Autor: Christopher Link

Und schon wieder Zweiter Weltkrieg - diesmal in Handheldform und gleichzeitig als Umsetzung eines der intensivsten Taktik-Shooter auf PC und Konsolen. Die Rede ist hierbei von »Brothers in Arms«. Der erste PSP-Ableger der beliebten Serie ist nun endlich erschienen, und wir verraten euch im Review, ob um dieses Spiel Kriege entbrennen werden oder doch nur ein laues Lüftchen weht.

Stillgestanden!
Streng genommen ist »Brothers in Arms: D-Day« kein neuer Teil der Serie, sondern vielmehr eine Zusammenstellung aus den besten Missionen der Vorgänger »Road to Hill 30« und »Earned in Blood«. Eine wirklich neue Kampagne gibt es daher nicht. Fans der Rechenknecht- und Konsolenfassungen wird deswegen Vieles bekannt vorkommen. So ist zum Beispiel der genial inszenierte Absprung alliierter Fallschirmspringer in der Normandie der gleiche wie bei »Road to Hill 30«. Bei »D-Day« gibt es solche Szenen allerdings meistens nur als abgefilmte Videosequenzen.

Brothers in Arms D-Day - Waffenbrüder unterwegs: Ballern und Taktieren für die Westentasche.

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We never walk alone - vor jeder Mission gibt's eine Einsatzbesprechung.
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Bedingt durch die Tatsache, dass hier bereits bekannte Missionen »recycelt« werden, gibt es keinen neuen Hauptcharakter. Nach wie vor zieht es uns als Sergeant Baker sowie als Lieutenant Hartsock auf die Schlachtfelder der hart umkämpften Normandie. Vor jeder Mission informiert ein im Off stattfindender Kommentar des Protagonisten über das aktuelle Geschehen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Shootern kommen dabei auch Bakers sowie Hartsocks Gefühle zum Vorschein, was dem Spieler eine bessere Identifikation mit der Figur ermöglicht. Das ist insofern wichtig, weil es sich hier um einen Shooter mit Weltkriegshintergrund handelt und solche inneren Monologe dem Ganzen die nötige Dramatik verleihen.

Ab an die Front!
Nach dem bereits geschilderten Anfang stehen wir in der Einzelspielerkampagne erst einmal ohne Waffe da, treffen aber glücklicherweise auf einen Soldaten, der uns mit einer Pistole ausrüstet. Das sollte für's Erste reichen. Doch schon bald treffen wir auf deutschen Widerstand. Um nicht gleich ins kalte Wasser geschmissen zu werden, wurden die ersten Gefechte als eine Art Tutorial gestaltet, das euch nicht nur mit der Steuerung von »D-Day« vertraut macht, sondern auch die taktische Komponente des Spiels erklärt. Dazu später mehr.

Brothers in Arms D-Day - Waffenbrüder unterwegs: Ballern und Taktieren für die Westentasche.

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Hier verteidigen wir eine Kirche - eine mühselige Angelegenheit.
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Die große Frage bleibt natürlich: Wie steuert sich ein Shooter mit taktischem Anspruch auf der PSP? Wir sagen: »Ganz einfach!« Natürlich ist das Spielgefühl im ersten Moment ungewohnt, doch wer denkt, nach »Medal of Honor: Heroes« könne es keine bessere Steuerungsalternative mehr geben, der irrt sich gewaltig. »Brothers in Arms: D-Day« unterstützt mehrere Konfigurationen, Anfängern legen wir jedoch die voreingestellte Tastenbelegung ans Herz.

Hierbei bewegt man sich mit dem Analogstick vor- und rückwärts oder dreht sich um die eigene Achse. Nach unten und nach oben sehen kann man mit dem Analogstick nur in der Nahansicht. Das mag sich anfangs noch etwas zäh anfühlen, doch glücklicherweise ist das Spiel so fair, Höhenunterschiede in Kämpfen so gut wie möglich außen vor zu lassen. Nach einiger Zeit geht die Steuerung absolut in Fleisch und Blut über, so dass man beinahe vergisst, dass man nicht am PC sitzt.

