Autor: Nedzad Hurabasic

Mit "Buzz - Das große Quiz" und "BUZZ - Das Musik-Quiz" hat Sony Computer Entertainment (SCE) bereits zwei Varianten der virtuellen Gameshow veröffentlicht. Beide Spiele richteten sich mit ihren Quizfragen aber in erster Linie an eine eher erwachsene Zielgruppe, Kids blieben aufgrund der für sie zu schweren Fragen außen vor.

Das soll sich mit Buzz! Junior: Jungle Party ändern. Allerdings hat sich das Gameplay deutlich gewandelt und mit den beiden Vorgängern nicht mehr allzu viel zu tun. gamona konnte anhand einer Preview-Version abchecken, wie kinderkompatibel die Dschungel-Fete wird.

Buzz! Junior: Jungle Party - E3 2007 Trailer #1

Schon der erste Eindruck von Buzz! Junior: Jungle Party zeigt eindeutig die konsequente Ausrichtung auf eine jugendliche Zielgruppe. Es überrascht aber nicht, dass SCE einen vor allem an Kinder gerichteten Titel veröffentlicht, nachdem beide Vorgänger diesbezüglich ihre Schwachstellen offenbarten und sich als wenig kinderlieb präsentierten.

Die optische Darstellung des neuen Spiels richtet sich demnach auch eindeutig an jugendliche Spieler. Im Mittelpunkt stehen kleine Äffchen, die den bis zu vier Spielern als Spielfiguren dienen und putzig animiert sind. Inhaltlich ist das ganze Spiel im Urwald-Ambiente aufgemacht, offenbart aber gleich zu Beginn eine Abkehr vom gewohnten Frage-Antwort-Einerlei der bisherigen Buzz-Fassungen. Der Grund: Kindliche Spieler müssen ab sofort keine Fragen mehr beantworten, vielmehr besteht Buzz! Junior: Jungle Party aus einer Sammlung von Mini-Spielen, bei denen vor allem Geschick und nicht Wissen über Erfolg und Misserfolg entscheidet.

Buzz! Junior: Jungle Party - Wer hat in den Pool gefurzt? Statt knackiger Wissensfragen gibts im Junior-Dschungel Minispiele.

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Im Einzelspielermodus befriedigen insgesamt zehn Mini-Spiele den Spieleifer, bis zu 40 Spiele dürfen im Mehrspielermodus absolviert werden. Das hängt auch davon ab, für welche Spiellänge sich die Zocker entscheiden (Kurz, Mittel, Lang oder Marathon). Neben dieser Auswahl könnt ihr euch noch entscheiden, ob ihr lieber einen Schnellstart hinlegt oder doch lieber mit einem individualisierten Äffchen an den Start geht.
Wer sich nicht an die vom Spiel vorgegebene Abfolge halten möchte, darf eine eigene Liste der Mini-Spiele anlegen und diese auch für spätere Spielsessions abspeichern.

Packshot zu Buzz! Junior: Jungle PartyBuzz! Junior: Jungle PartyErschienen für PS2 kaufen: Jetzt kaufen:

Entscheidet ihr euch dafür, die Dschungel-Party alleine zu feiern, so spielt ihr ausschließlich gegen die Zeit. Je schneller ihr mit Spielen fertig seid, desto höher fällt euer Punktebonus aus. In "Totempfähle" müsst ihr beispielsweise die farblich markierten Stücke eines Pfahls in der richtigen Reihenfolge weghauen, indem ihr die entsprechende richtige Taste auf dem Buzzer drückt.

Verhaspelt ihr euch hingegen und trefft den falschen Stein, werdet ihr für kurze Zeit gelähmt und verliert wertvolle Bonuspunkte. Sobald ihr mit allen zehn Spiel-Runden fertig seid, wird euer Highscore abgespeichert und eventuell noch ein zusätzliches Kleidungsstück für die Äffchen freigeschaltet. Mehr gibts im Singleplayer-Modus nicht zu tun. Deutlich umfangreicher fällt die Auswahl der Minispielchen im Marathonmodus mit mehreren Spielern aus. Dabei treten alle Spieler gleichzeitig gegeneinander an. Die Punkte werden am Ende einer jeden Spielrunde entsprechend der Platzierung verteilt. Der Sieger erhält also deutlich mehr Punkte als Platz zwei, dieser mehr als Rang drei usw. Wer am Ende aller Runden vorne liegt, hat gewonnen.

