Burnout Revenge (Xbox-Test)
von Andreas Schnpp

Tag für Tag schlängeln wir uns durch den Verkehr. Ob mit Fahrrad, Auto, Motorrad oder LKW - täglich treffen wir auf Sonntagsfahrer und so manches Mal wünscht man sich einfach, diese von der Straße abdrängen zu dürfen. Criterion

Games haben ein Herz für die Verkehrsgeschädigten unter uns: Mit Burnout Revenge bekommen wir den spaßigsten Arcade Racer der letzten Monate geboten. Was die geniale Fortsetzung zur Spaßbombe macht, erfahrt ihr in unserer Review!

Die Hintergrundgeschichte ist so kurz wie unwichtig: Der Spieler steigt im Offline Modus direkt mit dem Revenge Rang 1: "Harmlos" ein. Ohne große Umwege geht es dann direkt zur Sache. Um bis auf Revenge Rang 10 in der Welt-Tournee aufzusteigen muss man nicht nur fahren wie der Teufel, nein, man muss sich auch so verhalten.

Je nach Grad eurer Aggressivität werden die Rennen bewertet: Drängeln, Schubsen, im Gegenverkehr fahren, Takedowns und waghalsige Sprünge verschaffen euch nicht nur zusätzlichen Boost, sondern auch eine bessere Bewertung. Frei nach der Devise: Umso gestörter, desto besser. Doch was bringen einem die Ränge effektiv? Zum einen hat der Spieler mit einem höheren Rang Zugriff auf mehr Renn-Events und neue Spielmodi sowie Fahrzeuge. Andererseits ist es offline unmöglich das Spiel durchzuspielen, ohne an seiner Bewertung zu arbeiten: Mit den Verkehrsregeln kommt man nicht weit.

Nur wer es beherrscht, seine Gegner gekonnt in die Leitplanke oder andere Fahrzeuge zu manövrieren, dem gebührt Ruhm. Schmutzige Tricks sind erwünscht und werden durch das Leveldesign gefördert. Um einen Rang aufzusteigen, muss eine bestimmte Anzahl von Sternen gesammelt werden.

Diese setzen sich aus der Aggressionsbewertung sowie dem Abschluss des eigentlichen Levelziels zusammen. So kann der Spieler während dem Rennen vier Bewertungen und somit vier Sterne erreichen: "Ok!" - "Gut!" - "Super!" und "Wahnsinn!". Hat man während dem Rennen keinen schmutzigen Trick gescheut und nebenbei auch noch die Goldmedaille beim eigentlichen Levelziel abgesahnt, erhält man einen Bonusstern zusätzlich. Klingt zwar einfach, ist es aber nicht. Besonders in Rennen gegen die Zeit kann man sich mit einem kleinen Crash oft schon die Goldmedaille abschreiben.

Vielfältige Zerstörung
Zum neuesten Teil der Burnout Reihe gibt es glücklicherweise auch jede

Burnout Revenge - Wuchtige Explosionen, brachiale Rennen und Blechschäden en Masse: Burnout Revenge!

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Menge Neuerungen, die das Spielprinzip etwas auflockern und auch alten Hasen Spaß bereiten. Das meiste Blech wird wohl im neuen Traffic Attack Modus zerbeult: Ziel ist es, möglichst viel Schaden anzurichten, indem man andere Verkehrsteilnehmer als Waffe einsetzt: So werden PKWs durch die Luft geschleudert, auf die andere Fahrspur geschubst und gezielt LKWs und Busse "abgeschossen", um den Highscore zu knacken.

Packshot zu Burnout RevengeBurnout RevengeErschienen für PS2, XBox und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

So genannte Trickschüsse geben besonders viel Punkte und erhöhen den Punktemultiplikator. Dem Spieler ist zu Beginn eine feste Zeitspanne gegeben, um möglichst viele Autos zu crashen. Um dem Ablaufen der Zeit entgegenzuwirken, bekommt der Spieler pro Verkehrsteilnehmer etwas Zeit gutgeschrieben und bei Trickschüssen oder besonders heftigen Karambolagen einen etwas größeren Zeitbonus. Ein Teil dieser Neuerungen wurde auch in alle anderen Modi übernommen. So hat der Spieler auch im altbewährten Rennen um Platz 1 die Möglichkeit, seine Mitstreiter mit so genannten Chassis-Check-Takedowns auszuschalten oder sich schlichtweg die Straße freizuschubsen. Somit fällt das teilweise etwas nervige Schlängeln durch den Verkehr weg und die Rennen gewinnen ein großes Stück Action hinzu. Doch Vorsicht: Trotz des nicht vorhandenen Realismus im Umgang mit anderen PKWs wird eine Begegnung mit den Kolossen der Straße, z.B. LKWs oder Bussen, jeden noch so eifrigen Crashpiloten auf die Erde zurück holen.

