Der ehemalige Audio Director bei Bungie Martin 'Marty' O'Donnell, der unter anderem die Musik zu Bungies Erfolgsreihe Halo und Destiny komponierte, hat den Rechtsstreit gegen seinen Ex-Arbeitgeber gewonnen. Auch die Hintergründe zu seiner Kündigung sind nun veröffentlicht worden.

Im April 2014 wurde Martin O'Donnell völlig überraschend von seinem Arbeitgeber Bungie gefeuert. Und das nach einer gemeinsamen und über 15 Jahre andauernden Zeit, in der O'Donnell die Soundtracks zu Myth II, Oni, der gesamten Halo-Reihe bei Bungie und Destiny komponierte. Eine interne Quelle gab auf Reddit zu verstehen, es habe Streitigkeiten um Gehaltserhöhungen gegeben, weswegen ihm gekündigt wurde.

Das sah O'Donnell allerdings anders und verklagte Bungie. Den Rechtsstreit hat er letzte Woche gewonnen und neben 95.000 Dollar an unbezahlten Gehältern und weiteren 142,500 Dollar an Gewinnanteilen erkämpfte sich der ehemalige Audio Director Bungies auch seine Ehre zurück. Denn durch vorliegende Dokumente kamen nun auch die Vorfälle ans Licht, die ultimativ zu seiner Kündigung führten.

Demnach begann die Misere mit der Arbeit an Destiny. 2010 unterzeichnete Bungie einen Vertrag über eine zehnjährige Kollaboration mit Activision. Als die Arbeit am Soundtrack zu Destiny begann, wurde O'Donnell darum gebeten, statt jeweils einzelne Soundtracks zu jedem Spiel doch gleich einen großen Soundtrack für die gesamte geplante Reihe zu komponieren. O'Donnell willigte ein und arbeitete zwei Jahre lang an der musikalischen Untermalung mit dem Titel Music of the Spheres.

Zur E3 2013 wollte Activision einen Trailer zu Destiny veröffentlichen. Doch statt die Musik von O'Donnell zu verwenden, unterlegte Activision den Trailer mit eigener Musik. Verständlicherweise erbost darüber, beschwerte sich O'Donnell. Damals gab ihm die Führungsriege bei Bungie sogar recht und legte bei Activision ein Veto ein. Der trailer wurde dennoch mit Activisions Musik veröffentlicht. Und das ließ O'Donnell jeden bei jeder Gelegenheit entweder direkt oder über soziale Medien wissen. Für Bungies CEO Harold Ryan stand fest, O'Donnells Verhalten wirke sich negativ auf das Studio aus und schlug vor, dass er gefeuert werden soll. Das passierte allerdings erst ein Jahr später im April, als sich Mitarbeiter darüber beschwerten, O'Donnell sei nicht voll bei der Arbeit und sei keine Hilfe bei der Fertigstellung des Soundtracks.

Bungie leitete sogar rechtliche Schritte ein, um O'Donnells Aktienanteile am Studio zurückzuerhalten und entzog ihm alle Privilegien als Anteilseigner, da man fürchtete, er könne auf Veranstaltungen auftauchen, um Ärger zu machen.

Das Gericht entschied schließlich zugunsten von O'Donnell. Er erhält einige seiner Anteile zurück, dafür müsse er jeglichen Bungie-Besitz zurückgeben. Bungie wollte zwar in Berufung gehen. Der Antrag wurde allerdings abgelehnt.