Call of Duty 2 (PC-Review)
von Nedzad Hurabasic

Es ist ohne Zweifel eines der meisterwarteten Spiele des Jahres: Call of Duty 2 (CoD 2). Der WW-II-Shooter erscheint zwei Jahre nach dem ersten Teil, der von Fans und Fachpresse gleichermaßen gefeiert wurde. Und das zurecht.

Schon der Vorgänger konnte viele Gamer von seinen Qualitäten überzeugen, bot epische Schlachten des Zweiten Weltkriegs in spannende Missionen verpackt, dazu ein hervorragendes Gameplay-Design und tollen Sound. Call of Duty 2, soviel sei schon hier gesagt, kann die hohen Erwartungen absolut erfüllen und wird keinen Fan enttäuschen.

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Mittendrin statt nur dabei
Es ist kalt, saukalt, und eigentlich würde man nichtmal einen Hund bei diesem Wetter vor die Tür jagen, auch nicht in Moskau. Nur gibt es da ein kleines Problem: Wir schreiben das Jahr 1941, die Nazis stehen vor der Tür und die Faschisten haben unter dem Codenamen Barbarossa die kommunistische Sowjetunion angegriffen. In einem Blitzkrieg haben sich die deutschen Truppen binnen kurzer Zeit bis an die Tore der Hauptstadt vorgekämpft und drohen sie einzunehmen. In einem verzweifelten Kraftakt stemmen sich die Verteidiger gegen die anrollenden Wehrmachtsverbände - genau der Zeitpunkt, an dem der Spieler in CoD 2 eingreifen darf.

Call of Duty 2 - Noch besser als der Vorgänger!

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In der verschneiten Winterlandschaft des Riesenreichs schlüpfen wir in die erste von insgesamt drei Hauptfiguren des Spiels und beginnen gleichzeitig die erste von drei umfangreichen Kampagnen, die sich über insgesamt 34 Einzel-Missionen erstrecken (übrigens mehr, als auf der Verpackung angegeben).

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Das soldatische Abenteuer lässt uns von der eisigen Kälte des russischen Winters, über die Hitze Nordafrikas bis hin zum Frühling Mitteleuropas an den epischen, aber auch chaotischen Wirren des 2. Weltkrieges teilhaben.

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Doch viel Zeit zum Nachdenken bleibt dem einfachen Soldaten im Krieg nicht. Frisch an der Front springt der Spieler vom Lastwagen und bekommt dort in Form eines kurzen Tutorials die wichtigsten Informationen zur Steuerung des Soldaten mitgeteilt und kann dies auch anhand von einigen Attrappen sowie Flaschen ausprobieren. Kurz darauf gehts aber schon in das feindliche Sperrfeuer und den Häuserkampf der Vororte Moskaus.

Haus um Haus muss von den Deutschen truppen zurückerobert werden und wir befinden uns nicht nur mittendrin, sondern immer an der Spitze der Angriffsbewegungen.

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Kugeln pfeifen uns um die Ohren, Granaten explodieren neben uns und reißen tiefe Krater in den Boden. Neben uns schreien Verwundete und Sterbende, Offiziere bellen Anweisungen - wo ist die nächste Deckung verdammt nochmal? Man wünscht sich zurück in die warme Stube, aber Rückzug wird von den Politkommissaren mit einer Kugel in den Kopf bestraft, da kann man sich auch gleich vom Feind erschießen lassen. Also doch weiter vorwärts ...

Das alles klingt authentisch und so wirkt es auch. "Viel näher als bei diesem Spiel wird man an den Krieg nicht mehr herankommen", so ein Werbeslogan. Wer CoD 2 gespielt hat, wird das bedenkenlos unterschreiben.

Auge um Auge, Zahn um Zahn
Einzelkämpfer kommen nur in Filmen wie Rambo weiter, bei CoD 2 ist der Spieler darauf angewiesen Unterstützung von seinen Kameraden zu erhalten, die ihn treu in die Schlachten begleiten. Ob in Stalingrad, El Alamein oder an der Küste der Bretagne, überall sammelt sich eine kleine Schar von "Brothers in Arms" und versucht den Nazis einen wohlverdienten Tritt in den Hintern zu verpassen.

Stürmt der Spieler vor, sind sie genauso an seiner Seite, wie wenn es darum geht, eine umkämpfte Stellung zu verteidigen. Allerdings kann das Verhalten der KI-Truppen nicht gesteuert werden, sie sind in ihren "Entscheidungen" frei.

