Kaum eine Rennspielserie hat die Jahrtausendwende so sehr geprägt, wie es Burnout von den britischen Entwicklern bei Criterion getan hat. Nachdem 2008 mit Burnout Paradise der vorerst letzte Ableger der Reihe erschien, hallte der Schrei der Spielerschaft nach einem neuen Arcade-Spektakel durch die Tunnel im Norden von Paradise City. EA macht sich diese Nachfrage auf die wohl einfachste und günstigste Methode zunutze und trägt den Lack mit Burnout Paradise Remastered auf einem alten Klassiker neu auf. Mir als Fan der ersten Stunde gefällt das nur bedingt.

Neu lackierte Autos, renovierte Stadt: Alles wieder schön? Seht selbst:

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Ich starte das Spiel, sehe das Burnout-Logo mit der Skyline von Paradise City im Hintergrund und das Gitarren-Riff von Guns n' Roses streichelt mein Ohr. Gleiches Intro, gleiche Atmosphäre und DJ Atomica, die mich mit ihrer warmen Stimme in Paradise City willkommen heißt. Sofort fühle ich mich ein paar Jährchen jünger und von Gänsehaut bin ich auch nicht gänzlich befreit.

Burnout Paradise im Test: Alles hübsch, alles besser?

Eine leichte Ernüchterung macht sich allerdings breit, als ich zum ersten Mal auf das Gaspedal drücke. Ihr braust in 4K und 60fps durch die Stadt, alles läuft sehr rund, auch wenn zwei bis drei Autos gleichzeitig vor die Wand krachen. Allerdings wirkt die Grafik nicht zeitgemäß. Texturen von Fahrzeugen und Gebäuden wirken unscharf und kaum schöner als im Original. Klar, es ist nur ein Remaster und kein Remake, dennoch hätte ich mir hier etwas mehr Auge fürs Detail gewünscht. Vor allem für den Preis von 40 Euro. Acht DLC-Pakete sind in der Remaster-Version enthalten, trotzdem wirkt der Preis recht üppig – 30 Euro wären meiner Meinung nach angemessen gewesen.

Die unschönen Kanten und teils verwaschenen Texturen fallen allerdings kaum auf, wenn ihr mit Höchstgeschwindigkeiten durch die Straßen von Paradise City rast. Das Rampenlicht rückt nämlich eher die Stadt selber in den Fokus – der heimliche Star sozusagen. An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. Also, wirklich! Rennen können an jeder Kreuzung gestartet werden, überall hängen zerstörbare Werbetafeln herum, gelbe Tore öffnen euch Abkürzungen und Supersprünge befördern euch in ungeahnte Höhen. In kaum einem anderen Spiel macht es mir so viel Spaß die Komplettierungsrate auf 100% zu bringen.

Auch wenn sich die Rennen größtenteils kaum voneinander unterscheiden, wird die Monotonie von dem riesigen Fuhrpark gebrochen. Gleitet mit einem DeLorean über den Asphalt, geht mit dem Ghostbusters-Auto auf die Jagd oder klemmt euch hinter das Steuer eurer Lieblingswagen im Matchbox-Format.

Ja, es kommen noch einige große Kracher diesen Monat auf den Markt:

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Keine Schnellreise, kein Navi, allerdings auch keine Mikrotransaktionen: Burnout Paradise fühlt sich im Jahre 2018 etwas alt an, das ist aber gar nicht weiter tragisch. Wenn es um Geschwindigkeit und Nervenkitzel geht, bleibt Burnout ungeschlagen. Auch der fetzige Rock- und Metal-Soundtrack regt euren Drang nach kreativer Zerstörungswut weiter an. Wer keinen grafischen Superboost erwartet und Metall gerne dabei zusieht, wie es sich in Zeitlupe ineinander verkeilt, sollte eine Spazierfahrt nach Paradise City wagen. Hot.