Eine der wenigen "echten" Neuvorstellungen auf der Games Convention war "Borderlands" von 2K Games. Erst kurz zuvor angekündigt und nur hinter verschlossenen Türen zu sehen avancierte der von Gearbox (u.a. Brothers in Arms) entwickelte Shooter mit Rollenspiel-Anleihen schnell zu einer Art Geheimtipp. Auch wir haben uns in die Borderlands aufgemacht - und staunten nicht schlecht.

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Die Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt: Mal wieder hat sich die Menschheit aufgemacht, das All zu kolonisieren. Die Grenzen des bekannten Raumes sind die so genannten Borderlands, zu denen auch der Planet "Pandora" gehört. Fernab von Regierung und Heimat tummeln sich Kopfgeldjäger, Glücksritter und ähnlich vertrauenswürdige Gestalten - meist mit einer Vorgeschichte, die sich wohl nur in den seltensten Fällen für einen Besuch bei der Schwiegermutter eignet.

Borderlands - Gearbox öffnet die Büchse der Pandora: 500.000 Waffen und viele coole Features inklusive.

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Bagger dir eins: Die Besiedelung Pandoras erfordert schweres Gerät.
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Bei der Besiedelung zeigt sich Pandora noch von seiner besten Seite. Nur leider hat die Menschheit die Rechnung ohne die Jahreszeiten gemacht. Die dauern auf dem abgelegenen Planeten nämlich jeweils Jahrzehnte - und als der Frühling kommt, öffnet sich die sprichwörtliche Büchse von Pandora. Plötzlich tauchen allerlei unfreundliche Kreaturen auf und überfallen die Siedler. Stück für Stück nimmt die einheimische Fauna ihren Planeten wieder in Besitz, dezimiert die Kolonisten und treibt sie immer weiter zurück. Niemand weiß, woher das eklige Getier stammt - eure Aufgabe ist es deswegen, den Ursprung zu finden und bestenfalls auszuräuchern.

Wie so viele andere "Besucher" gehört auch unser Spielcharakter zu den Glücksrittern, die fernab der Heimat Erfolg und Reichtum suchen. Zu Beginn des Spiels macht sich mal wieder eine Gruppe von Jägern auf, das Nest der unheimlichen fliegenden Monster zu finden, die so gnadenlos mit den menschlichen Gästen umspringen.

Gespaltene Persönlichkeit

Gemeinsam mit einer (scheinbar) schönen Frau beobachten wir einen Scharfschützen, der einer der Kreaturen einen Ortungspfeil verpasst. Als sich die junge Frau, die auf den Namen Helena Pearce hört, zu uns umdreht, offenbart sich die grausame Wahrheit: Ihr scheinbar so hübsches Gesicht beschränkt sich auf eine Gesichtshälfte.

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In Punkto Schönheit setzt Borderlands klar Maßstäbe.
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Die andere Seite ist verbrannt, verätzt - kurz: eine Kraterlandschaft voll toter Haut. Auf die Frage, warum sie auf diesem lebensfeindlichen Planeten lebe, antwortet sie: "Weil dieser Ort nett zu mir war." Einige Minuten später verstehen wir, wie sie das meint. Wir treffen jemanden, zu dem Pandora nicht nett war…

Waffenporno

Nach dieser eindruckvollen Einstimmung beginnt das eigentliche Spiel. Zunächst steht ein Besuch in Newhaven auf dem Programm, einer von sieben Siedlungen auf Pandora. Diese Siedlungen dienen als "Basis" zwischen den Aufträgen. Wie gewohnt könnt ihr dort Ausrüstung kaufen, neue Missionen annehmen und mit den Bewohnern sprechen. Besonders der Gang zum Waffenhändler lohnt - denn er hat über 500.000 Wummen im Angebot!

An dieser Stelle ging ein Raunen durch die Reihen der anwesenden Jounalisten. 500.000 verschiedene (!) Knarren - wie soll denn das gehen? Ganz einfach: Die Entwickler haben ein System geschaffen, das aus unterschiedlichen Typen (Pistole, Schrotflinte, MG, Raketenwerfer etc.), Bauteilen (zuständig für das Aussehen), Eigenschaften (Schaden, Munitionsvorrat etc.) und Modifikatoren ("+5 Schaden gegen Zombies") per Zufall Waffen generieren kann.

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Was guckst du? Krachende Action steht bei Borderlands klar im Vordergrund.
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Jeder Ballermann sieht dabei anders aus und weist völlig unterschiedliche Eigenschaften auf. Kauft oder findet ihr eine neue Waffe, wird diese in eurem "Speicherdeck" abgelegt (wir sind ja schließlich in der Zukunft) und materialisiert auf Knopfdruck in eurer Hand.

Bist du echt ein Shooter?

Borderlands ist zwar ein waschechter Shooter mit krachender Action - allerdings nicht im ganz klassischen Sinne. Geschickt eingeflochtene Rollenspiel-Elemente werten das Spiel auf und stärken die Identifikation mit euerem Spielcharakter. Ganz RPG-typisch gewinnt die Spielfigur Erfahrung und steigt nach und nach im Level auf. Auch in Sachen Ausrüstung wird mehr geboten als Shooter-Standardkost.

Rüstungen, Helme und ähnliche nützliche Gegenstände lassen sich kaufen oder besiegten Gegnern abnehmen - dabei kommt ebenfalls das Speicherdeck zum Zuge und ersetzt das altbekannte Inventar. Charakterlevel und Ausrüstung werden übrigens gespeichert und stehen euch auch im Multiplayer-Modus zur Verfügung. Im Shootergenre ebenfalls ungewöhnlich: Die Welt von Borderlands lässt sich weitestgehend frei erkunden, das gilt auch für die "Anreise" zu Missionen.

Allein ist doch langweilig!

Damit ihr nicht stundenlang zu Fuß über den weitläufigen Planeten irrt, verfügt euer Charakter über ein persönliches Fahrzeug, mit dem sich Erkundungstouren wesentlich entspannter gestalten. Selbstverständlich ist euer Vehikel bewaffnet, um sich gegen die immer wieder angreifenden Wegelagerer zur Wehr setzen zu können. Besonders cool sind solche Kämpfe im kooperativen Multiplayer-Modus: Während ihr das Fahrzeug steuert, kann euer Kumpel den fiesen Gestalten mit einer dicken Wumme das Licht ausblasen.

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Auf sie mit Gebrüll!
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Überhaupt wird das Mehrspieler-Vergnügen groß geschrieben. Bis zu vier Spieler räumen im kooperativen Modus gemeinsam auf Pandora auf. Wie gut das Spielen im Team funktioniert, führten die zwei Gearbox-Entwickler bei der Präsentation vor: Während einer, bewaffnet mit einer Schrotflinte, in Rambo-Manier durch die Mission stürmte, sorgte der andere aus dem Hintergrund mit seinem Scharfschützengewehr für die notwendige Rückendeckung gegen weiter entfernte Feinde.

Auch die Arbeitsteilung in Fahrzeugen funktioniert wie schon beschrieben prima. Darüber hinaus lassen sich auf Knopfdruck die Positionen wechseln. Somit kommt jeder Spieler in den Genuss, mit einem dicken Raketenwerfer auf feindliche Buggys zu feuern.

Next-Gen-Grafik

Bei der Grafik macht Borderlands keine Kompromisse und sieht bereits ca. 18 Monate vor Release so aus, wie man sich das für einen Next-Gen-Titel wünscht. Zwar werden im Jahr 2009 wohl andere Maßstäbe gelten - nach Titeln wie Brothers in Arms machen wir uns da aber bei Gearbox keine Sorgen.