Ich bin bereit zu glauben, dass hier einmal goldene Lampions gehangen haben könnten, aber jetzt sind es nur Eiszapfen und ein verschneites Bergmassiv. Die erste Szene aus „Borderlands 2“, die ich zu Gesicht bekomme, wirkt vertraut und doch so anders und erfrischend.
Witzig, ansehnlich und unterhaltsam – das zweite Ticket nach Pandora löse ich bestimmt gern.AusblickVertraut deswegen, weil Entwickler Gearbox am stimmungsvollen Cel-Shading-Griff festhält. „Borderlands 2“ wird, genau wie sein Vorgänger, ein Spiel mit kräftigen schwarzen Pinselstrichen, die Objekte und Charaktere umrahmen. Was ich damals im Ödland auf Anhieb liebgewonnen habe, nämlich die Spielwelt, die fast gezeichnet wirkt, wie ein zum Leben erwecktes Endzeitgemälde aus Ölfarben, daran halten die Entwickler fest.
Von der Lebensleiste bis zur Munitionsanzeige, von der Karte bis zu den Symbolen wurde alles fast eins zu eins übernommen, um Kennern eine angenehme Heimkehr nach Pandora zu bescheren. Wer den Vorgänger gespielt hat, weiß sofort, wo etwas zu finden ist, wie die Menüs funktionieren, wie schön Erfahrungspunkte sprudeln. Die in der Gegend herumstehenden Waffenkisten kennt man, die aufpoppenden Gegenstandsbeschreibungen auch. .
Borderlands, wie man es kennt. Schick sieht's nach wie vor aus.Aber die Szene wirkt auch gleichzeitig unverbraucht, neuartig. Dicke Stalagtiten hängen von schneeweißen Felswänden, Planen notdürftig zusammengekloppter Hütten flattern im eisigen Wind. Als der Hauptcharakter hier oben einen Damm erreicht, ist die Aussicht einfach wunderbar. Unten erkennt man üppiges, in gemäßigtes Grün getauchtes Grasland, Pipelines ziehen sich durch die Ebenen Pandoras wie Schlangen, Wasserfälle sprudeln von himmelhohen Dämmen herab, blassgraue Felsen am Horizont werden in der Entfernung angedeutet.
Kurzum: Gearbox verpasst dem grau-braunen Ödland des Vorgängers ein paar kräftige Farbtupfer und ist sichtlich um landschaftliche Abwechslung bemüht. Die Entwickler haben erkannt, dass die Kulisse im ersten Teil vielen Spielern aufs Gemüt schlug und dass mit herausstechenden Akzenten eine genauso desolate Endzeitstimmung eingefangen werden kann.
Trotz dieser freundlichen Nuancen ist Pandora immer noch ein Biest von einem Planeten: Riesige zischende Pumpenkonstruktionen ragen in zerklüfteten Canyons auf, umhüllt von Dampf, während an den aus fleckigen Altschrottplatten zusammengezimmerten Hütten die Schilder schief hängen.
Mittendrin einer der neuen Hauptcharaktere, der sich wie ein Wurm vorkommen muss. Das Quartett aus dem Vorgänger ist weiterhin vertreten, wenn auch nicht als spielbare Figuren. Ihre Rollen sind noch nicht ganz geklärt, obwohl schon durchsickert, dass man sie für die eigene Sache gewinnen, finden und zum Teil erst befreien muss.
Und mit eigene Sache meine ich: Rache. Blutig. Und möglichst flott. Was anderes käme mir auch nicht in den Sinn, wäre ich in einem grausamen Gladiatorenkampf verheizt worden. Aber der Hauptcharakter – egal, welche der vier neuen zur Verfügung stehenden Figuren ihr wählt – überlebt das primitive und grausame Spektakel und sucht nun den Schuldigen.
Der hört auf den Namen Handsome Jack und ist gerade dabei, Pandora auszunehmen wie eine Weihnachtsgans. Auf der Suche nach wertvollen Rohstoffen und Schätzen geht er mit seinem Konzern Hyperion Corp. über Leichen, hat aber nicht damit gerechnet, dass jemand den Kampf in der Arena überlebt.
Und natürlich warten an jeder Ecke gefräßige Monster.Mit der persönlichen Nemesis vor Augen geht er los, der Kampf gegen Psychos, Roboter und anderes Gezücht. Gearbox stellte zum Beispiel einen neuen Gegner namens „Bullymong“ vor, eine Mischung aus Gorilla und Ubermutantenmonstervieh. Behände schält er sich aus Felsspalten, nutzt die Vertikale, stößt sich zum Beispiel von Wänden ab und sucht mit Vorliebe erhöhte Positionen, bevor er sich von oben auf euch stürzt.
Mehr noch: Er rupft Gestein aus dem Untergrund und buckelt sich sogar stehengelassene Fahrzeuge auf, die er euch ins Gesicht schleudert. Überhaupt, so betont Gearbox energisch, habe man sich das Verhalten der Gegner zu Herzen genommen und die richtigen Stellschrauben angezogen.
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1.) Der Voice Chat ist auf der PS3 mehr als bescheiden. Da können sie ruhig noch nachbessern. Sehr oft sind die anderen nur abgehackt zu hören (besonderes merkbar beim Gebiet wechsel) Generell ist zeitweise das Netzwerk lahm (disconnects). Andere Spiele machten nicht solche Probleme.
2.) Wäre es toll wenn man auch zu einem gewissen Grad seine Waffen modifizieren kann. z.B. Ein Visier montieren und dafür geht die Feuerrate, oder der Schaden runter.
Wüste...wer will denn Wüste...