Wer träumt nicht davon, Superkräfte zu haben? Einmal wie Superman durch die Lüfte zu fliegen, den bösen Buben als Batman zu zeigen, was eine Harke ist, oder sich gar als der Hulk in ein grünes Monster zu verwandeln? Selbst kleine, weiße Hunde scheinen solchen Utopien nachzugehen.

Zumindest ist das so im Kinofilm Bolt: Ein Hund für alle Fälle, in dem der kläffende Protagonist mit allerlei tollen Fertigkeiten ausgestattet ist. Das nun veröffentlichte Videospiel zum Animationsfilm zeigt, dass solche Games nicht unbedingt schlecht sein müssen.

Superhündchen und Penny

Die Prämisse des Films, in dem Bolt eigentlich gar keine Superfähigkeiten besitzt, sondern dies nur Teil einer Fernsehserie ist, wird im Spiel außer Kraft gesetzt. Von Beginn an beherrscht er Dinge, von denen andere Vierbeiner tatsächlich nur träumen können. Seine Fertigkeiten konzentrieren sich jedoch größtenteils auf den Nahkampf, wo er den Bösewichtern mit leichten und schweren Attacken zusetzt, zusätzlich betäubt er sie mit seinem Superwuff oder hält sie mit seinem Laserblick auf Distanz. Durch Komboattacken sammelt der kampfwütige Kläffer zudem Energie für besonders starke Superangriffe, die auch schwierigeren Widersachern Kopfschmerzen bereiten.

Bolt: Ein Hund für alle Fälle - In China käme er auf den Teller

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Per Laserblick hält sich der Superhund böse Schurken vom Leib.
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Neben Bolt greift auch ein kleines Mädchen namens Penny in dieses tierische Abenteuer ein. Sie verfügt über keinerlei Superkräfte, versteht es aber trotzdem, sich ihrer Widersacher tapfer zu erwehren. Penny liefert auch den Hintergrund für dieses actionhaltige Jump n Slay-Spielchen: Ihr Vater wurde entführt und daher macht sie sich kurzerhand daran, ihn aus den Fängen der bösartigen Schergen zu befreien.

Da sie weder besonders kräftig ist noch irgendwelche Schusswaffen verwendet, bewältigt sie ihre Missionen mit viel Geschick und einem motorisierten Scooterstab - ihrer praktischen Allzweckwaffe. Mit ihm überwindet sie nicht nur alle möglichen Hindernisse, sie setzt damit auch den einen oder anderen Gegner außer Gefecht.

Einzelkämpfer an die Front

Die beiden Helden von Bolt: Ein Hund für alle Fälle agieren jedoch nicht gemeinsam. Wenn ihr euch mit Bolt durch Massen von Gegnern kloppt, legt Penny eine kleine Pause ein und umgekehrt. Dieser kleine Kniff ist recht clever, denn wie sich bald zeigt, nutzt sich das Gameplay der beiden Helden schnell ab und erweist sich als viel zu repetitiv. Die Rettung vor allzu viel Einöde und mangelnder Abwechslung naht meist rechtzeitig in Form des Wechsels der Spielfigur und damit des Spielablaufs.

Packshot zu Bolt: Ein Hund für alle FälleBolt: Ein Hund für alle FälleErschienen für DS, PC, PS2, PS3, Wii und Xbox 360 kaufen: ab 6,49€

Eintönigkeit stellt sich vor allem in den Bolt-Sequenzen ein, weil das Spielprinzip viel zu durchschaubar ist. Zunächst springt man meist von einer Plattform zur anderen, bis man eine kleine Arena erreicht. Dort lauern mehrere Wellen an Widersachern, die man in ermüdender Form beseitigen muss, um voranzukommen. Das artet in der Regel sehr schnell in heillosem Button-Mashing aus, weil die tollen Superkräfte letztendlich nicht wirklich effektiv sind und die Kämpfe häufig zu sehr in die Länge gezogen werden.

Bolt: Ein Hund für alle Fälle - In China käme er auf den Teller

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Mit dem Scooterstab überwindet Penny problemlos auch die schwierigsten Hindernisse.
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Gerade wenn diese Missionen drohen langweilig zu werden und man keine Lust mehr hat, noch eine weitere Gegnerhorde zu plätten, bekommen die Gamedesigner die Kurve und stecken euch in die Rolle von Penny. Während Bolts Kämpfe schnell an Schwierigkeit zulegen, gestalten sich Pennys Konfrontationen zu problemlosen Quicktime-Events.

Wobei das Wort Event dafür viel zu großspurig gewählt ist; mit nur einer Taste schaltet ihr die Gegner aus. Theoretisch kann man sich zwar an sie heranschleichen, doch das ist in der Praxis überhaupt nicht nötig, da das Quicktime-Event ohnehin ausgelöst wird. Es sei denn, man verwendet die vorübergehende Unsichtbarkeit, die man mithilfe der Techno-Tarnung auslösen kann - selbst wenn die Feinde euch bereits entdeckt haben.

Kinderleicht

Dem vorlauten Balg wird es daher meist viel zu einfach gemacht. Wenn man sich nicht gerade durch die kleinen Quicktime-Events holzt, überwindet man in bekannter Plattform-Manier verschiedenste Hindernisse, verwendet dabei den Scooterstab für alle möglichen artistischen Anwendungen, die euch letztendlich kinderleicht an euer Ziel bringen. Teilweise sogar unter Zuhilfenahme kleinerer Quicktime-Spielereien, die das Ganze noch einfacher machen.

Ein Superhund zu sein, ist spannend, wird aber schnell langweilig.Fazit lesen

Damit man auch ja nicht zu lange rätseln muss, wie die Hindernisse zu überwinden sind, steht euch zusätzlich noch die "Verbesserte Sicht" zur Verfügung, bei der benutzbare Gegenstände gelb herausgestellt werden. Während die Kämpfe mit Bolt also immer schwerer werden, darf man sich in Pennys Missionen größtenteils zurücklehnen und entspannen.

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In solchen Momenten werden kinderleichte Quicktime-Events ausgelöst, die euch zum 1Hit-Winner machen.
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Für zusätzliche Abwechslung sollen kleinere Minispiele sorgen, beispielsweise wenn ihr euch mit Penny in Sicherheitssysteme hackt und einen Geometry Wars-Klon vorgesetzt bekommt. Spielerisch erweisen sich diese Abschnitte jedoch ebenfalls als wenig fordernd und sorgen dementsprechend nur bedingt für Kurzweil. Bolt: Ein Hund für alle Fälle macht in technischer Hinsicht allerdings alles andere als einen unter Zeitdruck "hingeklatschten" Eindruck. Die Optik ist hübsch und gerade in den Außenlevels durchaus sehenswert, wenn es dort auch gelegentlich zu FPS-Einbrüchen kommt.

Gröbere Bugs haben wir beim Test der Xbox-360-Fassung nicht beobachtet, und sogar die Spielzeit ist für derartige Games überdurchschnittlich lang ausgefallen. Man könnte sogar fast sagen zu lang, denn nach einigen Stunden nutzt sich das Gameplay beider Protagonisten stark ab, da helfen dann auch die regelmäßigen Wechsel nicht mehr.