Die Playstation Vita gehört wohl gemeinsam mit veganen Schnitzeln und dem Hamburger SV zu den prominentesten Vertretern der Kategorie „unverdient unterschätzt“: Bei ihrer Veröffentlichung stellte sich die Vita als kleiner mobiler Bruder der PS3 vor. Die erhoffte qualitätsgetränkte Spieleflut blieb allerdings aus und bald wandelte sich die Konsole vom AAA-Helden zum Indie-Underdog, auf der Spelunky, Guacamelee und Hotline Miami ein neues Zuhause fanden. Nun wurde die AAA-Offensive der Entwickler nach Killzone und Uncharted mit einer Portierung von Borderlands 2 gekrönt – und gleichzeitig wohl endgültig ausgebremst.

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Wir haben bereits in dem Test zum Spiel vor rund zwei Jahren ausführlich einen Blick auf den Nachfolger zum Ausnahmeshooter und Überraschungshit Borderlands geworfen und verzichten an dieser Stelle auf eine Wiederholung – denn zumindest inhaltlich hat sich nichts geändert.

Der Haken: Während die Story gleich geblieben ist und sich Neuankömmlinge in den Borderlands über die inklusiven DLC's und Zusatzcharaktere der Erweiterungen freuen dürfen, fiel der Portierung gleichzeitig allerdings eine ganze Menge Spielspaß und Charme zum Opfer.

Borderlands 2 - Rundumpaket ohne Charme: Eine Portierung stößt an ihre Grenzen

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Vor allem die Waffen zeigen deutlich den geringen Detailgrad der Portierung.
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Ein Feuerwerk der Kompromisse

Wild spratzende Waffen, die ein Lichtspektakel auf den Bildschirm zaubern und satte Elementareffekte der berstenden Granaten gehören zum unvergleichlichen Borderlands-Feeling ebenso dazu wie die hervorragend geschriebenen Charaktere und Missionen.

In dieser Hinsicht kann die Portierung leider nur 50% des Gesamtpotentials abrufen.
Es wurde ganz offensichtlich an Texturdetails gespart und Effektfeuerwerke eingestampft, um eine flüssige Bilderrate auf dem Handheld zu ermöglichen.

Für eine halbwegs spielbare Bilderflut verzichten Spieler sicher gerne auf diese Feinheiten, die dank des charakteristischen Cell-Shadings nicht allzu sehr ins Auge stechen. Fans, die mit der Konsolenversion ihre lockeren 100+ Stunden verbracht haben, werden sich an den Anpassungen allerdings stören.

Borderlands 2 - Rundumpaket ohne Charme: Eine Portierung stößt an ihre Grenzen

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Auch den Landschaften ist die Portierung deutlich anzusehen.
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Ob in den Kämpfen oder während des Spaziergangs in den Borderlands – ständig fühlen sich Serienkenner ein wenig von der atmosphärischen Dichte der Originalfassung beraubt. In Hinblick auf Sound und Tonabmischung allerdings werden Fans und Neulinge gleichermaßen einen gemeinsamen Nenner finden können.

Manchmal klingt es hohl, an anderen Stellen werden die sehr klein geratenen Texte von leisen Stimmchen verschluckt, die von der Hintergrundmusik fast gänzlich übertönt werden und ganz selten lädt die Audiospur überhaupt nicht. Selbst hochwertige, angeschlossene Kopfhörer konnten diese Probleme während des Spielens nicht lösen – ein ganz klarer Minuspunkt.

Diese Rückkehr in die Borderlands lohnt sich nur für Fans und Veteranen. Neulinge greifen lieber zum PC oder der Konsole.Fazit lesen

Ein Lichtblick für Hardcore-Fans

Trotz der vielen Spaßbremsen macht es zumindest für Hardcore-Fans durchaus Sinn, den Kauf der Vita-Version in Erwägung zu ziehen: Da Speicherstände auch auf die PS3 übertragen werden können, dürfen Langzeitspieler auf dem Weg zum Arbeitsplatz, in die Schule oder Uni ordentlich grinden und XPs sammeln, um sie dann später auf den Konsolenspeicherstand zu übertragen. Wer tatsächlich neu ins Borderlands-Universum einsteigen möchte, der sollte aber lieber zur hochwertigeren Konsolen- oder PC-Fassung greifen.