Ein Blick durchs Fenster: Seit Jahren erfreuen sich Browsergames reger Beliebtheit. Wenngleich die Vorstufe der MMORPGs seit dem Boom von „World of Warcraft“ und Konsorten ein wenig an Beliebtheit eingebüßt hat, erleben doch immer noch Massen an Spielern ihre Abenteuer in den Fenstern von Internet Explorer & Co. Wir haben für Euch einen Blick auf die außergewöhnliche Spielegattung geworfen und stellen Euch exemplarisch fünf Titel näher vor.

Gladiatus

In „Gladiatus“ taucht man in die brutale Welt der Gladiatoren ein. Wie einst Kirk Douglas und Russel Crowe metzelt man sich mit Schwert, Speer und Axt durch die Arenen. Optisch gibt sich der Titel dabei sehr übersichtlich. Zwar vermisst man als Einsteiger ein Tutorial, Kenner von Rollenspielen dürften sich dennoch sofort heimisch fühlen, denn im Grunde kommt „Gladiatus“ als klassisches RPG daher.

Browsergames - Auf den Zahn gefühlt: Echte Konkurrenz für MMO's oder reine Geldmacherei?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 9/161/16
In „Gladiatus“ muss man während der Kämpfe auf das Herunterzählen der Uhr warten, bis man endlich das Ergebnis des Gefechts bekommt.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

In der Taverne werden Aufträge angenommen, beim Händler Gegenstände gekauft und verkauft und beim Trainer lassen sich gegen Gold die eigenen Fähigkeiten verbessern. Gegen ein leeres Portemonnaie darf man Arenakämpfe gegen andere Spieler oder Expeditionen ins raue Umland führen; friedfertige Naturen misten hingegen für ein paar Münzen den Stall aus.

Was bis dahin recht spaßig klingt, wird spätestens mit dem ersten Kampf langweilig. Denn die Gefechte werden lediglich in Form eines Timers präsentiert. Wählt man etwa eine Expedition der Stufe Zwei, dauert diese 20 Minuten in Echtzeit. Gleich zu Beginn der Reise wird der Gegner des Kampfes eingeblendet und erst nach Ablauf der Zeit erscheint ein Kampflog mitsamt dem Ausgang des Duells. Zumindest eine dynamische Einblendung der Kampfereignisse wäre hier wünschenswert gewesen, von der Möglichkeit in den Kampf einzugreifen ganz zu schweigen.

Browsergames - Auf den Zahn gefühlt: Echte Konkurrenz für MMO's oder reine Geldmacherei?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 9/161/16
Die besseren Waffen in „Gladiatus“ benötigen Rubine, die man zuerst gegen echtes Geld erstehen muss.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Der zweite Wermutstropfen: Spätestens nach den ersten Levelaufstiegen kommt man nicht umhin, echtes Geld in „Gladiatus“ zu investieren. Denn während das Spiel in seiner Grundausstattung kostenlos ist, lassen sich bessere Waffen meist nur gegen Rubine erstehen. Diese müssen wiederum durch echtes Geld gekauft werden. Alles in allem ist der Titel durch seine hübsche Darstellung und das spannende Setting jedoch trotzdem einen Blick wert.

Webseite: www.gladiatus.de/
Preis: Kostenlos, zusätzliche Inhalte gegen Gebühr

K-Syndicates

In „K-Syndicates“ tritt man als Konzernchef an, um sein Unternehmen an die Spitze seines Syndikats zu führen. Dazu stehen einem allerhand unlautere Mittel zur Verfügung, wie etwa Spionage oder direkte Angriffe auf nervige Mitbewerber. Nervig dürften für Einsteiger vor allem die sterile Darstellung der vielfältigen Optionen und die vielen Werbeeinblendungen im Spiel sein. Dennoch bietet gerade die Masse an Möglichkeiten in „K-Syndicates“ mehr Spieltiefe als andere Browsergames.

Browsergames - Auf den Zahn gefühlt: Echte Konkurrenz für MMO's oder reine Geldmacherei?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 9/161/16
„K-Syndicates“ bietet eine Menge Möglichkeiten. Leider sind diese nicht besonders hübsch präsentiert.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Steckt man sein Geld in die Forschung und Entwicklung neuer Taktiken und Einheiten, erhöht man seine Rohstoffgewinnung oder geht man lieber gleich mit gezogener Waffe beim Konkurrenten vorbei – „K-Syndicates“ bietet vielfältige Möglichkeiten auf dem Weg zu Ruhm und Ehre. Einsteiger werden bei derart vielen um sie lauernden Gefahren durch eine Schutzphase vor dem schnellen Bankrott bewahrt.

Wer sich seine Konkurrenzfähigkeit wahren möchte, dem stehen zahlreiche Premiumfeatures zur Verfügung, die gegen bare Münze erworben werden können. Diese erhöhen durch Warteschlangen den Komfort bei der Errichtung neuer Aufträge oder Bauwerke, die gerade in den höheren Stufen viele Stunden bis zur Fertigstellung brauchen.

Webseite: www.k-syndicates.de
Preis: Kostenlos, zusätzliche Inhalte gegen Gebühr

Die Stämme

„Die Stämme“ versetzt den Spieler ins finsterste Mittelalter. Aus einem kleinen Dorf gilt es ein Imperium zu errichten. Dazu müssen Rohstoffe abgebaut, die eigene Siedlung vergrößert und Allianzen geschmiedet werden. Löblich: „Die Stämme“ bietet in Form eines jedoch sehr knappen Tutorials eine kurze Einführung in das Spielprinzip.