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Wenn sie fallen -und das tun sie um Dutzend - gibt es Nachschub. Dennoch verhalten sie sich gut, suchen Deckung und werfen Handgranaten in Türöffnungen, bevor sie ein Haus stürmen oder geben dem Spieler Rückendeckung. Nachdem die ersten Schlachten erfolgreich geschlagen und die Nazis aus der Sowjetunion zurückgetrieben wurden, verschlägt es den Spieler schon an den nächsten Schauplatz - Nordafrika. Dort darf er sich aufseiten der Briten mit dem in der Geschichtsschreibung als "Wüstenfuchs" hochstilisierten und glorifizierten Erwin Rommel und dessen Wehrmachtsverbänden auseinander setzen.

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Ein krasser Wechsel der Umgebung, der aber genau rechtzeitig kommt, bevor der Häuserkampf von Moskau und Stalingrad zu eintönig werden kann.

Doch nicht nur das Ambiente wechselt, auch die unterschiedlichen Missionen bieten ständig neue Aufgabenstellungen und auf diese Weise wird eine der großen Stärken der CoD-Reihe demonstriert: Abwechslunsgreiche Missionen und Aufgaben, die für ständig neue Motivationsschübe sorgen und das Gemetzel nicht eintönig werden lassen. Zwar geht es prinzipiell natürlich immer gegen dieselben Feinde und, aber das Gameplay wird geschickt variiert.

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So müssen Stellungen oder Bunker eingenommen werden, dann geht es Mann gegen Mann in den Häuserkampf, anschließend darf der Spieler wieder an der Seite von Panzern die gegnerischen Stellungen überrennen oder sich selbst an das Steuer von Panzern schwingen. So auch in der britischen Kampagne, wo es als "Desert Rat" nicht nur als Infanterie-Soldat in den Kampf geht, sondern auch in stählernen Kolossen auf der Jagd nach deutschen Tiger-Panzern der Wüstensand aufgewirbelt wird.

Weiter, immer weiter!
Wenn die Nazi-Besatzer endlich aus Nord-Afrika gefegt sind, geht es zur dritten Kampagne in die Bretagne - zum D-Day.

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Diesmal verschlägt es den Corporal der amerikanischen Army Ranger jedoch nicht an einen der berühmten Strandabschnitte "Utah" oder "Omaha", sondern nach "Pointe du Hoc".

Das heißt aber nicht, es wäre dort weniger gefährlich für die anstürmenden Soldaten. Auch hier wartet vernichtendes Abwehrfeuer und erschwert dem Spieler die Eroberung der Küstenbefestigungen. Deutsche haben sich in den Bunkern verschanzt und denken gar nicht daran, sich zu ergeben. So muss jede einzelne Befestigung in aufreibenden Kämpfen mit hohem Blutzoll erobert werden. Die US-Kampagne hält auch die persönliche Lieblingsmission des Autors bereit: "Hügel 400".

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Hier gilt es eine schwer befestigte Geländeerhebung zu erstürmen und das gegen zäh verteidigende Feinde, die uns aus ihren gut ausgebauten Stellungen ins Kreuzfeuer nehmen können und das gesamte Gelände vermint haben.

Tough! Wer glaubt, nach der Erstürmung das Schlimmste hinter sich zu haben, sollte sich auf den deutschen Gegenangriff gefasst machen, der so einige Überraschungen parat hält und Spieltechnisch mit das Beste anbietet, was die CoD-Reihe bisher hervorgebracht hat. Einfach Klasse! Dass sich die Wehrmachtssoldaten nicht einfach wie tumbe Dummies abschlachten lassen, trägt übrigens erheblich zum Spielvergnügen bei.

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Zwar gibt es kleinere Fehler in der KI der computergesteuerten Figuren, die stupide weiter feuern, wenn man sich nur einen Meter weiter hinter einer Deckung befindet, anstatt um das Hindernis herum zu laufen und uns den Rest zu geben. Doch insgesamt heizen sie einem gehörig ein und decken uns immer wieder mit tödlichem Sperrfeuer und vielen Handgranaten ein, die gerne in Massen auf unsere Positionen geworfen werden.

Glücklicherweise gibt es eine audio-visuelle Warnung, sodass man sich meist rechtzeitig in Sicherheit bringen kann. Um das feindliche Sperrfeuer zu neutralisieren, wurde übrigens mit der Rauchgranate ein weiteres neues Feature implementiert.

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Dies erschwert den Gegnern (und uns) die Sicht und das Zielen. So kann es apssieren, dass beim Sturm durch den künstlichen Nebel plötzlich deutsche Soldaten vor unserer Nasenspitze auftauchen. Ups. Eine Gesundheitsanzeige gibt es im Gegensatz zum Vorgänger übrigens nicht, wenn die Spielfigur getroffen wird, so färbt sich der Bildschirm zunehmend rötlich, es sind laute Atemgeräusche und lauter Herzschlag zu hören.

