Borderlands 2 Multiplayer Mayhem in München. 2k ruft und wir stürzen aufs Koop-Schlachtfeld. Aber nicht ohne Sturmgewehre, Gatlings, Raketenwerfer, Flammenwerfer, Nagelwerfer, Pumpgun...

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Zentimeterdicker Stahl schiebt sich ins Bild, gehalten von einer monströsen, braungebrannten Pranke. Die Hand gehört zu Salvador, dem neuen GunZerker, und sein Baby ist der „Epic Rocket Launcher“. Warum auch nicht direkt das Kind beim Namen nennen? Das Ding verdeckt locker ein Drittel des Bildschirms, als wir den Zoom aktivieren und unser Ziel anvisieren: ein kunterbuntes Etwas mit dem langgezogenen Schwanz, Kopf und Beinen eines Leguans, aber dem massiven Körper eines Büffels, wie wir sie wohl in „Assassin's Creed 3“ erlegen werden.

Der Bossgegner namens Volatile Chrystalik strahlt wie ein amerikanischer Weihnachtsbaum mit 10.000 Glühbirnen und unser Raketenwerfer richtet kaum Schaden an. Einmal feuern wir. Zweimal. Dreimal. Gottverdammt, geh endlich runter. Und dann geht uns ein Licht auf. Die Beine sind vereist, da hilft doch bestimmt Brandmunition.

Gedacht, geklickt, zwei, drei Mal die Y-Taste getippt und dann haben wir auch das richtige Baby am Start. „Beschäftige das Ding mal, ich pirsche mich ran und heize ihm ein“, geht das Kommando an den Kollegen neben uns. Teamwork ist wieder das A (um im Level aufzusteigen) und O (für OMG-Bossgegner).

Borderlands – Der etwas andere Shooter

„Borderlands“ war schon immer anders. Es ging nie um F16-Kampfjets und Black-Hawk-Helikopter, die in Wolkenkratzer knallen, wobei sich hier und da ein paar Raketen lösen und den Big Apple zum Bratapfel aus Schutt und Asche verwandeln. Auch Geschichte oder die tiefe Bindung zu Charakteren spielt hier die zweite Geige. Es sind die Waffen, die uns immer wieder nach Pandora gezogen haben. Und es ist auch 2012 noch immer der berühmte „Diablo“-Effekt, immer mehr, bessere und einfach coolere Knarren im Arsenal zu wissen.

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Das Avatar von 2k: Satte Blautöne, verspieltes Lila, trotzdem die harten Cel-Shading-Konturen. Neuer Style, edler Look.
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Acht Knarren können wir gleichzeitig mitschleppen und nur einen Tipper auf Select entfernt ist ein Waffenschrank, auf den wohl selbst jeder General des US-Marine Corps neidisch wäre: angefangen bei einer halbautomatischen Desert Eagle über verschiedene Maschinenpistolen wie Uzi und MP5 bis hin zu den dicken Wummen. Scharfschützengewehren mit Ultra-Zoom, Pumpguns, die mit Brand- oder Schockmunition bestückt selbst einen Boss ins Schwitzen bringen, und natürlich Raketenwerfer (die allerdings wieder relativ schwach sind), Granatwerfer für Flächenschaden und Flammenwerfer für die Grillparty.

Packshot zu Borderlands 2Borderlands 2Erschienen für PC, PS3, Xbox 360 und PlayStation Vita kaufen: Jetzt kaufen:

Die wird dieses Mal wieder von vier skurrilen Charakteren gefeiert, die allerdings ziemlich stark an ihre Vorgänger erinnern: Da gibt es Maya, die neue Siren, die Stasisfelder erzeugen kann. Eine mächtige Crowd-Control-Waffe, wie es die Entwickler so schön nennen. Damit könnte beispielsweise der Kollege das kunterbunte Bossvieh von eben einfach in eine Art schwebende Magnetwolke einsperren und wir hätten so genug Zeit, seine Leibwache auseinanderzunehmen. Nebenher fungiert sie im Kampf auch als Heilerin für das ganze Team.

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Loot dropped: Der neue Gegenspieler Handsome Jack lässt seine Robo-Armeen vom Mond aus angreifen.
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Leider nicht spielbar waren dieses Mal die Commando- sowie Assassinenklasse. Der eine hört auf den Codenamen Axton, erinnert am ehesten an die amerikanischen Green Berets mit dicken Muskeln und schleppt einen „Sabre Turret“ mit sich herum. Quasi eine mobile Waffenplattform, die entweder Granaten verschießt und so Flächenschaden anrichtet. Oder aber - wenn wir es entsprechend anders skillen – als Defensivsystem, das quasi im Hintergrund dafür sorgt, dass unsere Waffen schneller nachladen.

