Die GC-Präsentation von Call of Duty: Modern Warfare 2 glich im vergangenen Jahr einem kleinen Skandal: Ganze zweieinhalb Minuten Demo wurden gezeigt und die anwesenden Pressevertreter von Infinity Ward anschließend mit einem lapidaren :"No questions!" hinauskomplimentiert. Nachdem wir nun bereits vor wenigen Wochen brandneues Material zum Nachfolger "Black Ops" besichtigen durften unkten im Vorfeld schon einige Kollegen: "Die zeigen doch eh nix Neues!" Doch weit gefehlt: Entwickler Treyarch zeigte sich bestens gelaunt und präsentierte zwei völlig neue Levels. Und die waren nicht nur höchst explosiv und stehen in bester Tradition der Serie, sie gehen in Sachen Brutalität noch einen Schritt weiter.

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Da kann Community Manager Josh Olin noch so sehr beteuern, dass man sich bei Call of Duty: Black Ops ganz besonders anstrengt, eine glaubhafte Story zu basteln und viel Energie in diesen Bereich des Spiels investiert. Relevant ist bei diesem Spiel in erster Linie die Action. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Natürlich wollen wir alle eine möglichst logische und nachvollziehbare Handlung. Wenn möglich auch ohne übertriebenen Pathos. Auf der anderen Seite: Schlimmer als bei Modern Warfare gehts nun wirklich nicht mehr, Treyarch dürften also einen leichten Job haben, den Vorgänger in Sachen Storytelling zu übertreffen.

Call of Duty: Black Ops - Wie weit darf ein Shooter gehen?

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In Black Ops ist man Teil einer verdeckt operierenden Eliteeinheit.
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Von Beginn an ist jedoch klar, dass es sich keineswegs um eine Ramboveranstaltung handelt. Die verdeckt in Vietnam operierende Eliteeinheit versteht sich als bedingungslos agierendes Team, in dem sich alle aufeinander verlassen können müssen, damit die Mission ausgeführt werden kann und es zu möglichst keinen Verlusten kommt.

Erstmals in der CoD-Geschichte wird der Protagonist daher kein stummer Befehlsempfänger, kein anonymes, sich einsam in den Wirren des Krieges drehendes Rädchen bleiben. Und das merkt man der Inszenierung deutlich an, ist sie doch angetrieben von militärischem Fachvokabular, soldatischem Verhaltenskodex und einer glasklaren Befehlskette.

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CoD Balck Ops entführt euch in die 60er.
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Die erste Demo-Mission dieser streng hierarchisch organisierten Spezialeinheit führt uns nach Vietnam, 1968. In "Victor Charly" stürzt ein Militärhelikopter im Dschungel ab und kracht mitten ins Feindgebiet. Klatscht mitten in einen Fluss und gerät sofort unter Beschuss. Sekunden später dürfen sich die Piloten Mr. Hack und Mr. Fleisch zumindest darüber freuen, dass ihre Frauen nun Beileidsschreiben des Verteidigungsministers erhalten werden.

Der Rest der Crew versucht sich aus dem untergehenden Wrack zu retten. Alles gluckert, Kugeln flitzen auch unter Wasser knapp am Körper des Soldaten vorbei. Die Szene erinnert an Black Hawn Down und eine Reihe weiterer Actionfilme, denn nach der geglückten Rettung ist bekanntlich vor dem nächsten Schuss.

Brutales Gemetzel

Und der wird sogar in Zeitlupe abgefeuert, nur um dem nächsten Vietcong das Hirn wegzuballern. Wer hat das Desaster überlebt? Die Einheit sammelt sich und schleicht nun durch das feindliche Dorf - nur nicht zu viel Aufmerksamkeit erregen. Schlafenden Kontrahenten wird auf äußerst brutale Weise die Kehle aufgeschlitzt, was an das sinnlose Morden in der Anfangssequenz von Modern Warfare 1 erinnert. Unterwegs bringt das Team einige Sprengsätze an, die - nachdem die Ansammlung von Hütten fast schon passiert wurde - in die Luft gejagt werden.

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In Sachen Brutalität wird leider etwas über die Strenge geschlagen.
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Und es also doch noch zu dem infernalischen Shootout kommt, den man von Call of Duty auch erwartet. Inklusiver brachialer Explosionen inmitten eines mörderischen Gefechts, bei dem die Widersacher buchstäblich das Weiße im Auge ihrer Feinde erkennen können. Als wäre das nicht schon genug, muss anschließend noch ein Erdtunnel der Vietcong ausgehoben werden, wobei die Spielfigur mit einer Magnum ausgestattet ist, die ihren Feinden übelste Verstümmelungen inklusive abgetrennter Gliedmaßen zufügt. Man kann es auch übertreiben.

Die zweite vorgestellte Mission ("Payback", Laos) überlässt dem Spieler die volle Kontrolle über einen Hind-Kampfhubschrauber. Treyarch behauptet zwar, dass es sich keineswegs um eine Railgun-Sequenz handelt und der Spieler tatsächlich frei im Handling des Helikopters ist. Wir haben jedoch den Eindruck, dass durch automatische Schwenks der Perspektive die Verweildauer an gewissen Positionen immer wieder künstlich verkürzt wird. Doch das tut dem Geschehen keinen Abbruch, denn eigentlich gilt nur: Zerstört alles, was nicht bei drei außerhalb der Reichweite ist.

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Die Heli-Missionen wirken weniger brutal.
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Die Angriffe gelten befestigten Stellungen des Gegners, Mannschaftsquartieren, Flaks, Transportern, Brücken und auch feindlichen HINDs, die versuchen, den irrwitzigen Flug aufzuhalten. Auch hier geht selbstverständlich unheimlich viel in die Luft und die Atmosphäre ist unheimlich rasant gestrickt, oft jagt der Heli sogar durch äußerst dichten Rauch, der die Sicht für einige Momente komplett vernebelt. Aufgrund der Distanz zu den "getöteten" Soldaten wirkt das Setting aber lange nicht so brutal wie der Einsatz der Bodentruppen, die sich ohne Gnade durch ihre Feinde metzeln.