Diese tonnenschweren Vehikel zeigen sich bekanntlich äußerst unbeeindruckt von einem wahnsinnigen Sportwagenfahrer, der mit voller Geschwindigkeit gegen ihre Stoßstange prescht. Gleiches gilt im Übrigen auch für den Gegenverkehr: Ein Crash mit PKWs, die nicht eure Fahrtrichtung teilen, lässt sich meistens nur mit dem Aftertouch und Crashbreaker retten, sofern ein Gegner gerade in der Nähe ist.Rache ist süß
Criterion Games haben sich dazu entschlossen, den Crashbreaker auch in den anderen Spielmodi zu aktivieren. Doch bevor ihr fröhlich nach einem Crash euren Wagen (und natürlich die anderen Fahrer gleich mit) in die Luft sprengen dürft, müsst ihr euch diese Ehre erst mal verdienen. Erst ab Rang 6 steht dem Spieler diese explosive Rache zur Verfügung.

Gerade durch diese Neuerungen wird der Road Rage Modus in Bournout Revenge richtig prickelnd: Dem Spieler ist eine bestimmte Anzahl an Takedowns vorgegeben, die er innerhalb eines Zeitrahmens vollführen muss. Für all die "Faulen"

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unter euch, die sich nicht auf ein Duell Tür an Tür einlassen wollen, bieten die anderen Verkehrsteilnehmer die perfekte Grundlage: Mit einem geschickt eingesetzten Boost wird jedes Auto zur Waffe ohne sich dabei selbst in Gefahr zu begeben. Natürlich wird der spektakuläre Chassis-Check-Takedown in Zeitlupe präsentiert und macht optisch eine Menge her.

Das liegt unter anderem an den detaillierteren Schadensmodellen der Vehikel und der aufgebesserten Grafik, die sich auf der PS2 zu der Spitze zählen kann. Wer von all den Takedowns nicht genug bekommt, wird sich über die versteckten und seltenen Möglichkeiten am meisten freuen. Jede der Strecken erstreckt sich über mehrere Ebenen und verfügt über zig Abkürzungen sowie "Spezial-Abschnitte", die man perfekt für Takedowns missbrauchen kann: So dient eine Baustelle auf einer Brücke perfekt als Sprungschanze für nervende Kontrahenten.

Als Belohnung für solche Challenges gibt es dann meistens neue Wagen im Fuhrpark zu Auswahl. Eine weitere, richtig fiese Möglichkeit sich seiner Kontrahenten zu entledigen sind die neuen "Vertical-Takedowns", d.h. der Spieler nutzt eine erhöhte Plattform, springt von dieser herunter und landet auf dem Wagen des Gegners. Die Folge davon ist eine spektakuläre, neue Takedown Möglichkeit in Burnout Revenge. Sobald man selbst das Opfer eines Takedowns wird, ist der gegnerische Verantwortliche als Revenge Ziel markiert. Oft ist es eine Challenge-Aufgabe, einen bestimmten Revenge-Takedown auszuführen, um diese zu erfüllen. Doch auch ohne Challenges macht Rache Sinn: Katapultiert man seinen Rivalen gegen die nächste Häuserwand, so erwartet den Spieler ein stärkeres Boost-Extra als bei normalen Takedowns.

Was hat Burnout Revenge noch an Spielmodi zu bieten? Vier weitere: Im Modus "Schnellste Runde" Jagdnach der Bestzeit eines Levels. Eine abgewandte Form dieses Modus ist dann die "Vorschau", in dem der Spieler Zugriff auf die schnellsten Fahrzeuge in Burnout Revenge bekommt und eine Bestzeit damit schlagen darf.

Zu den bisher bekannten Modi zählen sich weiterhin der Grand Prix Modus sowie Eleminator. Muss man beim Grand Prix Modus in drei aufeinander folgenden Etappen GP Punkte sammeln, um dann am Ende auf einem Medaillenrang zu landen, so fiebert man im Eliminator Modus ab der ersten Sekunde des Rennens mit: Alle 30 Sekunden fliegt der letzte raus - ein Fahrfehler in den letzten Sekunden und das Rennen ist gelaufen - Adrenalin pur!