Der abgedrehteste Charakter ist wohl der Asassinen-Droide ZerO. Er ist die einzige Nahkampfklasse, schlachtet mit einem Katana los und schützt sich mit einer Ganzkörperpanzerung. Der Droide spricht nicht, sondern kommuniziert über Emoticons. Eine ziemlich witzige Idee, ein bisschen so, als würden wir R2-D2 beschimpfen und er rechtfertige sich mit Piepen. ZerO würde dann einen wütenden Smiley auf sein Display projizieren. Spielbar war er allerdings noch nicht, so ziehen wir mit der Waffe auf zwei Beinen in den Krieg: Salvador.

Der GunZerker: Die wandelnde Kampfmaschine

Salvador, der GunZerker oder wie wir ihn liebevoll nennen: Man of Steel. Denn der Kerl darf neuerdings gleich zwei Waffen tragen. Nein, keine Desert Eagles oder zwei Uzis, das ist was für Möchtegern-Gangster-Rapper. Der GunZerker steht auf die richtig großen Dinger: Gatling-Guns mit weit über tausend Schuss. Am liebsten in Kombination mit einem Scharfschützengewehr, weil die Gatling natürlich heftig streut und Gegner in hoher Entfernung nicht so leichtfertig ausknipst.

Die Gags zünden, das Design hat deutlich mehr Pepp und die Abwechslung stimmt.Ausblick lesen

Drücken wir gleichzeitig die linke und rechte Schultertaste, ergeht ein Inferno aus Kugeln über Gearbox' Monsterpack. So richtet sich „Borderlands 2“ voll und ganz nach eurem Spielstil. Die einen werden im Kooperativmodus eher an eine schwer bewachte Fabrik der Hyperion Corporation heranschleichen und Wachposten mit Scharfschützengewehren ausschalten, um keinen Alarm zu riskieren. Die anderen machen lieber einen auf dicke Hose, stürmen wild ballernd auf den Vorplatz, legen Salvador je eine Gatling in die linke und rechte Hand und lassen einfach mal die Sau raus.

Aber Vorsicht: Das Ballern mit zwei Kanonen gleichzeitig ist zeitlich begrenzt. Hat die Uhr ausgetickt, muss sich der Energiebalken erst wieder aufaden. Aber natürlich gibt es ein Perk, um die Zeit der doppelten Feuerpower zu verlängern, schimpft sich: „Longer is better“ - Gearbox-Stil eben. Schließlich hat die Spaßtruppe um Randy Pitchford selbst dem alten Duke letztes Jahr mit „Duke Nukem Forever“ noch mal Leben eingehaucht.

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Facebook-Status: Fühle mich so gunzerkerig heute.
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Der Robo aus dem All

Die Geschichte von „Borderlands“ war mehr oder weniger nicht vorhanden. Vier Söldner ziehen los, um ein Artefakt zu bergen – eine gute Geschichte mit Charakteren, zu denen es auch eine gewisse Bindung gibt, sieht anders aus. Das gibt auch Creative-Director Steve Gibson gerne zu. Dieses Mal soll alles anders werden, und tatsächlich verspricht der neue Chef-Antagonist eine Menge Lachsalven.

Der Kerl hört auf den Namen Handsome Jack und ist der CEO der Hyperion Corporation, dem größten Waffenfabrikanten des Planeten. Quasi der Tony Stark Pandoras. Und wo Tony sich einen Mech-Anzug bastelt und sich Iron Man nennt, da platziert der verrückte Handsome Jack gleich eine ganze Armee von Robotern auf einer Weltraumbasis im Mond. Klingt komplett abstrus, passt aber herrlich in dieses Universum, wo alle unglaublich waffengeil sind und beispielsweise die Bloodshot Bandits einen riesige Statue für den legendären Waffenschmied Marcus errichtet haben. Wenn schon die ganze Welt durchgeknallt ist, warum dann nicht für die Spielgestaltung utzen?