Spätestens jetzt sollte der Spieler seiner Figur eine kleine Auszeit gönnen, nach wenigen Sekunden hat sie sich komplett erholt und es kann weiter gehen.

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Sehr gelungene Technik, die außerdem das nervige Suchen nach Medi-Kits erspart und das Gameplay damit flüssiger macht. Sollte die Spielfigur doch mal ins Gras beißen ist das aber nicht weiter schlimm. Zum einen sind die Autospeicherpunkte mehr als fair in den Missionen verteilt (eigene Spielstände können nicht angelegt werden). Zum anderen sind die Ladezeiten sehr kurz und damit befindet man sich flugs wieder im Spielgeschehen. Vorbildlich.

Im Bereich Multiplayer werden, wie schon im Vorgänger, spannende Kämpfe mit gut designten Maps angeboten.

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Neben den schon bekannten Modi Deathmatch, Team-Deathmatch, Catch-The-Flag und "Search and Destroy" gibt es auch einen neuen Modus namens "Hauptquartier". Er könnte zum beliebtesten Mehrspielermodus heranwachsen. An zwei Positionen können die beiden Teams Hauptquartiere aufschlagen, wem dies zuerst gelingt, darf es gegen die anrückenden Feinde verteidigen. Und das bis zum letzten Mann, denn solange das Befehlszentrum steht, können die verteidigenden Spieler nicht "respawnen".

Das sorgt nicht nur für sehr viel Abwechslung und ständig wechselnde Situationen, es macht auch mächtig viel Spaß!Grafisch hat sich zwar im Vergleich zum Vorgänger nicht allzu viel verändert, aber immer noch befindet sich das Gebotene absolut auf der Höhe der Zeit. Obwohl einige Texturen bei Nahbetrachtung ein wenig an Schärfe und Detail vermissen lassen überzeugt vor allem die Gesamtdarstellung . Die vom Krieg zerstörten Städte wirken unheimlich real, die Landschaften wirken bedrückend - all dies ist zum großen Teil verantwortlich für die packende und dichte Atmosphäre des Spiels.

Interessant ist, dass trotz der sehr guten Grafik auf dem Testsystem (2,1 Ghz, 4200 Ti, 500 MB Ram) so gut wie keine Ruckler aufgetreten sind. Nur beim Einsatz der Rauchgranaten gingen die FPS ein wenig in die Knie, was aber zu verschmerzen ist. Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler der hervorragenden Spielpräsentation wird vom Sound abgedeckt. Aus allen Ecken pfeifen Geschosse umher, Granatenexplosionen, Schreie, verzweifelte Rufe, Maschinengewehrgeratter, Explosionen, anfliegende Flugzeuge.Der höchst positive Gesamteindruck wird noch von nett aufgemachten Video- und Texteinblendungen komplettiert, die vor jeder Mission auf das kommende Geschehen einstimmen. Auf mittlerer Schwierigkeitseinstellung vergehen etwa 10 Stunden, bis die letzte Kugel abgefeuert wird, diesmal ist jedoch nicht Berlin das Ziel - mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden!Grafisch hat sich zwar im Vergleich zum Vorgänger nicht allzu viel verändert, aber immer noch befindet sich das Gebotene absolut auf der Höhe der Zeit. Obwohl einige Texturen bei Nahbetrachtung ein wenig an Schärfe und Detail vermissen lassen überzeugt vor allem die Gesamtdarstellung . Die vom Krieg zerstörten Städte wirken unheimlich real, die Landschaften wirken bedrückend - all dies ist zum großen Teil verantwortlich für die packende und dichte Atmosphäre des Spiels.

Interessant ist, dass trotz der sehr guten Grafik auf dem Testsystem (2,1 Ghz, 4200 Ti, 500 MB Ram) so gut wie keine Ruckler aufgetreten sind. Nur beim Einsatz der Rauchgranaten gingen die FPS ein wenig in die Knie, was aber zu verschmerzen ist. Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler der hervorragenden Spielpräsentation wird vom Sound abgedeckt. Aus allen Ecken pfeifen Geschosse umher, Granatenexplosionen, Schreie, verzweifelte Rufe, Maschinengewehrgeratter, Explosionen, anfliegende Flugzeuge.Der höchst positive Gesamteindruck wird noch von nett aufgemachten Video- und Texteinblendungen komplettiert, die vor jeder Mission auf das kommende Geschehen einstimmen. Auf mittlerer Schwierigkeitseinstellung vergehen etwa 10 Stunden, bis die letzte Kugel abgefeuert wird, diesmal ist jedoch nicht Berlin das Ziel - mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden!