Cthulhu sollte den meisten Nerds ein Begriff sein: Ob durch seinen Ursprung in den Werken von H.P. Lovecraft, durch das beliebte Table-Top Spiel oder Auftritte in Shows wie Rick & Morty. Jetzt will sich auch das Entwicklerstudio Cyanide an diesem Franchise versuchen und der Gottheit endlich ein ebenbürtiges Spiel verschaffen. Wir durften uns einige exklusive Szenen von Call of Cthulhu anschauen, sowie einige Interviews mit den Entwicklern führen. So viel sei verraten: Call of Cthulhu fängt das schaurige Setting perfekt ein.

Call of Cthulhu - PS4-Trailer (E3 2017)Ein weiteres Video

Es wurde viel darüber gerätselt, in welchen Genre-Gefilden sich Call of Cthulhu aufhalten werden wird. Ein Action-Titel wie Alan Wake vielleicht? Oder doch ein Psycho-Horror-Trip à la Silent Hill? Am meisten fühlte ich mich bei den gezeigten Szenen allerdings an den Indie-Horror-Hit Amnesia: The Dark Descent erinnert, gepaart mit Detektiv-Elementen aus L.A. Noire.

So verbringt ihr zunächst eine recht lange Zeit damit, nach Spuren und Hinweisen zu suchen, um den jeweiligen Ungereimtheiten der Welt von Call of Cthulhu auf den Grund zu gehen. Es ist, wenn man so will, ein Detektiv-Spiel. So erkundeten wir im ersten Abschnitt der Demo ein abgebranntes Schloss, in dem die dort lebende Familie tragisch zu Tode kam. Dort angekommen finden wir eine verbrannte Uhr, welche zwei Stunden nach dem Feuertod der Frau stehen geblieben ist. Auch konnten wir Spuren eines Kampfes ermitteln, indem wir vorsichtig die Umgebung durchsuchten. Fazit: Es handelte sich nicht um einen Unfall. Es war Mord. Der Mann erschlug seine Frau und legte dann das Feuer, um die Spuren zu verwischen. Dieses Wissen kann von hohem Wert sein, denn wenn es darum geht die grässlichen, übernatürlichen Monster der anderen Dimension zu bekämpfen (beziehungsweise vor ihnen zu flüchten und den richtigen Ausweg zu finden), können diese Informationen über Leben und Tod des Spielers entscheiden.

Gruselig sind nicht nur die Monster

In diesen Szenen offenbart sich der Horror-Faktor von Call of Cthulhu: So sind nicht nur die Monster gruselig gezeichnet und in den meisten Fällen nicht regulär zu bekämpfen, sondern auch die Spielwelt ist schaurig schön. An jeder Ecke könnte ein Hinweis oder eine unangenehme Überraschung auf euch warten, auch auf ein paar Jumpscares solltet ihr euch gefasst machen. Besonders interessant: Anstatt eines Balken der euch die Lebensenergie anzeigt, welcher durch physische Attacken beeinträchtigt werden könnte, wird eure Energie in geistiger Gesundheit gemessen. So könnt ihr nur für eine kurze Zeit den Monstern der anderen Dimension ins Auge blicken, sonst klopft der Wahnsinn an die Tür. Dieses Energiefenster wird außerdem durch Phobien beeinträchtigt, welche ihr im Laufe des Spiels dazu ”gewinnen” werdet: Dank eurer Klaustrophobie könnt ihr euch beispielsweise nur für wenige Sekunden in einem Schrank verstecken, sollte euch ein Monster zu nahe kommen. Außerdem wird es “unmöglich sein, dass eure geistige Gesundheit nicht auf Dauer Schaden nehmen wird”, so die Entwickler. Will heißen: Je länger das Spiel andauert, desto schwerer wird es der Dunkelheit entgegen zu treten.

Call of Cthulhu orientiert sich zudem stark am Table-Top-Spiel. Soll heißen: Es gibt etwa ein Dutzend NPCs mit denen ihr interagieren könnt und die für euer weiterkommen wichtig sein können. Gleichzeitig könnt ihr es euch aber auch mit selbigen verscherzen, wenn ihr im Dialog die falschen Antworten gebt. Außerdem gibt es einen Würfel-Faktor, der euch in bestimmten Situationen ordentlich den Tag vermiesen kann - eben wie im Table-Top-Spiel. Das mag erst einmal unsinnig klingen, bringt aber ein weiteres Gefühl der Unsicherheit mit ins Spiel: Nie könnt ihr euch sicher sein, dass eine bestimmte Aktion zu 100% gelingen wird. Auch so kann Stress und ein klein wenig Angst generiert werden.