Und das tut Gearbox – die Blechbüchsen ploppen nämlich ständig und ohne Vorwarnung aus dem All, ballern mit Gatlings oder schützen sich mit Schilden. Dabei müssen wir zwischen drei Gattungen unterscheiden: den Soldaten, die einfach nur ballern, bis wir ihnen den letzten Schaltkreis aus der Blechhülle feuern, den Schutzeinheiten, die mit Stahlschilden umherrennen und versuchen, ihre Soldaten vor einschlagenden Kugeln zu bewahren, und den Reparaturdrohnen namens Surveyor. Die sind besonders schwer zu besiegen, weil sie quasi als kleine Minijets durch die Gegend schwirren und aus der Luft ihre Robokollegen wieder zusammenschweißen.

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Vier Mann im Humvee, einer schmeißt mit Explosivfässern, die anderen feuern drauf. Gibt eine nette Grillparty im Helikopter.
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Das können und müssen wir nutzen, denn wenn ein Robo Hilfe anfordert, blinkt seine Antenne rot. Wir wissen dann: Aha, Surveyor-Drohne im Anmarsch. Am besten kommt man ihnen mit der Gatling bei, weil sich dank der hohen Schussfrequenz ein großer Trefferbereich abdecken lässt, oder eben mit dem Scharfschützengewehr für Spieler mit Kopfschussfertigkeiten. Praktisch ist auch die Torgue-Assault-Rifle, die im zweiten Feuermodus blitzschnell auf Raketen umschaltet und Hitze suchende Mini-Sidewinder verballert.

Handsome Jack – der Technologiepapst

Nach der Geschichte hat Handsome Jack – oder der schöne Jack, wie er wohl im Deutschen heißen wird – das Alien-Artefakt aus Teil eins geklaut und die Technologie genutzt, um den mächtigsten Technologiekonzern der Welt aufzubauen. Damit niemand erfährt, dass eigentlich Roland, Brick, Lilith und Mordecai die tolle Alientechnologie entdeckt haben, hält Jack sie gefangen in seinen gewaltigen Fabriken. Einige wurden allerdings auch von Clans gekidnappt, beispielsweise Roland von den Bloodshot-Bandits.

Die Missionen haben insgesamt etwas mehr Struktur, wirken zwar immer noch arg beliebig zusammengestöpselt, aber wenn wir Mordecais Haustier, den Blood Wing, retten müssen, damit der mit uns zusammenarbeitet, gibt das zumindest ein bisschen Hintergrund für die ganze Ballerorgie.

Deutlich wichtiger als die doch sehr witzigen Dialoge ist aber eh die Punktehatz um immer neue Waffen und Items. Wer beispielsweise keine Säurewaffe im Gepäck hat, dürfte sich die Zähne ausbeißen beim Versuch, die gepanzerten Generäle der Robo-Armee von Jack zurück zum Mond zu jagen. Auch die Wahl des Waffenherstellers will gut überlegt sein.

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Wie ein spielbarer Comic: Die Detailverliebtheit jeder einzelnen Figur und das stimmige Design Pandoras ist das große Markenzeichen von „Borderlands 2“.
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Wer ist das Stark Industries Pandoras?

Wie auch schon im Vorgänger gibt es wieder zig verschiedene Waffenhersteller, die komplett unterschiedliche Systeme mit sehr schwankender Qualität anbieten. Zu Beginn müssen wir uns mit den Billigschießeisen von Tediore rumärgern. Deren Präzision und Feuerrate ist nicht so prickelnd, toll aber, dass wir genau sehen, was wir kaufen. Tediore-Waffen sehen ein bisschen aus wie die Knarren aus „Rage“ – selbst zusammengebaute Schießeisen, wo schon mal nur ein Klebestreifen reichen muss, um den Revolver zusammenzuhalten.

Dann gibt es Vladof, typisch russische Unkaputtbar-Qualität mit dem roten Stern. Je länger wir hier den Trigger gedrückt halten, desto schneller dreht sich die Trommel und desto schneller spuckt das Ding Blei. Jakobs ist eher der Wildwildwest-Lieferant, der Old-School-Waffen liefert, die zwar keinen Automatikfeuermodus bieten, dafür aber sehr viel Schaden anrichten. Torgue baut vor allem große Kaliber, die zwar öfter ein kleineres Magazin mitbringen, dafür aber jeweils Explosivschaden machen. Kawumm!

Und schließlich warten Produkte von Hyperion, die sind quasi Stark Industries: tödlich, präzise, extrem teure Hightech-Waffen, die interessanterweise immer präziser werden, je länger man abdrückt. Ob's dazu wohl auch gepanzerte Champagnerkisten mit Aufklappautomatik gibt?