Und was ist mit Crash-Kreuzungen?
Wohl der zweitbeste Weg seine Aggressionen gegen die Rush-Hour ohne eigene Amokfahrt zu bewältigen ist sind die altbekannten Crash-Kreuzungen. Sowohl im offline Modus als auch online sorgen diese Kulissen für jede Menge

Blechschäden und gewaltige Explosionen. Um den Highscore zu brechen steht dem Spieler hierbei wieder der Crashbreaker zur Verfügung: Am unteren Rand des Bildschirms läuft ein Balken voll, umso mehr Schaden verursacht wird. Hat der Balken 100% erreicht, ist der Crashbreaker bereit und es kann fröhlich auf den R2-Knopf eingehämmert werden. Die Stärke des Crashbreakers ist hierbei vom Auto abhängig und je höher der Rang ist, desto schwerer ist es den Crashbreaker zu füllen. Besonders imposant wird die Soundkulisse jedoch erst, sobald der Crashbreaker gezündet wurde: Zerberstende Scheiben, umherfliegende Reifen, die auf deformierte Karosserien aufschlagen - man fühlt sich wie mitten drin, so sarkastisch das auch klingt. Doch nicht nur soundtechnisch kann Burnout Revenge sich zu den besten Racing Titeln der letzten Monate zählen. Grafisch weiß der neueste Burnout Titel zu begeistern: Trotz der leichten Altersschwäche der PS2

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wird noch mal alles aus der Konsole geholt und selbst einen 60 Hz Modus kann das Spiel vorweisen.

Nie waren Crashs so spektakulär, nie Jagden durch die Rush-Hour so atemberaubend, nie hat Zerstörung so viel Spaß gemacht! Wenn bei 280 Sachen der Blinker eines gerammten Sonntagsfahrers in kleinen Stückchen über den Bildschirm fegt und die Einzelteile der Autos über das Bild huschen, dann weiß man einfach: Das ist Burnout! Juiced hat uns ja schon bei Geschwindigkeiten jenseits der 250 km/h in den Sessel gedrückt, doch in Sachen Geschwindigkeitsrausch punktet Burnout Revenge auf ganzer Linie. Bei der Kulissenwahl hat man diesmal glücklicherweise auf Realismus gesetzt und die Kurse generell etwas düsterer gestaltet, was dem Spiel einen verruchten Look verpasst.

Split-Screen oder online?
Seien wir ganz ehrlich: Den meisten Spaß haben die Burnout Teile bisher in Gesellschaft gemacht. Damit das auch weiterhin so bleibt, kann Burnout Revenge sowohl im Split-Screen Modus als auch online gespielt werden. Entscheidet man sich für die Online-Variante, so fängt man auch hier bei Rang 1 an. Die Rangsystem ist hierbei komplett getrennt vom offline Modus und unfaire Begegnungen zwischen den Spielern werden mittels demweitverbreiteten ELO-Bewertungssystem vermieden. Natürlich lassen sich die verschiedenen Modi auch online bestreiten und somit ist dank der Rangliste große Langzeitmotivation garantiert.

Wer dann lieber auf "reelle" Gegner zurückgreift, die man mit gezielten Ellenbogenhieben oder Schubsen nicht nur virtuell von der Fahrbahn, sondern auch von der Couch drängen kann, dem sei der Splitscreenmodus ans Herz gelegt. Zwar muss man hier auf einige Details verzichten und das Gesamtbild wirkt etwas unschärfer, dafür kann man seinem Kontrahenten direkt in die Augen blicken.weitverbreiteten ELO-Bewertungssystem vermieden. Natürlich lassen sich die verschiedenen Modi auch online bestreiten und somit ist dank der Rangliste große Langzeitmotivation garantiert.

Wer dann lieber auf "reelle" Gegner zurückgreift, die man mit gezielten Ellenbogenhieben oder Schubsen nicht nur virtuell von der Fahrbahn, sondern auch von der Couch drängen kann, dem sei der Splitscreenmodus ans Herz gelegt. Zwar muss man hier auf einige Details verzichten und das Gesamtbild wirkt etwas unschärfer, dafür kann man seinem Kontrahenten direkt in die Augen blicken.