Bereits mehrfach berichteten wir über Brink, die Ego-Shooter-Hoffnung der Enemy-Territory-Macher Splash Damage. Details zum Story-Hintergrund mit einer umkämpften Umwelt-Arche im Mittelpunkt, den beiden verfeindeten Fraktionen sowie dem einzigartigen Stilmix aus Einzel-Koop- und Mehrspielerelementen könnt ihr in gleich drei unserer Vorberichte nachlesen.

Nun lud Publisher Bethesda nach London, um uns eine ausführlichere Anspielmöglichkeit einzuräumen. Ob sich dabei die bisherigen sehr vielversprechenden Eindrücke bestätigten?

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Eines kann ich ja ganz gut: Nörgeln! Selbst bei einem auf den ersten Blick tadellosen Aspiranten wie Brink lässt sich noch ein Haar in der Suppe finden - für mich war das bisher die zu geringe Durchschlagskraft der Wummen. Doch was, wenn dies tatsächlich zum Spielprinzip gehört? Müssen dann ursprüngliche Bedenken revidiert werden?

Brink - Nach dem vierten Preview sind wir sicher: das Teil wird Hammer!

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Das Charakterdesign und die individuellen Anpassungsmöglichkeiten sind für einen Shooter wohl bisher einmalig.
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Senior Game Designer Ed Stern versucht diesen speziellen Ansatz von Brink zu erklären: „Wir wollen in unserem Spiel keine One-Shot-Kills, beispielsweise durch Sniper oder Granaten. Wir wollen die Frustrationsschwelle bei Multiplayer-Games senken und stattdessen coole Inhalte anbieten. Aus diesem Grund haben wir auch den Knockdown eingebaut, der jedem eine zweite Chance geben soll.“

In der Praxis wird man durch gegnerischen Beschuss oder einen Nahkampfangriff also nicht zwangsläufig über den Jordan geschickt, sondern liegt für eine Sekunde flach und rappelt sich dann wieder auf. Kassieren wir letztendlich doch zu viele Treffer, muss das ebenfalls noch nicht das zwischenzeitliche Ende sein. Ein herbeieilender Sanitäter kann uns jederzeit eine Spritze zuwerfen, mit der wir uns erneut in das bleihaltige Reich der Lebenden zurückversetzen.

Packshot zu BrinkBrinkErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Das führt tatsächlich zu weniger entmutigenden Erlebnissen an der virtuellen Front, beschert uns andererseits jedoch auch ungewohnte Situationen, in denen ein gerade umgeholzter Feind plötzlich vor uns steht und seinen Rachegelüsten freien Lauf lässt.

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Von der Statur der eigenen Spielfigur ist nicht nur die Waffenwahl abhängig, auch die Handlungsmöglichkeiten und Aufgaben differieren.
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Brink ist mit Sicherheit kein 08/15-Shooter, der mit allseits bekannten Elementen und Spielmechaniken langweilt - im Gegenteil. Bereits die höchst detaillierte Charaktergenerierung zeugt von hoher Spieltiefe - schließlich ist es durchaus von Bedeutung für den Spielablauf, ob ihr euch ein massiges oder schlankes Alter Ego anlegt. Während kräftige Spielfiguren viel mehr einstecken, überwinden grazilere Charaktere Hindernisse mithilfe des automatischen SMART-Systems in Parcours-Manier und gelangen so über zusätzliche Alternativwege zum Ziel oder in den Rücken der anderen Fraktion.

Mehr noch als bei herkömmlichen Shootern müsst ihr hier ständig auf der Hut sein, die Frontverläufe sind fließend, auch abhängig von den gestellten aktuellen Aufgaben. Stets droht aus einer Gasse oder einer Tür eine Gegnerschar hervorzubrechen und euch in die Flanke zu fallen - und sei es in Form eines getarnten Agenten, der wie in Team Fortress 2, das Aussehen der Gegenseite annehmen kann.

08/15-Geballer gibt’s woanders

Dieser abwechslungsreiche, spannungsgeladene Spielverlauf, der euch mit ständig neuen Zielvorgaben auf Trab hält, gehört nicht zufällig zum Kern des Shooters. Er wird durch unterschiedliche Mechanismen sogar noch gefördert. Beispielsweise ist es möglich, an Terminals nahe des Spawnpunktes jederzeit einen Klassenwechsel vorzunehmen, um sich auf ändernde Gefechtsbedingungen einzustellen.

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Flinken Kämpfern stehen durch ein Parcour-artiges Fortbewegungssystem mehr alternative Routen zur Verfügung.
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Teamplay steht hier absolut an erster Stelle, wie Ed Stern betont: „Wir belohnen weniger die Kills als das Teamwork der Spieler mit Erfahrungspunkten“, sagt er „es lohnt sich viel mehr, zusammenzuarbeiten und nicht als Einzelgänger herumzuspazieren.“ Ob wir nun eine besonders wichtige Person durch ein umkämpftes Zielgebiet schleusen (wofür z.B. Medics unverzichtbar sind) oder einen Bombenentschärfungsroboter beschützen und uns dabei Meter um Meter vorankämpfen (hier wird also eher Firepower des Soldaten benötigt), wir sind immer auf den Zusammenhalt der Mitspieler angewiesen. Schnelle Entscheidungen sind gefragt: Heile ich den nach „Sanitäter“ rufenden Kameraden oder jage ich die rettende Spritze lieber in den Leib der Zielperson?

So viel Innovation, Flexibilität und Spielspaß in einem Spiel? Das kann nur Brink sein!Ausblick lesen

Apropos Rufen: Wie Stern betont, werden wir in Brink nicht von „kreischenden Ami-Kids genervt“, die VoIP-Funktionalität lässt sich nämlich auf die Friendslist beschränken. Überhaupt scheinen die Briten sehr genau darüber nachzudenken, wie das Genre mit sinnvollen Neuerungen aufgepeppt werden kann.

Neben der gelungenen Charaktergenerierung und detaillierten Waffenanpassungen (ja, auch die Zweitwumme kann ein Sturmgewehr sein, hier stehen nicht nur Pistolen zur Wahl) überzeugen die umfangreichen und flexiblen Voreinstellungs-Schemata für die Pad-Belegung (oder auch Maus-Schubser) - mit einem Klick spielt ihr also etwa mit lieb gewonnenen Call-of-Duty-Einstellungen oder arrangiert alles nach euren Vorstellungen um. Cool ist auch das Audio-Feature, das eine Trennung zwischen Stimme auf den Kopfhörern und Ambientesound über die Boxen erlaubt.

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Als ob Darth Maul, General Grievous und der Predator ein Kind gezeugt hätten...
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Neben diesen Features und einer tollen Optik beeindruckt zudem das ausgefeilte RPG-System, das eine sehr individuelle Weiterentwicklung der bis zu zehn erstellbaren Spielfiguren erlaubt. Hier investiert ihr die erworbenen Erfahrungspunkte für jede der vier Spielklassen in allgemeine Fertigkeiten und Spezialfähigkeiten, die eure Spielweise perfekt unterstützen. Brink hinterlässt auf allen Ebenen einen wirklich rundum durchdachten Eindruck.