Wie lässt sich ein Spiel verbessern, das für viele bereits nahezu perfekt ist? Infinity Ward und Treyarch liefern sich in jedem Jahr abwechselnd ein Rennen um das beste "Call of Duty" - bei Modern Warfare 3 arbeiteten beide Firmen sogar zusammen. Der Trick liegt also vor allem darin, sich im Mehrspieler-Modus voneinander abzugrenzen.

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Während etliche Fans des Blockbuster-Shooters im Singleplayer die Infinity-Ward-Games favorisieren, schlägt das Pendel mittlerweile im Multiplayer gen Treyarch aus. Mit Black Ops 2 will man diese Stellung ausbauen und setzt deshalb in der gamescom-Präsentation voll und ganz auf neue Spielelemente für Mehrspieler-Fans.

"Wir haben uns sehr viele Gedanken um die Kern-Spielmechaniken gemacht und uns die Frage gestellt, ob sie überhaupt Sinn ergeben", so Game Design Manager David Vonderhaar. Dabei sei man zu dem Schluss gekommen, dass die bisherigen Systeme den Gamer zu sehr eingeengt hätten.

Mehr Individualismus auf dem Schlachtfeld

Im Zentrum dieser Überlegungen steht demnach "Create a Class", also das Anlegen einer eigenen Spielfigur. In diesem Punkt stehen für "Call of Duty"-Fans wohl die gravierendsten Veränderungen an, denn zukünftig sollen Spieler die volle Freiheit beim Individualisieren ihrer Helden haben.

Mehr Individualisierung? Das gucke ich mir doch gerne aus der Nähe an!Ausblick lesen

"Wir wollen diese Dinge vollkommen in die Hände des Spielers legen", sagt Vonderhaar und vergleicht das neue System mit einem gigantischen Eimer, in dem alle Perks, Waffen und Gadgets zusammengewürfelt würden und zur freien Verfügung stünden.

Call of Duty: Black Ops 2 - Grenzenlose Freiheiten? Wir haben den Multiplayermodus unter die Lupe genommen!

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Dein eigener Soldat. In Zukunft soll kein Wunsch mehr offen bleiben.
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Bisher waren Spieler beim Bau ihrer Spielfiguren durch etliche Standard-Teile eingeschränkt. Jeder musste beispielsweise eine Sekundärwaffe mitschleppen, oder eine Granate. Alle fünf Klassen können im Mehrspielermodus von Black Ops 2 aber in Zukunft völlig frei zusammengestellt werden.

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Um dies zu ermöglichen, führt Treyarch ein Punktesystem ein. Für jeden Charakter stehen 10 Punkte zur Verfügung, jedes "Bauteil" kostet dabei einen Punkt. Niemand ist also mehr gezwungen, eine Pistole mitzuführen, wenn er sie ohnehin nie einsetzt.

Der "Grid" in diesem "Pick 10"-System, stellt alle Waffen, alle Gadgets, Ausrüstungsteile und Perks übersichtlich dar und erlaubt euch, die Spielfiguren bis ins kleinste Detail zu konfigurieren.

Es ist problemlos möglich, nur ein Sturmgewehr auszuwählen und auf eine Pistole zu verzichten, dafür aber mehr Perks einer Gattung als gewöhnlich auszuwählen. Oder zwei identische Zubehörteile auszuwählen, die sich gegenseitig ergänzen. So etwa den neuen Scanner-Aufsatz, der statische Feinde hinter Wänden oder innerhalb von Rauchwolken offenbart.

Score Streaks

Beim Spielablauf selbst will man noch stärker als bisher die aktiven, aggressiv spielenden Shooter-Fans belohnen. Erste Spielsessions scheinen das zu belegen, denn Black Ops 2 wird demnach noch schneller sein, als alle bisherigen Call of Duty-Ausgaben bisher.

"Wir wollen Spieler belohnen, die die Action vorantreiben und nicht diejenigen, die sich irgendwo in einer Ecke verschanzen", verspricht Vonderhaar. Zumindest einige Perks sollen deshalb erst sinnvoll einsetzbar sein, wenn man sich bewegt. Um sich bei der hohen Geschwindigkeit kleine Vorteile zu verschaffen, wird es Fertigkeiten wie "Shock Charge" geben, die den Feind für wenige Augenblicke einfriert. Zeit genug, um den gelähmten Kontrahenten auszuschalten.

Und das führt uns direkt zu den neuen "Score Streaks", denn auch Black Ops 2 wird seine Spieler weiterhin für hintereinander erzielte erfolgreiche Aktionen belohnen. Noch mehr als früher setzen die Entwickler aber auch hier auf diejenigen, die die Ziele der jeweiligen Modi aktiv und aggressiv verfolgen. Hier gibt es noch häufiger Bonuspunkte, die sich mit allen anderen Punkten addieren.

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Immer mehr Freiraum im Multiplayermodus. Wo das wohl noch hinführt?
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Dieser "Score" ist unabhängig von den gewonnenen Erfahrungspunkten und treibt die Freischaltung von speziellen Manövern oder Gadgets frei. Etwa dem A.G.R., einem Mech-ähnlichen Hitech-Monster, das Schaden ohne Ende austeilt. Neu an vielen dieser Streak-Gadgets: sie agieren entweder autark - oder werden auf Wunsch vom Spieler gesteuert.

Das Score-System ist so flexibel, dass teilweise gleich mehrere Streaks gleichzeitig freigeschaltet werden und ich die Auswahl habe, welche ich einsetzen will. Cool könnte die Interaktivität einiger Streaks sein, denn ihr könnt mit einer Hellfire-Rakete entweder einzelne Ziele verfolgen oder lieber ein ganzes Gebiet unter Feuer nehmen.

Piloten von herbeigerufenen Kampffliegern werden zukünftig übrigens Rückmeldung auf ihren Einsatz geben - also die Zahl abgeschossener Feinde mitteilen, funken, dass sie beschossen werden oder sie aus Treibstoffmangel abdrehen müssen. Den höchsten "Score" wird man aber definitiv erreichen können, wenn man aktiv die Ziele der Missionen verfolgt und dem Team hilft, zu gewinnen.

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Der volle Einsatz wird in Black Ops 2 belohnt.
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Black Ops 2 wird im Mehrspieler-Modus 55 Levels als Höchstgrenze plus 10 Prestige-Ränge haben und Medaillen dafür ausgeben, wenn ihr "coole" Aktionen ausführt. Spieler erhalten einen Unlock-Token für neue Ausrüstung pro Level. "Pro Perks" fallen aber unter den Tisch.

Treyarch hat außerdem zwei neue Spiel-Modi vorgestellt. "Hard Point" ist im Prinzip nichts weiter als klassisches "King of the Hill-Geballer", in dem sich die Action auf einen markanten Punkt konzentriert.

Viel spannender erscheint aber "Multi-Team": Hier streiten sich nicht zwei Parteien um den Sieg, sondern bis zu sechs Fraktionen, die in 3er und 4er Teams aufgeteilt sind und um die Voherschaft kämpfen. Ohne taktische Zusammenarbeit dürfte hier nur wenig gehen.

Black Ops 2 soll darüber hinaus auch für E-Sportler deutlich interessanter werden. "CodCasting" ermöglicht eine freie Zuschauersicht auf das Geschehen eines Matches und versetzt Beobachter in die Lage, Gefechte zu kommentieren und anhand von verschiedenen Bildschirm-Anzeigen bewerten zu können. Mal sehen, ob das tatsächlich so spannend wird, wie gezeigt.