Die Gestaltung der Aufgaben hat sich als recht abwechslungsreich erwiesen, jedoch ist das Niveau vieler Spiele niedrig bis sehr niedrig und dürfte erfahrene Spieler oder Erwachsene kaum länger vor den Bildschirm fesseln können. So ist es bei den meisten Games für geübte Spieler kein Problem, schon nach kurzer Zeit immer die Spitzenwertungen zu erreichen. Bei einigen simplen Spielen müsst ihr euch etwa lediglich die Farbe der ins Wasser springenden Nilpferde merken und diese mit eurem Buzzer in der richtigen Reihenfolge wiedergeben.

Bei maximal fünf aufeinander folgenden Farben sollte das auch für jüngere Spieler nicht weiter schwierig sein. Bei anderen Aufgaben gilt es den Buzzer im Takt der Musik zu betätigen ("Regentanz") oder sich gegenseitig mit Kokosnüssen abzuschießen ("Insel-Kampf"). Während bei solchen Mini-Spielen ausschließlich das Können der Spieler gefragt ist, kommt es manchmal auch einfach aufs Glück an. So beispielsweise beim "Primaten-Elfmeter", wo ihr einerseits als Schütze, anderseits als Torhüter aktiv werdet. Wer unterm Strich am meisten Punkte sammelt, gewinnt.

Darum geht es natürlich in allen Spielen, ob wir nun die Köpfe der Affen möglichst lange in die Rachen von Löwen halten ("Löwenbändigen"), versuchen unbemerkt im Pool zu furzen ("Sprudelbad"), über "Dschungelhürden" hüpfen, uns gegenseitig eine Bombe zu werfen, bis sie explodiert ("Weg mit der Bombe") oder im Takt der Musik auf Musikinstrumente einschlagen ("Affen-Bongo"). Einige der Spielelemente wiederholen sich bisweilen, das hält sich aber glücklicherweise in Grenzen. Insgesamt merkt man der Gestaltung und dem Schwierigkeitsgrad der Spiele deutlich an, dass sich Buzz! Junior: Jungle Party an eine junge Zielgruppe richtet.

Wer sich nicht sofort an die eigentlichen Spiele herantraut, kann sein Können auch in einigen Übungsrunden verbessern. Schade nur, dass sich immer nur eine Runde absolvieren lässt, bevor das Spiel wieder in den Auswahlmodus springt. Hier sollten die Entwickler kulanter sein und den Spielern mehr Möglichkeiten der Einflussnahme geben. Grafisch macht das Spiel einen soliden Eindruck, vor allem die Animationen der Affen und anderer Tiere stechen heraus und sollten kindlichen Gemütern durchaus gerecht werden. Es macht schon Spaß mitanzusehen, wie sich die Äffchen selbst mit einem Hammer auf den Kopf schlagen oder auf dem Boden wälzen, wenn sie verloren haben.

Das wirkt allerdings zu keiner Zeit brutal oder aggressiv und ist damit kinderverträglich. Auch das "akustische Hintergrundrauschen" passt sich diesem soliden Niveau an und bietet einen rhythmusbasierten Soundtrack. Die Vertonung der Sprecherin ist tadellos und kann darüber hinaus mit einigen lustigen Sprüchen überzeugen.

Buzz! Junior: Jungle Party - Wer hat in den Pool gefurzt? Statt knackiger Wissensfragen gibts im Junior-Dschungel Minispiele.

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Ausblick
Buzz! Junior: Jungle Party richtet sich eindeutig an eine junge Zielgruppe im Bereich von circa acht bis vierzehn Jahren. Dementsprechend simpel gestrickt sind die bis zu 40 Mini-Spiele, die an geübte Spieler keinerlei Herausforderungen stellen. Anstatt wie in den bisherigen Buzz-Spielen den Intellekt der Spieler zu fordern, ist nun Geschicklichkeit gefragt - was Kindern vielleicht beim Spielen auch wichtiger ist. Einige Spiele erfordern jedoch auch einfache Kombinationsgabe, sodass der Lern-Aspekt nicht gänzlich unter den Tisch fällt. Insgesamt darf das gut präsentierte Spiel jedoch in seiner endgültigen Fassung ruhig über mehr Modi verfügen, sonst könnte die Langzeitmotivation schon nach kurzer Zeit leiden - auch bei Kindern.