Brothers in Arms Hell's Highway – Test

PC | PS3 | XBox 360

Mit Pomp und Pathos unterwegs im Land der Tulpen

von Marcus Albin, 22. Oktober 2008 12:37 Uhr

Zum gefühlten 3685sten Mal findet man sich als Gamer im Zweiten Weltkrieg wieder, diesmal in den Niederlanden als Teil der „Operation Market Garden“. Wie die Vorgänger hält sich auch „Hell´s Highway“ stilistisch an Filme wie „Der Soldat James Ryan“ oder die TV-Serie „Brothers in Arms“ – pathetische Handlung inklusive. Die Unreal 3-Grafikengine und neue Gameplay-Elemente sollen dabei für frischen Wind im harten Kriegsalltag von Matthew Baker und Co. sorgen.

Ein Anti-Kriegsspiel - ohne Anti, dafür mit viel Krieg. Schön inszeniert, dramaturgisch aber zu holprig, verpasst "Hells Highway" den Sprung aufs Genretreppchen. FazitMit der „Operation Market Garden“ schickt euch Gearbox Software diesmal in die bis dahin größte Luftlandeoperation überhaupt, die zwischen dem 17. und dem 27. September 1944 stattfand. Durch die Umgehung des deutschen Westwalls beabsichtigten die Alliierten mit einem raschen Vorstoß ins Deutsche Reich ein schnelles Kriegsende. Jedoch durchkreuzte der unerwartet starke Widerstand der Deutschen die Pläne der Alliierten, so dass sich diese mit hohen Verlusten bei Mensch und Material zurückziehen mussten.

Screenshot zu: Mit Pomp und Pathos unterwegs im Land der TulpenWiedersehen macht Freude: Matt Baker ist wieder zentraler Held des Spiels.

Vor diesem historischen Hintergrund wird die Geschichte von Matthew Baker und seinen Mannen von der 101. Airborne Division erzählt. Erstklassig inszenierte Zwischensequenzen in Spielgrafik zeugen von der Verzweiflung, Freundschaft und dem Wahnsinn des Krieges. Auf dem Weg gewinnen die Charaktere an Tiefe und es gelingt Gearbox Software darüber hinaus die Übergänge zwischen Storyabschnitten und dem Spielgeschehen nahtlos zu gestalten.

Trotz der beeindruckenden Inszenierung bleibt der historische Hintergrund leider bloß Kulisse. Nur selten kommt das Gefühl rüber, etwas Entscheidendes beigetragen zu haben und sobald man sich auf dem Schlachtfeld befindet, werden die Kameraden wie „Red“ und Co. wieder zu Symbolen degradiert. Außerdem dürfte vor allem bei „Brothers in Arms“-Neulingen die Geschichte aufgrund des Erzählstils mit den zahlreichen Bezügen zum Vorgänger für Verwirrung sorgen. Sind die Vorgänger und somit die Charaktere jedoch bekannt, wird man sich in der Truppe schnell heimisch fühlen.

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