Beim D-Day dabei...
Dafür verantwortlich sind nicht nur die guten Sequenzen, sondern auch die gewisse Portion Dramatik, die durch das tolle »Wir«-Gefühl geprägt ist. Nur selten ist man alleine unterwegs, der Weltkrieg verkommt somit nicht zur unrealistischen One-Man-Show. Und zum Glück helfen eure Kameraden - mit seltenen Aussetzern - ordentlich dabei, dass euer virtueller Arsch nicht von den Nazis erwischt wird. Das klappt meistens perfekt, seltsamerweise werden eure Befehle jedoch nicht immer befolgt. Das kann insbesondere dann gefährlich werden, wenn man unter schwerem Beschuss steht und Verstärkung benötigt.

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"Macht die Krauts fertig!"
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Wo wir schon mal bei Befehlen sind: Wer bei »Brothers in Arms: D-Day« denkt, er könne im Alleingang alle bösen Krauts zur Strecke bringen, landet zielsicher mit dem Gesicht auf dem Boden und mit einer Kugel im Kopf. Daher gibt es eine taktische Übersichtskarte, die bei Bedarf aufgerufen werden kann und Strategien ermöglicht, die euch mehr als einmal die Haut retten.

Seid ihr zum Beispiel eingekesselt, befehligt ihr einfach andere Soldaten, mit Sperrfeuer auf gegnerische Schüsse zu reagieren. In dieser Zeit rennt ihr in Deckung und greift beispielsweise von der Flanke an. Gegnerische Soldaten werden dadurch abgelenkt und konzentrieren sich auf euch, während die eigenen Mannen nach vorne preschen und den Feind erledigen. Das klappt einwandfrei und lässt sich bereits in wenigen Schritten realisieren.

Was uns besonders gefiel, ist der ordentliche Umfang der Einzelspielerkampagne. Mit einigen Stunden des Sniperns, Taktierens und natürlich auch Ballerns dürften PSP-Spieler restlos zufrieden sein. All diejenigen, denen das noch nicht genügt, dürfen sich noch offline im Gefechtsmodus ausprobieren. Hier können abseits der Kampagne einzelne neue Missionen und sogar auf Seiten der Deutschen gespielt werden. Mehrspielerfreunde aktivieren hingegen gleich eine WiFi-Verbindung und bekriegen sich in vier Spielmodi, darunter einem gut funktionierendem Coop-Modus mit bis zu zwölf Spielern.

Technische Glanzleistung
Grafisch ist »Brothers in Arms« ohne Zweifel der bisher schönste Shooter auf der PSP. Dagegen kommt auch ein »Medal of Honor: Heroes« nicht an. Plattformbedingt muss man natürlich die etwas matschigen Texturen verschmerzen, doch allein die traumhaft schönen Skybox und die detaillierten Charaktere sorgen dafür, dass bei der Grafik alles im grünen Bereich ist. Und wenn wir schon einmal bei »grün« sind: Die Landschaften sehen hervorragend aus. Auch bei den Effekten und den Animationen zaubert sich ein zufriedenes Lächeln auf das Gesicht des Spielers. So muss das auf der PSP aussehen!

Brothers in Arms D-Day - Waffenbrüder unterwegs: Ballern und Taktieren für die Westentasche.

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Über Kimme und Korn gibt's den Feinden vor's Horn!
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Auch in akustischer Hinsicht begeistert »D-Day« auf ganzer Linie: Die deutsche Synchronisation ist gelungen und macht hier ausnahmsweise einmal keinen Strich durch die Atmosphäre-Rechnung. Über die Effekte lässt sich ebenfalls nur Gutes berichten: Neben dem obligatorischen Zischen vorbeiziehender Kugeln ist auch sonst alles dabei, was Kriegsatmosphäre ausmacht. Doch wie so häufig gilt: Externe Lautsprecher sind für optimalen Genuss Pflicht. Erst dann entfaltet das Spektakel seine volle Wirkung. In jedem Fall erwähnenswert ist auch der hervorragende Soundtrack.