




„Hell´s Highway“ lässt, trotz atmosphärischer Inszenierung, die versprochene Realitätsnähe missen. Wenn in der Hitze des Gefechts der Mitstreiter „Mit dir Spiel ich nicht Poker!“ schreit, fühlt sich das weder realitätsnah noch passend an. Hier von Antikriegsspiel zu sprechen, wäre vermessen; dazu bietet „Hell´s Highway“ zu viel Pathos und es fehlt eindeutig die notwendige verstörende und beklemmende Grundstimmung – reihenweise erschießt man uniforme Gegnerscharen und der Tod der eigenen Mitstreiter lässt einen kalt.
Lediglich die hervorragend inszenierten Zwischensequenzen, in denen Matt Baker versucht, seine Vergangenheit zu bewältigen, zeigen, was an sich möglich gewesen wäre. Leider vermag der Story-Funken nicht in die Spielabschnitte überzuspringen und „Brothers in Arms“-Neulinge werden vom Erzählstil überfordert. Im Gegensatz zu den Vorgängern erfreuen nun aber deutlich detailliertere und vielfältigere Schauplätze, wobei vor allem die stimmungsvolle Lichtgestaltung Lob verdient hat.
Spielerisch bietet „Hell´s Highway“ solide Standardkost mit intuitiver Steuerung und kleinen Verbesserungen. Neue Elemente wie das Bazooka-Team, zerstörbare Deckungen oder die Solo-Abschnitte bringen frischen Wind in die Taktik-Shooter-Serie und nehmen dem Spielprinzip einen Teil seiner Redundanz. Dass der Holland-Feldzug der 101. Airborne Division trotzdem noch für Déjà-vus sorgt, liegt an den 0815-Einsätzen und dem stereotypen, leicht zu durchschauende Verhalten der Gegner-KI. Ein variableres und flexibleres Gegnerverhalten würde hier Wunder bewirken.
Der Feldzug durch Holland präsentiert sich im Grossen und Ganzen schön und atmosphärisch, vor allem die tollen Zwischensequenzen können überzeugen. Leider wird das Gesamtbild immer wieder durch Grafik-Patzer getrübt.
Ruhige Streicherklänge oder authentische Soundeffekte überzeugen durchgehend. Die deutsche Synchronisation hingegen zeigt immer wieder Schwächen: komische Übersetzungen und asynchrone-Lippenbewegungen enttäuschen.
Takik-Shooter-Standardkost: Das Spielprinzip - „Festnageln, Flankieren, Eliminieren“ - funktioniert, die neuen Spielelemente sorgen dabei für weniger Redundanz. Auf der anderen Seite enttäuschen das durchschaubare, sich wiederholende Gegnerverhalten, seltene KI-Aussetzer und das wenig innovative Einsatzdesign.
Mit nur sechs Karten und einem Modus für 20 Spieler kann man den Mehrspielerpart unter der Kategorie „nette Dreingabe“ abhaken. Squad-Einteilung und Befehle des Gruppenführers sind zwar nette Features, jedoch gehört zu einem richtigen Multiplayer-Part mehr.
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