietet kaum Raum für vertikale Überraschungsmomente - es sei denn, man stürzt in einen der wenigen Abgründe und lässt sich aufspießen. Ach ja - guckt euch dort mal ein bisschen um, vielleicht entdeckt ihr ja die Bruce-Lee-Gedenkwand.

Die nächste Karte, Spire, ist für mich das Highlight des Eclipse-DLC. Dabei handelt es sich um ein futuristisches suborbitales Flughafenterminal oberhalb einer dichten Wolkendecke. Die recht große Map ist sehr weitläufig aufgebaut und geradezu ein Paradies für Sniper und Camper. Sie wird beherrscht von langen Gängen, von weißen Bauten, Glaswänden und selbstverständlichen vielen Gelegenheiten für Wallruns, mit denen man in den Rücken der Gegner gelangen kann. In Sachen Vertikalität bietet die Map ein, zwei Punkte (also Fenster), von denen aus sich Gegner gut von oben beharken lassen - ansonsten ist die Map mit überraschend wenig Choke-Points versehen, das Ganze ist dafür vielleicht einfach zu geradlinig aufgebaut. Trotzdem macht mir die Karte gerade wegen ihrer klaren Struktur am meisten Spaß von den Neuankömmlingen.

Bei Rift handelt es sich um eine typische CoD-Map, einen Militärkomplex hoch über einem aktiven Vulkan. Das Grundgerüst stellen dabei Industrie-Anlagen, Computer-Terminals, Roboteranlagen und ähnliche Gebäudestrukturen. Das Ganze ist recht klein gehalten und erinnert in der Gestaltung ein wenig an „Rise“ aus dem letzten DLC. Von daher ist die Map auch eher wenig spannend, wenn man mal von den Abstürzen in die Lava absieht oder dem vorbeihuschenden Lastzug. Insgesamt ist Rift eher wieder etwas für Fans verwinkelter Karten und plötzlicher aufeinandertreffen in engen Tunnels und kleinen Werkshallen, Sniper dürften auch hier eher wenig Freude an ihrem „Job“ haben. Ähnliches gilt für diejenigen, die vertikale Strukturen zu ihrem Vorteil nutzen wollen - nur an einem Punkt gibt es zwei gegenüberliegende Fenster, die natürlich direkt am einzigen Nadelöhr der Map gelegen sind. Kann man machen, ich finde die Map aber zu 08/15, um sie wirklich oft spielen zu wollen.

Call of Duty: Black Ops 3: Eclipse - Schön, untot und kostspielig

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Auch Zetsubou no Shima für den Zombie-Modus macht was her... wenn man denn geeignete Mitspieler findet.
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Und zu guter Letzt gibt es noch für Zombie-Feinschmecker „Zetsubou No Shima“. Nach der „Eiswüste“ des vorherigen DLC verschlägt es uns diesmal ins genaue Gegenteil - nämlich auf eine abgelegene Pazifikinsel. Unser Ziel (außer überleben): Die Geheimnisse finsterer Experimente von Abteilung 9 aufdecken. Dort landen die Zombie-Jäger nach einem Schiffbruch, bei dem eine mysteriöse Kugel in letzter Sekunde gerettet wird. Danach wird es aber erwartungsgemäß haarig - wenn man genügend coole Mitspieler findet, um die Zombie-Horden platt zu machen.

Packshot zu Call of Duty: Black Ops 3Call of Duty: Black Ops 3Erschienen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: ab 25,50€

In meinen Sessions bin ich leider entweder auf Typen getroffen, die nur durchhetzen oder ständig ihr eigenes Ding machen wollten. Ohne Team-Gedanke wird es aber schwierig, den Strom auf der Insel wiederherzustellen und letztlich diesem schrecklichen Ort entfliehen zu können. Dafür muss ich etwa bestrahltes Wasser sammeln, um in Dr. Montys Fabrik Stromgeneratoren zum Laufen zu bekommen. Und was dann auf mich wartet, sind nicht nur Zombies, so viel sei an dieser Stelle verraten. Unterm Strich ist es eine durchaus spannende neue Zombie-Episode, die man durchaus gezockt haben sollte.