Breath of Fire (PSP Review)
von Ulli Kunz

Es war einmal vor langer langer Zeit, also weit im letzen Jahrtausend, als die lustigen Programmierer von Capcom für die Ur-Playstation ein Rollenspiel auf den Markt warfen, dass sich Breath of Fire 3 nannte.

Das wirklich bemerkenswerte an Breath of Fire 3 war nicht nur, dass man als junger Drache in Menschenform durch die Landschaft marschierte und Gegner im Sekundentakt in den Pixelboden stampfte, nein, Breath of Fire 3 bot auch etwas anderes: Gehobene Langeweile.

Nun, schlappe acht Jahre später kamen wohl die gleichen gewitzten Programmierer auf die sinnvolle Idee, der PlayStation Portable ebenfalls ein Breath of Fire 3 zu spendieren.

Doch anstatt die Chance zu nutzen und alte Schwächen auszumerzen portierte man das Ur-BoF3 praktisch 1:1 auf Sonys kleinste Konsole. In der Rolle eines jungen Drachen namens Ryu, der scheinbar der Letzte seiner Art zu sein scheint, darf man natürlich nicht erwarten, dass die Menschheit bei einem Zusammentreffen mit einem "Ui, Toll, ein Drache. Wie süüüüß!" reagiert. Dies muss unser Jungdrachen auch schnell realisieren, denn kaum erwacht, wird er von allen Seiten angegriffen und letztendlich gefangenen genommen.Allerdings - Klischee sei dank - gelingt uns schnell die Flucht und wir werden als Menschenkind von zwei kleinkriminellen Jugendlichen gefunden, die sich dem scheinbaren Waisen annehmen.

Breath of Fire 3 - Ein Relikt ist wieder auferstanden: Auf der PSP nur ein schwacher Abklatsch?

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Moment? Drachen, Menschenkind? Was nun? Als aufmerksamer Leser beginnt man nun zu Straucheln und tippt auf einen geistigen Aussetzer des Schreibers dieser Zeilen. Nun, schön wäre es ja, doch leider die die Wahrheit viel grausiger. Sitzt man als Drache nämlich ein einer Szene in einem Käfig und versucht durch Rütteln selbigen (also den Käfig) von einem Zug fallen zu lassen, liegt man wenige Sekunden später - also nach erfolgreicher Flucht - nicht nur ohnmächtig sondern auch noch als Menschenbengel neben dem geborstenen Käfig. Öhm….

Packshot zu Breath of Fire 3Breath of Fire 3Erschienen für PSP kaufen: Jetzt kaufen:

Irgendwann jedoch kommt der Menschen/Drachen-Junge Ryu zu sich, sammelt im Laufe der Story einige Freunde (und Feinde) und stolpert von einem Kampf in den nächsten.
Logisch, dass hier und da auch kleinere und größere Verschwörungen aufgedeckt und bekämpft werden, nur wirklich spannend ist das leider nicht, da die banale Story und nicht zuletzt das mehr oder minder "Alleingelassenwerden" des Spielers einen Bezug zu Spiel und Charakter eine Langzeitmotivation bereits im Keim ersticken. Capcom hat es ferner nicht für nötig gehalten, BoF 3 eine deutsche Übersetzung der Dialoge zukommen zu lassen.

BoF3 scheint mit der heißen Nadel nach Schema F zusammengeklöppelt worden zu sein. Zwar finden sich alle wichtigen Bestandteile eines RPGs aus dem Lande Nippon in Breath of FIre 3, nur wurden diese nicht wirklich miteinander verknüpft.

Ein Beispiel ist der rundenbasierte Taktikkampf. Je nach gewählter Kampfformation steigen die Offensiv- oder Defensiv-Werte, während man seinen Recken die Aktionen zuweist und anschließend die eigentliche Kampfrunde beobachtet.

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Als Besonderheit bietet BoF3 hier aber zwei mehr als nur interessante Zugaben. So kann man einen Gegner während einer Kampfrunde beobachten, um sich seinen Kampfstil einzuprägen und damit zu übernehmen. Andererseits kann sich Ryu - der Drachenjunge - während eines Kampfes in eine von knapp 1000 Drachenformen verwandeln und den Feinden zeigen, wo der Hammer hängt. Im Laufe der Zeit sammelt Ryu nämlich Gene, die, je nach Kombination, unterschiedliche Drachentypen mit unterschiedlichen Farben und Fähigkeiten hervorrufen. Klingt toll. Ist es auch, wenn man bei BoF3 nicht alle gefühlte 500 Meter auf einen übellaunigen Gegner stoßen würde, der uns eines aufs Fressbrett geben will.

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Questtechnisch hält sich Breath of Fire 3 bedeckt. So bleibt neben dem klassischen "Gehe von A nach B und hol/rede/kille X" und dem "Gehe nach X, benutze Gegenstand A und gehe dann nach Y"-Rollenspielaufgaben nichts Erwähnenswertes übrig. Und da unser kleiner Drache kein Tagebuch führt und es so auch keine Quest-Übersicht gibt, steht man irgendwann, wenn man eine längere Zeit nicht gespielt hat, im Regen und läuft Gefahr, zunächst stundenlang umher zu irren.

Steht man also nach Dutzenden von Kämpfen und der Frage, was man nun eigentlich machen soll, kurz vor dem Koller, kann man mit Angeln die Nerven beruhigen.Hat man sich ein nettes Plätzchen ausgesucht, wirft man seine Angel aus und hofft auf reichlich Beute. Die gefangenen Fische dienen aber nicht nur zur reinen Essensaufnahme sondern pushen auch hier und da die Charakterwerte.

Klassisch im Japan-Style ist die Grafik von Breath of Fire3. Der sehr einfach gehaltene Mangastil erfüllt seinen Zweck durch recht nett gezeichnete Comic-Figuren und einigen recht ansehnlichen Zauber- und Kampfeffekten. Auch die im 90°-Winkel schwenkbare Kamera und die dadurch räumliche Tiefe werfen eigentlich ein recht positives Bild auf Breath of Fire 3.

Wenn, ja wenn die PSP nicht zu viel mehr in der Lage wäre. So sind die Figuren zwar zweidimensional, was an sich nichts Schlechtes ist, die Animationen der Figuren verdienen diese Bezeichnung jedoch schlichtweg nicht. Die Bewegungs-Animation scheint maximal aus drei Bildern zu bestehen, bei Gesprächen zucken ein wenig die Schultern und hier und da hüpft mal ein möglicher Gegner auf und ab.Einzig im Kampf wurden feinere Animationsabläufe verwendet. Ansonsten wirkt die Welt sehr steril, fast leblos, von Unmengen zufälliger Kämpfe einmal abgesehen..Einzig im Kampf wurden feinere Animationsabläufe verwendet. Ansonsten wirkt die Welt sehr steril, fast leblos, von Unmengen zufälliger Kämpfe einmal abgesehen..