Browsergames - Auf den Zahn gefühlt: Echte Konkurrenz für MMO's oder reine Geldmacherei?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 9/161/16
„Die Stämme“ versucht mit Wuselgrafik auf der „Siedler“-Welle zu reiten.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Wie in den meisten Spielen in Webfenstern definiert sich dieses in erster Linie über den Faktor Zeit. So benötigt jede Konstruktion mehrere Minuten bis Stunden zur Fertigstellung, so dass man gerade zu Beginn des Spiels nur wenig zu tun hat. Erst später, wenn man gar mehrere Dörfer unter seiner Herrschaft vereint, fallen häufiger Entscheidungen an.

Für „Die Stämme“ sollten sich vor allem die Spieler entscheiden, denen Wuselgrafiken zusagen. So sieht der Titel für ein Browsergame recht hübsch aus und kommt sogar mit kleinen Animationen auf der Übersichtskarte daher. Auf der anderen Seite wirken das Menü und die Umrandung der Spielkarte doch sehr nüchtern. Wer ein paar Euro investieren möchte, darf über die verfügbaren Premiumfeatures auf Komfortoptionen und optimierte Menüs zurückgreifen.

Webseite: www.die-staemme.de/
Preis: Kostenlos, zusätzliche Inhalte gegen Gebühr

Oil Imperium

Ein echter Klassiker findet mit „Oil Imperium“ seinen Weg in den Browser. Quellen anbohren, Ölfelder erschließen, Pipelines kaufen und den eigenen Konzern zum Weltführer machen – das machte schon zu Amiga-Zeiten Spaß. Dabei werden gerade zu Beginn die Schwächen des Spiels im Fenster deutlich.

Browsergames - Auf den Zahn gefühlt: Echte Konkurrenz für MMO's oder reine Geldmacherei?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 9/161/16
Licht und Schatten: Während die an das Original angelehnten Hintergründe aus „Oil Imperium“ zu gefallen wissen, sehen die Menüs sehr unübersichtlich aus.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

So muss man häufig zwischen den verschiedenen Optionen und Tutorialeinblendungen hin und her springen, was der oft langsame Seitenaufbau des Spiels nicht gerade leichter macht. Und auch die Darstellung des Titels sorgt für ein Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite wissen die an das Original angelehnten Hintergrundbilder zu gefallen, während die Menüstruktur unübersichtlich geraten ist. Wie auch in anderen Browsertiteln dürfen gegen bare Münze komfortablere Managementoptionen hinzugekauft werden.

Webseite: www.oilimperium.de/
Preis: Kostenlos, zusätzliche Inhalte gegen Gebühr

OGame

Wir hatten Dörfer, Konzerne, Stämme – was kann da noch kommen? Richtig: eine Galaxie. Denn in „OGame“ macht man sich als Kommandant einer gewaltigen Flotte daran, das Universum zu entdecken. Dazu errichtet man allerlei Produktions- und Forschungseinrichtungen auf Planeten und zieht schließlich mit der eigenen Armada hinaus in den Raum. Um nicht ins technologische Hintertreffen mit der unerbittlichen Konkurrenz zu geraten, warten vielfältige neue Technologien nur darauf entdeckt zu werden.

Browsergames - Auf den Zahn gefühlt: Echte Konkurrenz für MMO's oder reine Geldmacherei?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 9/161/16
„OGame“ gibt sich trotz seiner Optionsvielfalt sehr übersichtlich, was vor allem Einsteiger freuen dürfte.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das Entdecken von neuen Optionen macht „OGame“ seinen Einsteigern sehr viel leichter als etwa „Oil Imperium“, da sich die SciFi-Strategie äußerst übersichtlich gibt. Wie alle anderen vorgestellten Titel, geizt auch „OGame“ nicht mit kostenpflichtigen Inhalten. Diese gehen jedoch wie in „Gladiatus“ über bloße Komfortoptionen hinaus. So erhält man hier gegen echtes Geld Schwarze Materie, die man etwa dazu benötigt, Händler für seine Rohstoffe zu finden.

Webseite: www.ogame.de/
Preis: Kostenlos, zusätzliche Inhalte gegen Gebühr

Fazit

Die vorgestellten Spiele zeigen deutlich: Während sich der Markt der Onlinespiele in den vergangenen Jahren rasant entwickelt hat, sind die Titel im Browser größtenteils auf der Stelle stehen geblieben. Ein paar neue Optionen hier, ein paar zusätzliche Features dort - doch wirkliche Entwicklungen, wie etwa dynamische Kämpfe, sucht man vergeblich.

Browsergames - Auf den Zahn gefühlt: Echte Konkurrenz für MMO's oder reine Geldmacherei?

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/8Bild 9/161/16
Der wichtigste Faktor in Browserspielen: die Zeit. Zumeist wählt man lediglich Optionen an und wartet dann in Echtzeit auf deren Fertigstellung.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Zudem stören bei vielen Spielen die Verkaufsmodelle, deren Inhalte oftmals weit über bloße Verbesserungen an Menüs und dergleichen hinausgehen und so den zahlenden Spielern deutliche Vorteile im Spiel verschaffen. Doch nur die wenigsten Spieler dürften bereit sein, mehrere Euro pro Monat für ein Browsergame auszugeben, wenn es für ein paar Euro zusätzlich in echten MMORPGs das hundert- oder gar tausendfache an Spielinhalt gibt.