Eigentlich komisch. Gearbox' endzeitliches Stillleben namens Borderlands hatte viele Fehler unter der einfachen – und vor allem: einfach zugänglichen – Oberfläche. Machte trotzdem Spaß, und folgende Verben sind schuld daran: ballern, sammeln, vergleichen, verkloppen, grölen, herumalbern, plündern, verbessern.
Quirlig, bunt, beschwingt - sieht nach einem richtig guten Nachfolger aus.AusblickObwohl ich das Real-Life in all der Zeit dazwischen locker um drei, vier Tage betrogen habe, wurde ich nie vollends glücklich in den Wastelands. Es liegt in der Natur der Sache, dass man als Spielergruppe fast immer und überall mehr Spaß hat als alleine, und „Borderlands“ belegt das für mich am besten. Zu dritt oder zu viert blickt man gern darüber hinweg, dass die endzeitliche Bühne ihre Risse hatte, das Figurenverhalten auch und die Geschichte von Anfang bis Ende ein einziger Riss war.
Viele kleine Pferdefüße also – sie alle aufzuzählen wäre mühselig –, die an einem doch als überaus gelungen zu bezeichnenden Experiment hängen blieben, und das weiß Entwickler Gearbox. War vielleicht nicht ganz so geplant, kam aber letztendlich so raus, und immerhin nimmt man die Kerben der Kritik zum Anlass, diese beim nächsten Mal ordentlich glattzuschleifen.
Der Nachfolger ist farbenfroher und mehr um landschaftliche Abwechslung bemüht.Für wen das bedeutet, plündern, bis nicht nur die Eheringe dick werden, der kann beruhigt in den Polsterstuhl sacken und die Vorbestellung aufgeben - „Borderlands 2“ hat gefühlte Myriaden von Waffen. Ein Gefühl von Fortschritt, alle paar Meter spürt man es, wenn man den neuen vergoldeten Raketenwerfer tätschelt, der beim Nachladen einfach so eine Abschiedsrakete ausklinkt. Ich habe mich wirklich gut amüsiert beim ersten Mal. Die Beschreibung einer der Waffen, die mir in die Hände fielen, sagt zum Beispiel: „... Explodiert wie eine Granate, wenn man sie nachlädt“. Das klingt einfach wunderbar albern.
Es gibt Pistolen mit Zielfernrohren, die Säuregeschosse rotzen, bis viele grüne Zahlen am feindlichen Körper herunterlaufen wie ein Schwarm verstrahlter Riesenameisen. Ganz viel verschiedenes Zeugs mit Blitz-, Feuer- und jeder Art von Elementarschaden, den man sich nur vorstellen kann. In Teil zwei noch mehr. Zumindest hoffe ich das, wenn Gearbox Lücken im „Guck mal, das funkelt, und das ist bestimmt geiler als alles, was ich dabei habe“-Loot-Getriebe vermeiden möchte. So eine, wie sie bei mir noch vor dem Abspann entstand, die sich auch durch die ersten DLCs zog und die zu stopfen sicher nicht die schlechteste Idee wäre. Euch kann es aber auch anders gehen.
Es ist jedenfalls eine unheimliche Freude, von links rote, von rechts grüne und von hinten blaue Zahlen hereinrauschen zu sehen, vereint in einem kunterbunten Zahlenknäuel, das am Gegner knabbert, bis der rote Balken über ihm verschluckt wurde. Jedes Mal lässt er zufällig ausgewürfelte Sachen fallen, daneben die geringe Chance, dass was für euch dabei ist. Wie gesagt: Das Gefühl von Fortschritt, es greift in „Borderlands 2“ schon nach wenigen Minuten, und es fühlt sich an, als sei man nie woanders gewesen.
Sie wollten die Party sprengen und werden gesprengt. Dumm gelaufen.Das als Grundrichtung, nur etwas quirliger und bewegter als im Vorgänger. Dicke Brutes haben kleine Quietschstimmengegner – liebevoll Gegni genannt – auf dicke Schilde gebunden. Die Kleinen zappeln, lamentieren lautstark und freuen sich wie die Schneekönige, wenn sich ein Schuss aus der Pistole löst, der die Fesseln und nicht ihren Kopf durchschlägt.
Gegner auf buntem Haufen, von oben kleine Helikopter, die Bauteile fallen lassen, die man braucht und die man noch im Flug fangen kann, wenn man schnell genug ist. Überall blinkt und funkelt es verführerisch, nachdem Gegner über den Haufen geschossen wurden, man fühlt sich wie ein Raffzahn, der nichts liegen lassen kann und wenigstens gucken muss, auch wenn es nur billiger Tand ist. Immerhin: Es könnte doch, oder?
von 2K Games, Gearbox Software
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Diablo 3
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Obwohl ich sagen muss die dort vorhandene Konsolenfassung hat mich nicht ganz überzeugt. Wird dann aber auf jeden Fall am PC gekauft!